Welche Auswirkungen ein Abweichen von dieser wirtschaftlichen Maxime hat, konnte in den vergangenen Jahren am Softwaremarkt beobachtet werden. Die marktmächtigen Unternehmen der Softwareindustrie haben durch ihre monopolistische Stellung jahrelang den Händlern von gebrauchter Software einen fairen und liberalen Marktzugang verwehrt. Durch das protektionistische Verhalten wurden bei Anwendern Werte von mehreren hunderten Millionen Euro vernichtet. Geld, welches den Unternehmen heute fehlt.
In der Vergangenheit nutzte die Softwareindustrie regelmäßig ihre Marktmacht aus, aber immer mehr Anwender vertreten ihre Interessen nachhaltig und verhindern als emanzipierte Partner eine Übervorteilung seitens der Softwareanbieter. So ist es der geschlossenen Positionierung der Anwender und der Beharrlichkeit der Händler von gebrauchter Software zu verdanken, dass Bewegung in den Markt für gebrauchte Software gekommen ist. Immer mehr Software-Lizenzen werden heute ganz im Sinne einer freien Marktwirtschaft auch gebraucht gehandelt und können frei zirkulieren.
Im Rahmen der europäischen Integration und dem damit verbundenen wirtschaftspolitischen und rechtlichen Wirtschaftsliberalismus in Österreich etabliert sich der Handel mit gebrauchter Software immer mehr. Die gängige und gelebte Praxis ist ein Beispiel für die Umsetzung europäischer Richtlinien in den Alltag eines mittlerweile akzeptierten Geschäftsmodells. Inzwischen haben einige Softwarehersteller ihre destruktive Haltung aufgegeben und den Bedürfnissen der Anwender angepasst. Die Akzeptanz von gebrauchter Software ist ein klares und richtiges Signal an die Anwender die Chancen einer lukrativen Software-Rekapitalisierung zu ergreifen.




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8/2011
7/2011


