Dass die Beliebtheit von Multifunktionsgeräten (MFP) auch in wirtschaftlich mageren Jahren groß ist, zeigt eine kleine Umfrage bei renommierten Herstellern. Zwar hat die Wirtschaftskrise im gesamten Drucker-/Kopierer-/MFP-Markt deutliche Spuren hinterlassen (und laut dem Analysten Gartner weltweit für ein Minus von 20,2 % im ersten Halbjahr 2009 gesorgt), das MFP-Segment performt aber weit besser als erwartet.
"Der Gesamtmarkt an A4-MFP ist im ersten Halbjahr laut IDC um 55% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres gestiegen", betont Manfred Jonak, General Manager Printing Operations CEE bei Samsung Electronics, der sich zugleich über starke Stückzahlenzuwächse von Samsung freut.
Auch bei HP liegen MFP im österreichischen Druckermarkt klar im Trend, wie Christine Donner, Direktorin Imaging & Printing Group HP Österreich ausführt: "Sie helfen Unternehmen dabei, gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten kostengünstiger zu drucken. Auf Grund der technischen Weiterentwicklungen besteht die Möglichkeit, in vielen Betrieben die Druckumgebung nachhaltig zu optimieren."
Ähnlich argumentiert auch Peter Pech, Manager des Epson Branch Office Österreich: "Multifunktionale Geräte werden deutlich stärker nachgefragt als reine Drucksysteme. Gerade bei kleineren und mittleren Arbeitsgruppen wird sehr häufig ein Produkt gewählt, das neben dem Druck noch eine Reihe Zusatzfunktionen wie Fax oder Scan besitzt."
Einsatzbereiche

„Im Service-Bereich bevorzugen die Kunden derzeit Komplettlösungen. Hier zeichnet sich ein klarer Trend hin zu umfassenden Paketen ab.“ - Sabina Berloffa, Konica Minolta Business Solutions
Für Mag. Sabina Berloffa, Manager Marketing bei Konica Minolta Business Solutions GmbH, lässt sich insgesamt feststellen, "dass die Anforderungen der Kunden gestiegen sind. Das merkt man auch daran, dass mittlerweile großer Wert auf Sicherheitsfeatures gelegt wird. Im Service-Bereich bevorzugen die Kunden derzeit Komplettlösungen. Hier zeichnet sich ein klarer Trend hin zu umfassenden Paketen ab."
Und die Anwender? Brother hat in seiner "Printerumfrage 2008" über 7.000 deutschsprachige Anwender befragt. Dabei zeigte sich, dass trotz stärkerem Einsatz papierloser Kommunikationsmittel Papierausdrucke nicht weniger werden. So gaben 68% der befragten Angestellten an, häufig oder sehr häufig E-Mails zu drucken. Dies ist nach Textdokumenten der zweithäufigste Druckjob. Außerdem gaben 36% der befragten Angestellten an, häufig oder sehr häufig Webseiten auszudrucken.
Nach dieser Umfrage bevorzugen 72% der Angestellten ein Multifunktionsgerät direkt am Arbeitsplatz. 59% der Angestellten nutzen im Büro ein Druckgerät auf Tintenbasis, 64% einen Monochromdrucker und 43% ein Farblasergerät. 30% der beruflich genutzten Dokumente werden von Angestellten farbig, 70% schwarzweiß gedruckt. Automatische Scanfunktionen (Scan-to-E-Mail 36%, Scan-to-Folder 47%, Scan-to-PDF 53%) werden von Angestellten häufig oder sehr häufig genutzt. Die Direktdruckfunktion hingegen nur von 15%.
Farbe kommt

