Der Geflügelproduzent ist in der kleinen Gemeinde Pfaffstätt im Herzen des oberösterreichischen Innviertels ansässig. Seit der Firmengründung im Jahr 1973 hat sich Hubers Landhendl höchsten Qualitätsansprüchen verschrieben. Heute gehört das Unternehmen zu den modernsten Betrieben der Branche. Mit rund 800 Mitarbeitern (650 bei Hubers Landhendl GmbH und 150 bei Süddeutsche Truthahn AG) wird ein Umsatz von etwa 150 Mio. Euro erwirtschaftet.
Die Schlachtkapazität beträgt 500.000 Hendl und 55.000 Puten pro Woche. Das entspricht einer täglichen Verarbeitung, Verpackung und Kommissionierung von 200 Tonnen Geflügelfleisch. Hubers Landhendl eröffnete im Februar 2009 eine der modernsten Brütereien Europas. 25 Mio. Küken - mehr als ein Drittel des österreichischen Jahresbedarfs - können hier jedes Jahr erbrütet werden.
Hoher Automatisierungsgrad
Bereits 1993 entschied sich Hubers Landhendl, die IT-Branchenlösung CSB-System einzuführen. Vorhandene Optimierungspotenziale sollten vollständig ausgeschöpft und genutzt werden. Besonderer Wert wurde auf die Flexibilität der neuen Branchenlösung gelegt: "Wer höchste Anforderungen an die Produktqualität stellt, benötigt auch eine entsprechend leistungsfähige und flexible Branchensoftware", stellt IT-Leiter Peter Rillinger klar. Insbesondere die Abbildung der gesetzlichen Anforderungen zur Rückverfolgbarkeit machen das CSB-System für Hubers Landhendl so wichtig.
"Heute sind Herkunftssicherung und Rückverfolgbarkeit in unseren Betrieben bis ins Detail geregelt. Das gibt unseren Kunden die nötige Sicherheit und Transparenz und ein gutes Gefühl beim Kauf unserer Produkte", sagt Rillinger. Die integrierte und spezialisierte ERP-Branchensoftware CSB-System erfüllt bei Hubers Landhendl die lückenlose Rückverfolgung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die durchgängige Integration in alle betrieblichen Prozesse garantiert dabei die Online-Erfassung und Online-Verarbeitung der Daten im Betriebsablauf ohne Zusatzaufwand sowie den lückenlosen Nachweis aller Herkunftsdaten innerhalb des ERP-Systems mittels eines flexiblen Los-/Chargennummernkonzeptes. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die EDI-Kommunikation mit dem Lebensmitteleinzelhandel.
"Die integrierte EDI-Lösung im CSB-System ist für uns wichtig, um deutliche Verbesserungen der Geschwindigkeit in der Kommunikation erzielen zu können. Gleichzeitig profitieren wir von einer höheren Genauigkeit bei der Übertragung unserer Daten. Die direkte Übertragung von Dokumenten wie z. B. Bestellungen oder Lieferavis von einem Rechner auf einen anderen Rechner erfolgt viel schneller als die Übertragung von Papierdokumenten, und das ohne Genauigkeitsverlust", erläutert Peter Rillinger.
Straff organisierte Prozesse
Bei Hubers Landhendl kommt ein klares Konzept zur Steuerung und Überwachung aller Abläufe und Prozesse vom Wareneingang über die Produktion bis zum Warenausgang zum Einsatz. Das Softwarekonzept wird erweitert durch die Integration verschiedener Hardware-Komponenten wie z. B. die CSB-Racks (spezielle Industrie-PCs), aber auch Waagen- und Scanneranschlüsse sowie Preisauszeichner. Diese Komponenten werden online in die Anwendungs- und Auswertungsprogramme eingebunden.
"Wir haben sogenannte Multifunktionsracks in unserem Betrieb im Einsatz. Mit diesen Industrie-PCs werden die Kommissionierung mit Verwiegung und Preisauszeichnung zu einem Arbeitsprozess zusammengeführt. Damit entfallen die mehrstufigen und nicht miteinander verbundenen Arbeitsprozesse bei der Preisauszeichnung", nennt Rillinger einige Vorteile der IT-Komplettlösung. Durch die Integration der Preisauszeichnung in das CSB-System stehen alle notwendigen Daten in der zentralen CSB-Datenbank zur Verfügung, zeit- und kostenintensive Doppelerfassungen entfallen. Die verschiedenen Auszeichnungsvarianten können mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad in die Gesamtlogistik des Unternehmens integriert werden.
Optimales Customizing
Die speziellen Anforderungen von Hubers Landhendl werden durch die Branchenorientierung des CSB-Systems nahezu im Standard umgesetzt, wodurch aufwändige zusätzliche Anpassungen nicht erforderlich sind. "Die Softwarelösung ist so benutzerfreundlich, dass wir in verschiedenen Bereichen ein erforderliches Customizing durchaus selbst vornehmen können", sagt IT-Leiter Rillinger.
Daraus resultieren bei neuen Modulen kurze Implementierungszeiten und eine erhebliche Kostenersparnis - Benefits, die gerade für den Mittelstand von immenser Bedeutung sind. In Kürze steht bei dem Lebensmittelspezialisten ein Udpdate des CSB-Systems ins Haus. Hubers Landhendl setzt somit auch zukünftig auf die branchenspezifische ERP-Software.




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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 