Magna Powertrain setzt auf Management-Cockpit

„Wir wollen weg vom Silodenken einzelner Abteilungen.“ - Björn Henß, Johnson Diversey GmbH & Co. OHG
In der Region Graz versucht das Unternehmen entsprechende Synergien zu nutzen. Zuvor sei etwa die Logistik der Standorte in Lannach und Ilz eher nach innen gerichtet gewesen. Das ERP-System wurde zwar genutzt, war jedoch nur für die Fahrzeugmontage optimiert, jedoch nicht für die Komponentenfertigung. Heute verbindet ein Transportmanagement Modul (TMM) die MPT-Standorte Lannach, Ilz und Albersdorf.
Auch Schnittstellen zu SAP und der Zollverwaltung sind längst implementiert. Somit haben die Spezialisten bei MPT jederzeit den Überblick, um die Transportprozesse optimal zu steuern. Die Vorteile liegen auf der Hand: So lässt sich etwa der Frachteinkauf über das Internet einfacher erledigen. "Alle Transporte werden vom System erfasst", sagt Johann Schnetzinger.
Dazu gehört eine systemgestützte Frachtrechnungsüberprüfung, ebenso wie eine nach dem Verursacherprinzip aufgegliederte Einzelfahrtbuchung - ein wichtiges Kriterium, um versteckte Kosten oder lückenhafte Prozesse frühzeitig zu identifizieren. "Gegebenfalls ermöglicht TMM auch die Weiterbelastung von Frachtkosten an Lieferanten, Kunden oder an die Transport- und Logistikdienstleister", bilanziert der Experte.
Nicht in jedem Fall muss es jedoch eine extrem aufwändige Lösung sein. Statt sich ein eigenes Kennzahlensystem zu recht zu rücken, plädieren Experten auch dafür, von den Erfahrungen anderer Unternehmen zu lernen. Neudeutsch etikettieren Experten das Abschauen von vergleichbaren Unternehmen in der Branche als "Benchmarking".
Wie standardisiert soll die Prozesslandschaft sein?
Unabhängig davon, für welche individuelle Methode sich das jeweilige Unternehmen entscheidet, ein allzu ausgeprägter Hang zum Perfektionismus sollte nicht die Oberhand gewinnen. "Der Hang zur IT-Standardisierung wird oftmals mit mehr Zentralisierung verwechselt" mahnt Björn Henß von Johnson Diversey.
Die Unternehmen sollten stattdessen also lieber das geschäftliche Ziel bei der Prozessmodellierung nicht aus den Augen verlieren. Im Idealfall definieren nicht unbedingt die IT- oder Logistikspezialisten allein den geschäftlichen Rahmen, sondern unterschiedliche Abteilungen erarbeiten ein gemeinsames Projekt bzw. Lösungskonzept. Dieses sollte von Vertrieb, Marketing, Produktion und Logistik mitgetragen werden, einschließlich der zwingend erforderlichen Rückendeckung seitens der Chefetage.
Denn nur aussagefähige Kennzahlen stellen die optimale Liefertreue her. Als Hemmschuh fungiert derzeit insbesondere die geringe Ausgangsqualität der Stammdaten im Berichtswesen. Sie steht einer vollständigen Transparenz bei der Optimierung der Lieferkette entgegen. Damit Kennzahlen in der Logistik kein unerreichbarer Wunschtraum bleiben, ist weniger oft mehr. Von anfänglich bis zu mehreren Dutzend in Frage kommenden Kennzahlen bleibt meist nur eine Handvoll übrig.
Eine Kennzahl ist eine Maßzahl, die zur Quantifizierung dient, und der eine Vorschrift zur quantitativen reproduzierbaren Messung einer Größe oder eines Zustandes oder Vorgangs zugrunde liegt.
Kennzahlen werden unter anderem eingesetzt, um Geschäftsprozesse messbar und damit verbesserungsfähig zu machen. Der Trend geht heute zu einer ganzheitlichen Betrachtung von harten und weichen Faktoren, auch als integriertes Kennzahlensystem bezeichnet.
Was Logistikkennzahlen leisten sollten
Lieferzeit: Beschreibt die Zeitspanne vom Eingang eines Kundenauftrags bis zum Anlieferungszeitpunkt beim Empfänger.
Liefertreue: Die Lieferung zur richtigen Zeit, in richtiger Qualität bereitzustellen.
Lieferfähigkeit: Gibt den Grad der Fähigkeit an, bei einer Kundenanfrage zum ersten Wunschtermin lieferbar zu sein.
Lieferflexibilität: Ergibt sich aus der Zeitspanne zwischen der letzten Möglichkeit zur Änderung eines Auftrags und dem Versandtermin.
Cash-to-Cash-Zeit: Beschreibt die Zeitspanne zwischen der eigenen Zahlung an den Zulieferer und dem Zahlungseingang vom Kunden.
www.supply-chain.org - Die Plattform offeriert praktische Hilfestellungen für Unternehmen gegen relativ niedrige Mitgliedsgebühren. Das professionelle Benchmarking dient zur besseren Standardisierung von individuellen Balanced-Scorecard-Modellen.



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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 