Allerdings geht es momentan nicht mehr ausschließlich darum, einen ROI zu erwirtschaften, sondern sich flexibel an den Wandel innerhalb von Unternehmen anzupassen. Diese flexible Anpassung ist besonders in Phasen der Umwälzung wichtig.
Das Management muss immer schneller und analytischer informiert werden. Fehlende Fakten und Intransparenz bergen die Gefahr der Fehleinschätzung - mit teils katastrophalen Folgen. Das Controlling muss sich nicht nur mit komplexen Unternehmensstrukturen, sondern vor allem auch mit den operativen Prozessen in dem sich wandelnden Umfeld aus Markt- und Kundenanforderungen auseinandersetzen. Darüber hinaus müssen die Beachtung der gesetzlichen und regulativen Vorgaben und - natürlich - die üblichen Unternehmens- und Geschäftskennzahlen permanent kontrolliert werden.
Hier schließt sich der Kreis, denn ohne ein effektives ERP-System in dem die Informationen zusammenlaufen, kann das Management keine zukunftsweisenden Entscheidungen treffen. Durch aussagekräftige Reports und Analysen werden selbst hochkomplexe Prozesse verständlich. Erst auf diesen Grundlagen lässt sich ein Unternehmen präzise analysieren und steuern.
Ist ERP nur ein Kostenfaktor?
Die Unternehmen wissen um die Vorteile von ERP, warum also sind viele Firmen mit ihren bestehenden Installationen unzufrieden? Die Antwort ist einfach, für viele Unternehmen ist das ERP-System in erster Linie ein Kostenfaktor, aber nicht unbedingt das Mittel der Wahl, um die Performance und die finanzielle Steuerung des Unternehmens zu verbessern.
Viele Unternehmen haben ERP-Implementierungen als langwierig und teuer erlebt, mit umfangreichen nachträglichen Anpassungen und hohen Support-Kosten. Heute werden etwa 80 % der IT-Budgets für Betriebskosten ausgegeben, nur 20 % fließen in die Innovation. Auf diese aber kommt es an. Die IT sollte an den Zielen des Unternehmens ausgerichtet sein und sich an die kontinuierlich verändernden Umweltbedingungen anpassen - und so den Wandel im Unternehmen reaktiv und proaktiv unterstützen. Aber in den meisten Unternehmen gefährden Veränderungen im Geschäftsablauf das gesamte IT-Konstrukt und damit die Performance.
Das Problem ist, dass das Zusammenspiel zwischen Business und IT nicht oder nur unzureichend stattfindet. Und obwohl ERP sicherlich nicht alles im Unternehmen ist, sollte der Grundsatz lauten: nicht lethargisch reagieren, sondern die Firma flexibel an neue Gegebenheiten anpassen und vorausschauend denken und handeln.
Flexible Lösungen sind gefragt
Gerade in sich schnell wandelnden Marktsegmenten wie private- und öffentliche Dienstleister, Forschungsinstitute, Handel, Logistik und Industrie, sind flexible Lösungen gefragt. In Österreich, zeigt unsere Erfahrung, muss sich der oben aufgezeigte Denkansatz noch tiefer in den Köpfen der Unternehmen verankern.
Ein gutes Beispiel ist die ILF, Innsbruck, hier sind die Vorteile von flexiblen Lösungen konsequent erkannt und umgesetzt worden. Eine agile Lösung ist offen für nachträgliche Veränderungen, bei Agresso bedeutet agil, dass Mitarbeiter Anpassungen teilweise selbst vornehmen können. Wenn sich also nach der Implementierungsphase Änderungen ergeben, muss nicht ein Heer von Beratern bezahlt werden, sondern die Unternehmen können sich selber helfen. Der österreichische Markt hat Bedarf an solchen Lösungen - das sehen wir und das sehen auch unsere Vertriebspartner.




1/2012
8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 