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IT-Lösungen f. d. Industrie

Logistik

Integrierte SAP-Infrastruktur für Logistik-Dienstleister

Heutzutage liefern Hersteller ihre Waren vielfach nicht mehr selbst aus, sie lassen liefern. Auftragsabwicklung und Transport legen sie in die Hände von Logistik-Dienstleistern. Eine Arbeitsgruppe der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V. hat untersucht, inwieweit die aktuelle Logistiklösung von SAP praxistauglich ist und wie sich die Informationsaufbereitung für das Transportmanagement noch verbessern lässt.

Matthias Martens

Bild: arvato Systems Technologies

Egal ob eine Ware wegen eines Motorschadens unplanmäßig umgeladen werden muss oder ein Fahrer ausfällt, der Disponent sollte in jedem Fall schnell reagieren. Das kann er am besten, wenn alle wichtigen Daten und Informationen bei ihm zusammenlaufen - in einer IT-Lösung, die den Logistikprozess vollständig abbildet und dabei unterschiedliche Datenquellen unterstützt. Ist das gewährleistet, kann der Planer zum Beispiel beim Wechsel des Spediteurs alle Daten des neuen Frachtführers binnen kurzer Zeit abrufen.

So hat er im Blick, ob die Ware wie vorgesehen umgeladen und der Transport im vorgegebenen Zeitfenster abgewickelt wird. Beim Austausch der Transportdaten betreiben die beteiligten Akteure allerdings oft unterschiedliche IT-Systeme oder erfassen Daten noch manuell. Wichtige Informationen bleiben dann schnell buchstäblich "auf der Strecke"

Informationen bündeln und zentral hinterlegen

Matthias Martens ist Sprecher der DSAG-Arbeitsgruppe Logistik-Dienstleister

Will ein Disponent das Risiko fehlender oder unvollständiger Informationen minimieren und damit die Gefahr eines Zeitverlustes verringern, sind zentral hinterlegte Daten in einer integrierten Unternehmenssoftware eine wichtige Voraussetzung. Diese Anforderungen in den Logistik-Anwendungen SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) und SAP Transportation Management (SAP TM) als Geschäftsprozesse abgebildet zu sehen, ist seit ihrer Gründung im Frühjahr 2008 das Ziel der Arbeitsgruppe Logistik-Dienstleister der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V.

"Grundsätzlich, sind beide SAP-Anwendungen funktional gut aufgestellt. Allerdings sollte eine Dispositionsmaske alle relevanten Prozesse auf einem einzigen Bildschirm abbilden. Alle benötigten Daten müssen auf einen Blick ersichtlich bzw. über nur wenige Mausklicks abrufbar sein", erläutert Margret Kappelhoff, Senior Project Manager bei arvato Systems Technologies GmbH. Eine entsprechende Darstellungsform ist wichtig, um alle benötigten Informationen aus unterschiedlichen Prozessen abzurufen bzw. schnell zu erfassen. Dazu zählen externe Daten von Herstellern oder Spediteuren ebenso wie die der eigenen Buchhaltung oder Lagerverwaltung. Zudem müsste über die einheitliche Oberfläche nicht zwischen verschiedenen Bildschirmmasken bei Dispositions- und Planungsprozessen hin- und hergewechselt werden.

Optimalerweise liegen dem Disponenten alle Informationen über Lagerkapazitäten, Einlagerungs- und Auslagerungsstrategien oder Warenein- und -ausgänge direkt vor, um die Aufträge prozessübergreifend einzuplanen. Wenn er im umgekehrten Fall einen neuen Auftrag erfasst, muss er Eckdaten wie Abhol- und Lieferadressen, Termine und Produktinformationen in die Lagerverwaltung einpflegen und prüfen, ob wie vereinbart kommissioniert werden kann. Danach lassen sich ein exakter Transportplan erstellen, die Kosten kalkulieren, Statusinformationen zum Auftrag bereitstellen und an die Kunden weiterleiten.

SAP-Anwender wollen Aufträge zwischenspeichern

Das DSAG-Gremium befasst sich momentan aber nicht nur mit den Möglichkeiten, eine Dispositionsmaske benutzerfreundlich zu gestalten. Auch einzelne Funktionen der Anwendungen stehen auf dem Prüfstand. "Die Arbeitsgruppe verzeichnet zahlreiche Rückmeldungen von Anwendern, dass in der aktuellen Lösung einzelne Prozessabschnitte in der Auftragserfassung nicht unabhängig voneinander bearbeitet und damit zwischengespeichert werden können", ergänzt Kappelhoff.

Der Arbeitsschritt ist aber unerlässlich, damit Disponenten die Transportaufträge kontinuierlich bearbeiten können. Pflegen sie doch fast täglich zusätzliche Informationen in das System ein. Sei es, weil die Daten aufgrund des Transportvorgangs erst nach und nach vorliegen, sei es aufgrund von außerplanmäßigen Zwischenfällen. Diese führen z. B. dazu, dass Aufträge mit Terminänderungen, neuen Frachtführern oder Transportrouten "versehen" werden müssen. Auch an Empfehlungen, wie die Korrekturen in die SAP-Lösungen aufgenommen werden können, arbeitet derzeit das DSAG-Gremium in Abstimmung mit SAP.

Andere Anforderungen wurden bereits umgesetzt und durchlaufen die Testphase. So konnte die Arbeitsgruppe unter anderem erreichen, dass die Auftragserfassung für die Verkehrsarten Land, Bahn, Luft und See in der aktuellen Version SAP TM 7.0 berücksichtigt wurde und so der Transport und das Umladen der Waren über alle Verkehrsträger hinweg zurückverfolgbar ist.

Schritt für Schritt wird auf diesem Weg erreicht, dass Planung und Logistik IT-gestützt mehr und mehr ineinandergreifen. Die Fachleute der DSAG sind davon überzeugt, dass die Verbesserungsvorschläge die SAP-Anwendungen für die Disponenten leistungsfähiger machen, indem alle wichtigen Daten zentral auf die Bedarfe zugeschnitten und maßgeschneidert vorgehalten werden.

www.dsag.de

DSAG-Arbeitsgruppe Logistik-Dienstleister

Seit über zehn Jahren unterstützt die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) e. V. ihre Mitglieder dabei, ihre IT-gestützten Geschäftsprozesse zu verbessern. Die Einflussnahme auf das SAP-Portfolio durch die konstruktive Zusammenarbeit mit SAP trägt dazu bei, bedarfsgerechte IT-Lösungen mitzugestalten.

Basis für das kooperative Miteinander sind die mehr als 150 nach Branchen, Technologien und Prozessen ausgerichteten DSAG-Arbeitsgruppen und -kreise. Dazu gehört seit dem Frühjahr 2008 auch die Arbeitsgruppe Logistik-Dienstleister, die seitdem mit mehr als 100 Mitgliedspersonen kontinuierlich Verbesserungsvorschläge erarbeitet und in den Entwicklungsprozess der neuen Logistikanwendungen von SAP einbringt.

 

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Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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