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Thema: Telekom & Internet

Moderne TK-Lösungen beschleunigen die Geschäftsprozesse

Mit guten Verbindungen durch die Krise

Mobiles Breitband: Wachstum mit Grenzen

Am klassischen TK-Markt sind die Umsätze 2008 um 5,4 % zurückgegangen. Das geht aus dem Kommunikationsbericht der RTR GmbH hervor. Sprachdienste gehen massiv zurück, nicht zuletzt, weil durch VoIP Sprache zunehmend als Datenpaket unterwegs ist. Auch die Mobiltelefonie verliert leicht trotz steigender Verkehrswerte und die Breitbandumsätze brechen bei steigenden Verkehrwerten gleich um 13 % ein. Die Ausnahme ist mobiles Breitband, das auch bei der Zahl der Anschlüsse zunehmend DSL und Kabel verdrängt (siehe Grafik). Die Entwicklung Richtung Substitution des leitungsgebundenen Internets hat aber klare Grenzen. Denn jenseits von 5 GB Datenvolumen pro Monat sind die Produktionskosten bei mobilem Breitband nicht mehr konkurrenzfähig, meinen Experten.

Dazu Taga: "Man muss zwischen Business und Konsumenten unterscheiden. Im Geschäftsleben war und ist mobiles Breitband praktisch immer komplementär. Bei den Konsumenten gibt es zwei Gruppen: Für jene die nur surfen wollen, ist mobiles Breitband ausreichend, aber die jugendliche Internetgeneration erwartet sich interaktive Dienste, hohes Downloadvolumen und Streaming-Dienste. Die BBC bietet bereits alle Programme als Videostream über das Internet an. In HD-Qualität bedeutet das ein Gigabyte Datenverkehr pro Stunde. Für solche User kann mobiles Breitband nur eine Ergänzung zum Festnetz sein."

Die Schlacht ums schnellste Netz

Mobiles Breitband verdrängt bei der Zahl der Anschlüsse zunehmend DSL und Kabel (Quelle: RTR GmbH)

In puncto Speed haben derzeit die Kabelnetzbetreiber die Nase vorn. Das hat den physikalischen Grund, dass es bei Kupferleitungen deutlich mehr Streuverlust als bei Koaxialkabeln gibt. UPC bietet schon jetzt in bestimmten Regionen 100 Mbit/s an. In Sachen Glasfasernetzausbau ist Österreich vor allem im Vergleich mit den neuen EU-Ländern ein Entwicklungsland. Im Herbst will die Telekom Austria nun aber doch loslegen.

Wegen der "Bedarfsexplosion", erklärt TA-Technikvorstand Walter Goldenits: "Die Datenwelt wird immer mächtiger, der Verkehr in unseren Netzen verdoppelt sich jährlich. Und mit IP-Telefonie wird auch Voice zunehmend zu einer Service-Applikation im Datenuniversum." Im Rahmen von Pilotprojekten sollen zunächst 150.000 Haushalte mit Glasfaser-Breitband versorgt werden. Die ersten Testmärkte, die mit 100 Mbit/s versorgt werden sollen, sind Villach, Klagenfurt und der 15. und 19. Bezirk in Wien sowie Teile Niederösterreichs und Salzburg. Im Endausbau, geplant in vier Jahren, sollen dann vor allem auch im Breitband-unterversorgten ländlichen Raum 750.000 Haushalte an das "Next Generation Network" (NGN) angeschlossen sein.

Um "Investitionssicherheit" zu haben, fordert Goldenits nun eine rasche Regulierung des Glasfasermarktes in Österreich und der EU. Im Klartext geht es um die Preise für Wholesale-Angebote. Die TA ist verpflichtet, die Leitungen auch alternativen Anbietern zur Verfügung zu stellen. Insgesamt will die TA für den Glasfaserausbau bis zum Endkunden in den nächsten Jahren eine Mrd. Euro in die Hand nehmen. Zuwenig für eine flächendeckende Versorgung in ganz Österreich, räumt Goldenits ein, aber man bekomme eben auch keine öffentlichen Förderungen, um einen gemeinwirtschaftlichen Versorgungsauftrag zu erfüllen und finde auch keine Partner, die sich österreichweit beteiligen würden. Die Alternativen sehen das freilich anders. "Die Problematik des Fibre-Sharing wäre mit ein paar Zettel zu lösen", moniert Tele2-Geschäftsführer Alfred Pufitsch, aber die TA sehe das Wholesale-Geschäft nach wie vor als wichtige Einnahmequelle.

