Praktisch alle Firmen kämpfen mit den geänderten Rahmenbedingungen und beschäftigen sich mit nach unten revidierten Planungen und abgespeckten Szenarien. Kosteneinsparungs-Programme werden zur Chefsache. Zahlreiche Entscheidungen müssen in kurzer Zeit getroffen werden. Die beiden häufigsten Fragen sind allerorts die gleichen: Welche Kosten sollen reduziert werden, ohne den künftigen Erfolg zu gefährden? Welche Kostenreduktionen bringen den schnellsten Erfolg?
Einsparungspotentiale erkennen
Doch nicht nur die Fragen, auch die Antworten fallen ähnlich aus. Es läuft auf Personaleinsparungen hinaus. Schließlich sind Personalkosten kritisch und leicht zu identifizieren. Komplexer wird es mit den Materialkosten. Es bedarf langwieriger interner Analysen und externer Benchmarks, um Einsparungspotenziale zu erkennen. Das notwendige Zusammenspiel zwischen Einkauf, Produktion, Produktmanagement und anderer operativer Bereiche macht die Analyse zäh.
IT-Kosten scheinen intransparent. Bei Einsparungen in diesem Bereich schwingt die Angst nach möglichen Konsequenzen mit, da Geschäftsprozesse zunehmend IT-abhängig sind. Bei Einschnitten im Marketing scheiden sich die Geister. Soll in schwierigen Zeiten in Marketing investiert werden, um Marktanteile zu gewinnen oder müssen die Marketingaufwendungen auf ein Minimum gekürzt werden?
Ausgangspunkt all dieser Überlegungen sollten zwei zentrale Fragen sein: "Wo stehen wir derzeit?" und "Warum stehen wir dort?". Erst wenn diese beiden Fragen geklärt sind, kann man sich fragen "Was muss ich in Zukunft anders bzw. besser machen?".
Analyse statt Bauchgefühl
Auf Bauchgefühl ist hier kein seriöser Verlass. Vielmehr bieten sich Business Intelligence Werkzeuge (Verfahren & Prozesse zur systematischen Analyse von Daten in elektronischer Form) an. Ziel ist die Gewinnung von Erkenntnissen, die bessere operative und strategische Entscheidungen ermöglichen.
So können etwa durch Analysen unprofitable Produkte eingestellt und andere durch gezielte Maßnahmen weiter ausgebaut werden. Schlecht drehende Artikel werden identifiziert und können aussortiert werden oder jene Positionen mit dem größten Einkaufsvolumen neu verhandelt werden.
Business Intelligence ermöglicht dem Management bessere und schnellere Entscheidungen zu treffen. Es geht um das Heben von Potenzialen und das Erkennen von Chancen. Nur Personal abzubauen ist heute sicher zu wenig.




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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 