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Strategien

Kommentar von Boris Vöge, pero Software

Anwender setzen Interessen gegen Softwareindustrie durch

Die Geschichte hat gezeigt, dass unsere Wirtschaft nur prosperieren kann, wenn Waren und Dienstleistungen frei zirkulieren können. Eine Abkehr von dieser Maxime führt zwangsläufig zu wirtschaftlichen Schieflagen.

Boris Vöge

Boris Vöge ist Vorstandsvorsitzender der preo Software AG, Hamburg

Welche Auswirkungen ein Abweichen von dieser wirtschaftlichen Maxime hat, konnte in den vergangenen Jahren am Softwaremarkt beobachtet werden. Die marktmächtigen Unternehmen der Softwareindustrie haben durch ihre monopolistische Stellung jahrelang den Händlern von gebrauchter Software einen fairen und liberalen Marktzugang verwehrt. Durch das protektionistische Verhalten wurden bei Anwendern Werte von mehreren hunderten Millionen Euro vernichtet. Geld, welches den Unternehmen heute fehlt.

In der Vergangenheit nutzte die Softwareindustrie regelmäßig ihre Marktmacht aus, aber immer mehr Anwender vertreten ihre Interessen nachhaltig und verhindern als emanzipierte Partner eine Übervorteilung seitens der Softwareanbieter. So ist es der geschlossenen Positionierung der Anwender und der Beharrlichkeit der Händler von gebrauchter Software zu verdanken, dass Bewegung in den Markt für gebrauchte Software gekommen ist. Immer mehr Software-Lizenzen werden heute ganz im Sinne einer freien Marktwirtschaft auch gebraucht gehandelt und können frei zirkulieren.

Im Rahmen der europäischen Integration und dem damit verbundenen wirtschaftspolitischen und rechtlichen Wirtschaftsliberalismus in Österreich etabliert sich der Handel mit gebrauchter Software immer mehr. Die gängige und gelebte Praxis ist ein Beispiel für die Umsetzung europäischer Richtlinien in den Alltag eines mittlerweile akzeptierten Geschäftsmodells. Inzwischen haben einige Softwarehersteller ihre destruktive Haltung aufgegeben und den Bedürfnissen der Anwender angepasst. Die Akzeptanz von gebrauchter Software ist ein klares und richtiges Signal an die Anwender die Chancen einer lukrativen Software-Rekapitalisierung zu ergreifen.

www.preo-ag.com

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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