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Interview:

Target Costing: Erfolgsfaktor Kosten im Griff behalten

Interview mit Walter H. Priglinger, Geschäftsführer der entercon austria Ltd. in Wien.

Walter H. Priglinger, Geschäftsführer der entercon austria Ltd. in Wien

Wie kann man Kostensenkungspotenziale im Unternehmen systematisch erkennen?

Erste An- bzw. Alarmzeichen um Kostensenkungspotentiale identifizieren zu müssen: Wenn der gewünschte bzw. geplante Deckungsbeitrag für das Produkt bzw. die Produktgruppe oder gar das gesamte Sortiment nicht mehr erzielt werden kann, dann hat das Unternehmen einen mehr oder minder großen "Handlungsbedarf". Die entsprechenden Hilfsmittel und Werkzeuge dazu sind professionelles Controlling, Strategie-Assessment, Best Practice Vergleich, Einkaufs-, Beschaffungs- und Bestandoptimierung, Target Costing, Entwicklungsbegleitende Kalkulation - sowie ganz allgemein gesprochen die Optimierung von Geschäftsprozessen.

Das hört sich einfacher an als es in der Praxis getan ist, oder?

Voraussetzung dafür ist eine professionelle Analyse aus den unterschiedlichen Bereichen wie Controlling, Marketing und Verkauf. Hinzu kommt der ‚gesunde Hausverstand' und der Blick auf den ganzheitlichen Ansatz bei den handelnden Personen. Nachteilig wirkt sich auch aus, wenn man vor lauter Bäume den Wald nicht mehr sieht und sich auf einzelne, dafür hektische Aktivitäten konzentriert. Operative Hektik ersetzt oftmals geistige Windstille. Hier gilt die Devise: "Speed can kill." - Es soll schnell gehen, darf aber nicht in vorschnell werden und somit Oberflächlichkeit ausarten.

Worauf sollten sich die Verantwortlichen konzentrieren, um bereits Entwicklungs-Prozess in signifikanter Größenordnung bei den Herstellkosten einzusparen?

In der Konzeptionsphase eines Produktes werden bereits 70 % der zukünftigen Kosten - und damit auch der zukünftige Gewinn oder Verlust - festgelegt, auch wenn das Produkt möglicherweise erst in zwei oder drei Jahren auf den Markt kommt. Das Werkzeug dazu bildet ‚Target Costing', mit einer Entwicklungsbegleitenden Kalkulation, sowie einem professionellen Projektmanagement und -controlling. Unternehmen, die diese Werkzeuge professionell beherrschen und konsequent umsetzen werden auch in Zukunft konkurrenzfähig bleiben.

Können Sie den Nutzen genauer beschreiben?

Entwickler können die kostenmäßigen Auswirkungen Ihrer Änderungen jederzeit erkennen in Kenntnis dieser Auswirkungen ihre Änderungen verwerfen oder akzeptieren. Auf signifikant ähnliche Produkte und Plankalkulationen kann zurückgegriffen werden. Änderungen an Bauteilen, Baugruppen, Stücklisten und Arbeitsplänen können in einer Simulationsrechnung online neu bewertet werden. Jede Simulationsrechnung kann als eigen Variante abgespeichert werden. Bei zukünftigen Vorkalkulationen kann darauf zurückgegriffen werden. Am Ende des Entwicklungsprojektes wird die letzte "operative" Variante als Plankalkulation ins ERP-System übernommen. Damit lässt sich zum einen kostengünstig entwickeln und konstruieren, aber auch Angebote und Produkte schneller und präziser kalkulieren. Eine Produkt-Kalkulation bzw. eine Angebotskalkulation - auch komplexerer Natur - kann schon in wenigen Minuten bzw. sogar auf Knopfdruck erfolgen.

Ist das Ziel, Produkte bis zu 30 % schneller zur Marktreife zu bringen, nicht zu hoch gesteckt?

Aufgrund der permanenten Transparenz über den Status Quo der Entwicklung, der Kosten, der Möglichkeit zur Teile- und Varianten-Analyse, der Möglichkeit Produktionsstandorte und deren Kosten zu vergleichen, haben Unternehmen eine Reduktion der Entwicklungszeit von bis zu 30 % realisieren können. Beispiele und Referenzen dazu gibt es genügend.

Sie plädieren außerdem dafür, den Kalkulationsaufwand zu senken?

Noch einmal: Anstatt wie bisher die benötigten und meist dezentral gespeicherten Datensätze aus den verschiedenen Abteilungen zeit- und ressourcenaufwändig zusammenzutragen, kann der Einsatz einer geeigneten Software - wie zum Beispiel Facton V 5.4 - selbst eine komplexere Produkt-Kalkulation bzw. eine Angebotskalkulation quasi auf Knopfdruck erfolgen.

Lassen sich die aktuellen und zukünftigen Kosten denn auch transparent und revisionssicher dokumentieren?

Ist ein Produkt für einen Kunden fertig entwickelt und von diesem auch abgenommen, kann diese Entwicklungsstufe im System "versioniert" werden. Damit wird die bestehende Produkt-Variante im System "eingefroren" und kann nicht mehr verändert werden. Mit der nächsten Version des Produktes kann dieses für denselben Kunden weiterentwickelt werden oder für einen anderen Kunden abgeändert werden, ohne das bestehende Produkt zu ändern. Dadurch kommt es erstmals zu einer echten Transparenz der Produktkosten, zusätzlich zu einer tatsächlichen Revisionssicherheit.

Kann man also das zeitaufwändige Suchen, Nachfragen und Verwalten vergessen?

Ein riesiger Vorteil ist die zentrale Datenbank, in der alle Daten gespeichert werden. Darauf greifen autorisierte Mitarbeiter via Facton zu, das heißt, es gibt erstmals bei Entwicklungsprojekten eine Datenkonsistenz. Es entfällt das ressourcenaufwendige Suchen und Zusammentragen der dezentral und damit verstreut abgelegten Daten.

In welcher Zeitspanne lässt sich schon ein nachhaltiger Nutzen erzielen?

Der Return on Investment (ROI) bzw. die Amortisationszeit des Investments liegt erfahrungsgemäß in mittelständischen Unternehmen zwischen sechs bis maximal zwölf Monaten. Wichtig sind wie bei jedem Projekt eine klare Zieldefinition, was der Kunde wirklich benötigt, das Erstellen eines professionellen Pflichtenheftes, das profunde Projektmanagement und die zügige, konsequente und ebenso professionelle Umsetzung.

Wie sieht es mit den nach gelagerten Kosten für die Qualifizierung der Mitarbeiter aus?

Der Schulungsaufwand ist für die Benutzer aufgrund der einfachen und logischen Bedienbarkeit des Programms extrem kurz und beträgt für de Basisschulung nur zwei bis maximal drei Tage pro User, um mit dem Programm bereits professionell arbeiten zu können.

www.entercon.eu

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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