Das österreichische Unternehmen Wiesbauer, Produzent von Fleisch- und Wurstwarenspezialitäten, setzt mit insgesamt über 500 Mitarbeitern an drei Standorten ca. 110 Mio. Euro um. Den größten Anteil daran nimmt die Wurstmarke "Bergsteiger" ein. Weitere 80 österreichische Wurstspezialitäten werden für den österreichischen Markt und den Export vor allem nach Deutschland produziert. Neben zahlreichen Dauerwurstspezialitäten zählen seit einigen Jahren auch hochwertige Schinkenprodukte zum Sortiment des Unternehmens.
Technologisch setzt Wiesbauer auf die branchenspezifische ERP-Software CSB-System, die seit 15 Jahren als umfassende, integrierte Business-IT-Lösung implementiert ist. Die drei Wiesbauer-Standorte in Österreich und Ungarn sind über eine Citrix-Anbindung und eine Punkt-zu-Punkt-Standleitung mit dem zentralen Terminalserver in Wien verbunden, so dass eine zentrale Datenhaltung realisiert wird. Sämtliche Filialen, Außendienstmitarbeiter und Agenturen stehen über VPN (Virtual Private Network) am Zentralrechner mit dem CSB-System in Verbindung, wodurch Flexibilität und Mobilität gewährleistet wird. Die Zeiterfassung an allen drei Standorten wird ebenso über das CSB-System gesteuert.
Hochgradige Automatisierung
Der Automatisierungsgrad in den drei Betrieben ist als außerordentlich hoch einzustufen. Alle Betriebe sind von der IT-Infrastruktur her nahezu identisch aufgebaut und verfügen unter anderem über intelligente I-Punkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie über automatisch gesteuerte Hochregallager.Bei Wiesbauer Gourmet ist das Hochregallager gleichzeitig Sortierungs- und Kommissionierlager. Dem Wareneingang ist jeweils ein sogenanntes "Strangverwaltungslager" zugeordnet, das speziell auf "hängendes Fleisch" ausgerichtet ist. Hier erfolgt die über das CSB-System automatisierte Auslagerung zu den Zerlegebahnen, von denen aus die zerlegten Produkte zur Zwischenlagerung in das Fleisch-Hochregallager gelangen.
Über die Rezepturverwaltung, die vollständig über das CSB-System gesteuert wird, werden die E3-Kisten nach dem Prinzip der "chaotischen Lagerhaltung" zu ihren vorgesehenen Lagerplätzen manövriert. Dabei sucht das CSB-System automatisch einen freien Lagerplatz, speichert den Standort und lagert bei Bedarf bzw. auf Abruf die Kisten nach dem FiFo-Prinzip (First in - First out) zum vordefinierten Zielort aus. Die Fleisch-Kisten sind dabei bereits mit einem Barcode ausgestattet und etikettiert. Am I-Punkt, an dem die Kisten vorbei gefördert werden, werden die erforderlichen Informationen wie Kistennummer, Gewicht abzüglich Tara, Artikelnummer und hinterlegter Zielort von einem stationären Scanner in das CSB-System eingelesen.
Lager- und Kühlkonzept
Bei der Auslagerung werden über die Rezeptur die Mengen an Fleisch- und Specksorten generiert und vom Hochregallager angefordert. Die ausgelagerten Kisten werden zu einer vordefinierten Mischanlage geführt und gelangen über die nachgelagerte Kutterei und Füllerei zum Endprozess in die Rauch-, Brat- und Kochanlagen. Die Fertigprodukte werden teils im Ganzen, teils in Teilstücken über einen weiteren I-Punkt in ein Kommissionierhochregallager eingelagert."Das Kühl- und Lagerkonzept unseres Unternehmens ist sehr komplex und stellt hohe Anforderungen an das CSB-System, die aber problemlos bewältigt und hundertprozentig umgesetzt werden", sagt Prokurist Heinz Nemeth, der seit vielen Jahren als IT-Manager für Wiesbauer tätig ist.
Die Fertigprodukte werden im gesamten Kommissionierprozess auf der vorgegebenen Temperatur gehalten. Dafür sorgen zwei Verpackungsbereiche für Frisch- und Dauerwurst, die gleichzeitig als Kommissionierbereiche dienen. Die Ware wird zum Kommissionierplatz befördert und dort mit den im CSB-System hinterlegten Daten preisausgezeichnet. Die Preisauszeichnung wird mit dem CSB-System kundenorientiert realisiert, so dass z. B. auch Schmucketiketten problemlos erstellt und aufgebracht werden können.
Das CSB-System gibt die erforderlichen Daten, geordnet nach Touren, Kunden und Artikeln, an die CCM-Steuerung (Control and Configuration Manager) des Hochregallagers weiter, welches auch als Versandstelle fungiert. Natürlich werden mit dem CSB-System die gesetzlichen Anforderungen zur Rückverfolgbarkeit vollständig realisiert.
"Bemerkenswert ist, dass für die Administration unserer kompletten IT-Infrastruktur lediglich zwei Mitarbeiter benötigt werden. Das entspricht auch dem übrigen Verhältnis der Verwaltungsmitarbeiter (rund 20) zur Gesamtbelegschaft. Da arbeiten wir absolut nicht kopflastig", konstatiert der Geschäftsführer von Wiesbauer, Kommerzialrat Karl Schmiedbauer.






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8/2011
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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 