„Innerhalb einer Analyse-, Beratungs- und Optimierungs-Phase werden die Gesamtkosten für das Outputmanagement erheblich gesenkt.“ - Thomas Wegeler, Kyocera Mita Österreich
Ein Trend der sich auch durch unabhängige Markzahlen untermauern lässt: Laut IDC konnten laserbasierte Farb-MFPs im ersten Quartal 2009 weltweit sogar in einem abnehmenden Druckermarkt bestehen und gegenüber 2008 um 6% zulegen. Dominiert wird der Markt freilich von den preisgünstigeren und vornehmlich im SOHO-Segment angesiedelten Tintenmodellen: die Lasertechnologie kam in besagtem Quartal nur auf 19,2 % der verkauften Geräte. Marktführer war laut IDC bei Laser-MFPs in diesem Quartal HP vor Samsung und Brother. Auch in Österreich ist der Anteil an Farbsystemen steigend.
Druckumgebung optimieren
Geräte, die mehrere Funktionen in einem Gehäuse vereinen, bieten vielversprechende Möglichkeiten zur Straffung der peripheren Geräteflotte. "Die Möglichkeiten im Bereich Kostenreduktion und Kontrolle resultieren einerseits aus der Gerätekonsolidierung und andererseits aus dem Vorhandensein flexibler Preissysteme und dem Einsatz von Accounting Lösungen", erläutert Ulla Matheowitsch, Office Marketing, Xerox Austria GmbH.
"Multifunktionale Printer senken nicht nur die Hardwarekosten, sondern reduzieren auch die Zahl der Netzwerkverbindungen und den Aufwand für das Gerätemanagement. In Kombination mit Druckdienstleistungen wie HP Managed Print Services (MPS) können die gesamten Druckkosten im Unternehmen bis zu 30 % gesenkt werden", ist Christine Donner, HP, Überzeugt.
Für Ing. Roman Tippner, Marketingverantwortlicher bei Lexmark, unterscheiden sich MFP prinzipiell von traditionellen Ansätzen. Für ihn geht es bei dem Thema um eine ganzheitliche Betrachtung des Themas Dokumentenoutput: "Lexmark hilft dem Kunden nicht nur die bestehenden Seiten kostengünstiger zu produzieren, sondern vor allem auch die Gesamtanzahl der Seiten zu senken, die in einem Unternehmen gedruckt, kopiert und gefaxt werden." Tippner sieht ein Einsparungspotential von 20 bis 40% (!) der gesamten Outputkosten eines Unternehmens als erreichbar.
Auch Kyocera-Mita setzt den Fokus auf Outputlösungen- und Konzepte, die die Outputprozesse im Unternehmen optimieren. Kyocera bietet derzeit ein Programm an, dass sich Kyoconsult nennt. "Ziel von Kyoconsult ist es, volle Kostentransparenz bei allen Ausgabesystemen zu schaffen", sagt Thomas Wegeler, Vertriebsleiter Kyocera Mita Österreich. "Innerhalb einer Analyse-, Beratungs- und Optimierungs-Phase werden die Gesamtkosten für das Outputmanagement erheblich gesenkt." Unternehmen haben dann nur noch einen Partner für alle ihre Ausgabesysteme und können über alle Geräte hinweg mit einem einheitlichen Seitenpreis rechnen.
Bei Canon hat man dem Thema Effizienzsteigerung sogar eine europaweite Studie gewidmet, die zeigt, dass Strategien zur Produktivitätssteigerung der Mitarbeiter (60%) deutlich wichtiger sind als Kosteneinsparungen durch Personalabbau (30%). Ab Herbst möchte man hier mit den neuen ImageRunner Advance-Modellen nachstoßen. "Canon versteht die Herausforderungen der Kunden, was Effizienzsteigerung und Integration neuer IT-Investitionen in bestehende Systeme angeht. Neue Technologien wie Canons ImageRunner Advance-Plattform sind so ausgelegt, dass sie sich leicht in die Geschäftsprozesse unserer Kunden integrieren lässt", sagt Adam Gillbe, European Strategic Marketing Manager bei Canon Europe Business Solutions.
Welche Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage eine weltweite Allianz zwischen HP und Canon haben wird, die erst im September 2009 angekündigt wurde, muss vorerst offen bleiben. Sie soll die Vermarktung und den Vertrieb einer neue Palette von Office-Multifunktionssystemen forcieren und mit Devicemanagement-, IT-Integrations- und Office-Workflow-Fähigkeiten kombinieren.
Bedienung & Security

„Wir werden unsere bisherige Produktstrategie konsequent weiterverfolgen, mit einem besonderen Augenmerk auf optimale Workflow-Lösungen.“ - Christine Donner, HP Österreich
Bei Xerox setzt man schon länger auf eine eigene Softwareplattform - die Xerox Extensible Interface Platform (EIP) - für die Softwareentwickler webbasierte Applikationen entwickelt können. Die Anwendungen sind über das Touchscreen direkt am Gerät steuerbar. Die multifunktionalen Drucker sollen dadurch noch besser in Unternehmensprozesse eingebunden und an die Anforderungen der Anwender angepasst werden.
Auch der Sicherheitsbereich bieten viele Möglichkeiten an, die individuell nach den Unternehmensbedürfnissen ausgewählt werden können. Das reicht von der Fingerprint-Abfrage über das Freischalten des Druckes vor Ort mittels ID-Karte bis zur Verschlüsselung des Datenflusses mit Hilfe von IP- und Port-Filter, IPSec Protokoll und SSL-Verschlüsselung. Letzteres ist zum Beispiel mit den neuen e-Studio-Modellen von Toshiba TEC möglich.
"Green"-Printing
Die Kostenseite geht mit der Frage nach "grünem" Drucken Hand in Hand. Zwar wird sich das Credo von Roman Tippner, Lexmark: "Jede nicht gedruckte Seite hat positive Auswirkungen auf die Energiebilanz!" nur bis zu einem gewissen Umfang umsetzen lassen, aber wer durch beidseitiges Drucken (Duplex) den Seitenausstoß minimiert, spart ebenso wie durch den Einsatz neuer Geräte mit niedrigem Energieverbrauch. So hat man zum Beispiel bei Canon durch die Einführung der On-Demand-Fixiertechnologie den Stromverbrauch bei den Canon i-Sensy- und ImageRunner-Systemen deutlich gesenkt.
Laut Sabina Berloffa, Konica Minolta, hat sich der Green-IT-Aspekt mittlerweile zu einem klaren Muss entwickelt: "Denn immer häufiger beziehen die Kunden den Stromverbrauch von Printern in ihre Kaufentscheidung ein." Deshalb heben sich auch praktisch alle neu auf den Markt drängenden Modelle durch einen niedrigeren Energieverbrauch von ihren Vorgängerversionen deutlich ab.




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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 