Mobile Leistungsexplosion

Speed ist auch bei Mobilnetzen derzeit wieder ein heißes Thema. Next Generation Mobile Networks (NGMN), auch 3,9G-Netze genannt, basieren auf der HSPA-Nachfolgetechnologie LTE (Long Term Evolution). Bei ersten Feldtests konnten Datenraten bis zu 150 Mbit/s erreicht werden. T-Mobile hat vor kurzem in Innsbruck das europaweit größte NGMN-Testnetz mit 60 Funkzellen eingerichtet. Für die kommerzielle Ausrollung der neuen Technologie bedarf es allerdings einer regulatorischen Vorleistung, der so genannten "Digitalen Dividende". Gemeint ist die Umwidmung von Rundfunk-Frequenzen Richtung Mobilfunk. In Deutschland steht die entsprechende Frequenzvergabe bereits kurz bevor.

„Große Effizienzgewinne versprechen die immer zahlreicheren mobilen Prozess- und Branchenlösungen.“ - Georg Lankmayr, Inset

"Wenn die Digitale Dividende kommt, dann gibt es in Deutschland mit LTE schon nächstes Jahr die Möglichkeit, rurale Gebiete mit 15 Mbit/s-Mobilbreitband zu versorgen", so Taga. T-Mobile-Österreich-Chef Robert Chvátal drängt auch hierzulande auf eine schnelle politische Willensbildung. Taga ist da allerdings nicht sehr optimistisch: "In Österreich sind Lizenzierungen noch in weiter Ferne. NGMN wird daher noch ein paar Jahre auf sich warten lassen."

Mobilität als neuer Workstyle

Die rasante Entwicklung mobiler Übertragungstechnologien und die immer höhere Leistungsfähigkeit der Endgeräte in puncto Displaygröße, Performance und Speicher schafft die Basis für viele neue Anwendungen. "Jetzt geht es erst richtig los", ist Georg Obermeier, Chef von T-Systems Österreich überzeugt. "Auf lange Sicht werden sich die mobilen Endgeräte aufgrund ihrer großen Benutzerfreundlichkeit durchsetzen. Wenn ich nur ein, zwei Tage auf Dienstreise bin, nehme ich gar kein Notebook mehr mit, da reicht mir mein Blackberry und mein iPhone - mit dem kann man auch E-Mail-Attachments sehr gut lesen."

"Für viele ist es essentiell, auch unterwegs ihre Kollaborationswerkzeuge griffbereit zu haben", meint Achim Kaspar, General Manager Cisco Österreich. Cisco hat seine "WebEx" Internetkonferenz-Lösung für iPhone, Blackberry und mehrere Smartphones von Nokia und Samsung verfügbar gemacht. Anwender können damit von unterwegs an virtuellen Web-Konferenzen teilnehmen, die Teilnehmerlisten und gezeigten Dokumente einsehen und aktiv mit den anderen sprechen und chatten. Für das iPhone ist die Anwendung kostenlos in Apples "AppStore" herunterzuladen.

In puncto Servicequalität orientiert sich der Mobilmarkt zunehmend an klassischen IT-Dienstleistungen. Marktführer mobilkom bietet seinen Business-Kunden seit kurzem vertraglich garantierte Service Levels in drei Abstufungen für Support und Entstörung. "Jeder verantwortungsvolle IT Leiter wird sich in Zukunft nicht nur über die Absicherung seiner IT-Lösungen Gedanken machen, sondern auch über die Mobilfunk-Services. Unsere SLAs geben Unternehmen zusätzliche Sicherheit", sagt mobilkom-Vorstand Hannes Ametsreiter.

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Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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