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ERP-Guide

Im Interview: Dorette Dülsner, Geschäftsbereichsleiterin Microsoft Business Solutions, Österreich

"Langfristige Kundenvorteile"

Microsoft ist vor allem für seine Standardlösungen bekannt. Wie flexibel können die Microsoft Lösungen auf Kundenbedürfnisse abgestimmt werden?

„Microsoft investiert sehr viel in die Nutzerakzeptanz von ERP-Systemen, die enorm wichtig ist, um die erhoffte Effizienzsteigerung der Geschäftsprozesse auch wirklich zu erreichen.“ - Dorette Dülsner, Microsoft Business Solutions

Unsere ERP Produkte bieten alle Standardfunktionalitäten einer umfassenden ERP Plattform an. Diese Funktionalitäten decken bis zu 80 % der benötigten ERP Geschäftsprozesse unserer Kunden ab. Darüber hinaus haben unsere Kunden typischerweise sehr spezifische Anforderungen, die aus der Branche, in der sie tätig sind resultieren. Dazu zählt z.B. die Rückverfolgung in der Chargenfertigung, oder die Zertifizierungsanforderungen an Produkte gemäß internationaler Standards, wie etwa "FDA Compliance" in der Pharmaindustrie. Microsoft Dynamics ERP Produkte sind zugleich auch sehr flexibel, weil Microsoft Partner auf der Lösung als Plattform Branchenlösungen entwickeln.

Als Hersteller haben wir hierzu besondere Nummernkreise für Entwicklungsobjekte in unseren ERP-Systemen vorgesehen, die den Partnern für die Entwicklung zur Verfügung stehen. Damit stellen wir sicher, dass die vertikalen Lösungen unserer Partner den Weiterentwicklungen des ERP-Produktes durch Microsoft folgen können und die Investitionssicherheit für unsere Kunden gegeben ist. Darüber hinaus können durch die vertikalen Lösungen der Partner Einführungszeiten von ERP Systemen verkürzt werden, da das System nur noch kundenspezifisch eingestellt werden muss.

Microsoft investiert außerdem sehr viel in die Nutzerakzeptanz von ERP Systemen, die enorm wichtig ist, um die erhoffte Effizienzsteigerung der Geschäftsprozesse auch wirklich zu erreichen. Ein Ergebnis aus diesen Investitionen ist die sogenannte "Rollenbasierte Benutzeroberfläche". Hinter diesem Begriff steht einfach die Erkenntnis, dass jeder Mitarbeiter im Unternehmen, der mit einem ERP System arbeiten soll, unterschiedliche Anforderungen an den Systemzugang hat. Denken Sie dabei an einen Einkäufer, der morgens seine offenen Bestellungen sehen möchte, oder einen Buchhalter, der den aktuellen Stand der Zahlungseingänge benötigt. Die "Rollenbasierte Benutzeroberfläche" stellt genau die Oberfläche zur Verfügung, die ein Mitarbeiter aufgrund seiner Rolle und Funktion im Unternehmen benötigt.

Grundsätzlich sind unsere ERP Produkte flexibel genug, um jeden Geschäftsprozess zu unterstützen. Die Frage dabei ist aber immer, wie leicht und kostengünstig dies umsetzbar ist. Es gibt häufig "gewachsene" Geschäftsprozesse, die dann in ein ERP System übertragen werden sollen. In meiner Praxis passiert es immer wieder, dass ich Pflichtenhefte von Unternehmen erhalte, welche die Forderungen nach "Schnittstellen" zwischen den einzelnen Abteilungen enthalten, die abzubilden wären. Das ist ein sicheres Zeichen solcher gewachsener Prozesse, denn ein ERP System integriert ja die Geschäftsprozesse abteilungsübergreifend ohne Schnittstellen. Hier kann die ERP Systemeinführung dazu dienen, Geschäftsprozesse zu hinterfragen sowie diese für die Mitarbeiter zu vereinheitlichen und zu vereinfachen.

Microsoft hat gerade die Erweiterung seines ERP-Angebots um vier neue Branchenlösungen angekündigt. Welche Vorteile bringen die neuen Lösungen den Unternehmen?

Wir investieren bei Microsoft Dynamics AX, unserer ERP Software für sehr große Mittelstandsunternehmen und Konzerne, um einen "Industry Enablement Layer" anzubieten. Dazu wurden sechs strategische Industrien definiert. Die vier neuen ERP-Branchenlösungen sind Teil dieser Industriestrategie. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten ist es ein gutes Signal für unsere Kunden, das ERP-Lösungsangebot weiter auszubauen, um langfristig Kundenvorteile bieten zu können.

Mit den neuen Branchenlösungen können mittelständische Unternehmen und Konzerne ihre speziellen Geschäftsprozesse optimieren und ihre Ressourcen über die gesamte Lieferkette hinweg noch effektiver einsetzen, um Kosten zu sparen und die Produktivität zu steigern. Unsere Partner können dann mit zusätzlichen vertikalen Lösungen direkt auf dem "Industry Enablement Layer" in Microsoft Dynamics AX aufsetzen.

Mit Microsoft Dynamics NAV 2009 ist seit September eine neue Version der Microsoft ERP Software für kleine und mittlere Unternehmen auf den österreichischen Markt gekommen. Was hat Microsoft speziell für KMUs zu bieten?

Microsoft Dynamics NAV 2009 ist eine technologische Evolution. Ohne jetzt zu tief in die Technik einsteigen zu wollen, aber durch die Trennung von Applikation und Datenbank in einer modernen 3-Schicht Architektur haben wir den Grundstein für ein effizientes und hoch performantes ERP System gelegt. Microsoft Dynamics NAV 2009 adressiert ganz besonders die Anforderungen von mittelständischen Unternehmen und kleinerer Unternehmen mit extrem spezifischen Anforderungen ihrer Branche.

Durch die Verwendung neuester Microsoft Datenbanktechnologien (SQL Server Reporting Services) garantieren wir unmittelbaren und verlustfreien Informationsfluss über alle Abteilungen. Durch Web Services wird erstmals auch eine nahtlose Integration mit der "Nicht-ERP-Welt" ermöglicht, etwa die Übernahme von in Excel erfassten Kundendaten in das ERP System, wie es beispielsweise in der Zusammenarbeit mit externen Partnern immer wieder vorkommt.

www.microsoft.com/austria/dynamics

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ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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