SAP hat seit der Übernahme von Business Objects hier massiv aufgerüstet und sieht sich als Gesamtlösungsanbieter für Business Intelligence – vom KMU bis zum Großunternehmen. In einem Gespräch mit MONITOR erläuterte Hervé Couturier SAP Executive Vice President, Technology Development, die aktuelle BI-Strategie des Unternehmens.
Einfacher und schneller zu relevanten Daten
Auch hier zeigen sich – wie in Teil 1 dieser TechEd-Review aufgezeigt – die Einflüsse von „Enterprise 2.0“ und der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die strategische Entscheidungen ebenso verlangt, wie den raschen Zugriff auf relevante Daten.
Für Hervé Couturier gibt es derzeit vier große Trends im BI-Sektor: Zusammenarbeit, strategische Entscheidungsfindung, individuelle Anwenderflexibilität und die Gerätevielfalt. Letzteres lässt sich gut unter dem Schlagwort „Datenanalyse auf dem iPhone“ subsumieren, das auf dieser TechEd schon am ersten Tag sehr oft zitiert wurde.
Eine Grundlage für das Zusammenspiel all dieser Anforderungen biete die inzwischen stark verbesserte technologische Leistungsfähigkeit der eingesetzten Hardware. Die inzwischen auch von SAP propagierte „In-Memory-Technik“, bei der die Daten in den Hauptspeicher geladen werden, erlaube einen großen Performancegewinn und sei derzeit ein „heißes Thema“, so Couturier. Sie bilde die Basis für das „Easy-of-use“, ein für den Technologie-Spezialisten ganz zentraler Punkt. „Wir sind heute in der Lage, die ursprünglichen Zielsetzungen von Business Intelligence wirklich umzusetzen und größeren Anwendergruppen verfügbar zu machen“, so Couturier.
Ein Blick in die Zukunft
Zukünftige Herausforderungen würden noch stärker auf das Segment der unstrukturierten Daten fokussieren. Semantische Techniken zur Datenanalyse werden, so Couturier, in Zukunft einen ganz wichtigen Stellenwert einnehmen.
Das einfache persönliche Design von Abfragen und Reports sei zudem unumgänglich und noch weiter ausbaubar, weil die Anwender ihrer individuelle Arbeitsweise folgen wollen, auch wenn sie zunehmend in kollaborative Entscheidungsprozesse eingebunden seien.
Insgesamt sei man mit dem Mix aus unterschiedlichen Produkten, den SAP im BI-Portfolio hat, für die Zukunft sehr gut gerüstet, ist Couturier überzeugt, der für 2010 weitere wichtige Neuerungen beim SAP BI-Angebot in Aussicht stellt.
BI-Produktnews
Die Aussagen von Hervé Couturier bestätigt eine der offiziellen TechEd-Ankündigungen. Demnach ist der SAP BusinessObjects Explorer jetzt nicht nur in der Lage, Daten aus dem SAP NetWeaver Business Warehouse (SAP NetWeaver BW), sondern auch Daten aus anderen Datenquellen im beschleunigten Modus zu verarbeiten. Auf diese Weise können Daten nicht nur aus dem eigenen Data Warehouse, sondern auch aus dem erweiterten Geschäftsnetzwerk oder von Dritt-Anbietern, Marketing-Datenbanken etc. in die Auswertungen einbezogen werden.
„Mit dem SAP BusinessObjects Explorer erhalten Anwender Datenauswertungen in Sekundenbruchteilen”, erläuterte Marge Breya, Executive Vice President and General Manager, Intelligence Platform und SAP NetWeaver Group, SAP. “Man kann einfach damit beginnen, Fragen aus Neugier zu stellen, und sich von den Antworten und Erkenntnissen zu weiteren Fragen leiten lassen. Es erschließen sich unmittelbar neue Trends, neue Ideen und neue Möglichkeiten.”
Darüber hinaus plant SAP eine Zusammenarbeit mit Cisco und Teradata, um den SAP BusinessObjects Explorer für weitere Hardware-Plattformen verfügbar zu machen.



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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 