Die 100-prozentige Tochter der SPAR Österreichische Warenhandels-AG weist eine starke Markenorientierung auf und erwirtschaftet damit einen jährlichen Umsatz von über 381 Mio. Euro. Maßgeblichen Anteil an dem Unternehmenserfolg hat die Expansion nach Osteuropa.
Thin Clients beschleunigen Expansion
Die über 2.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählende Hervis Sports betreibt insgesamt über 125 Filialen. Seit 2002 wurden davon rund 60 an außerösterreichischen Standorten eröffnet, darunter Ungarn, Tschechien, Slowenien, Kroatien und Rumänien. Um die rasch fortschreitende Expansion informationstechnisch abzubilden und die neu entstandenen IT-Arbeitsplätze bei minimalem Personaleinsatz pflegen zu können, entschied sich Hervis Sports zu einer Neuausrichtung der Desktop-Strategie.
"Anstelle wartungs- und supportintensiver Arbeitsplatz-PCs führen wir an unseren internationalen Standorten seit 2006 systematisch und ausschließlich Thin Clients ein, die wir von unserer Zentrale in Salzburg fernadministrieren", erklärt Marcus Pichler, der als Systems Architect bei Spar die Hervis Sport- und Modegesellschaft m.b.H betreut. "Mit dieser Maßnahme vermeiden wir in unseren neuen Filialen zum einen den hohen Aufwand zur Verwaltung von PC-Images mit diversen Ländereinstellungen, zum anderen die zeitaufwendigen Servicefälle, die bei PCs typischerweise aufgrund defekter Lüfter und Festplatten oder häufigen Chipsatzänderungen auftreten."
Offline-fähige Kassenlösung...
Hervis Sports hatte sich bereits 2004 entschieden, den internationalen Filialen ausschließlich Anwendungen bereitzustellen, die zentral im Salzburger Rechenzentrum laufen. Passend zu dieser Server Based Computing-Infrastruktur versieht Hervis Sports neu eröffnete Geschäftsstellen seit 2006 konsequent mit Thin Clients.Veraltete Endgeräte an bestehenden Standorten werden sukzessive ersetzt. Damit die Expansion tatsächlich mit dem bestehenden IT-Team erfolgen konnte, musste Marcus Pichler auch eine wartungsarme, aber trotzdem hoch verfügbare Kassenlösung finden. Aufgrund der teils eingeschränkten Verbindungsqualität in einigen osteuropäischen Ländern musste die Kasse auch ohne Verbindung zu den zentralen Servern funktionieren. Eine zweite Anforderung war die Fiskalisierung, sprich die Abnahme der Lösung durch die lokalen Fiskalbehörden. Da die ursprünglich eingeführten Thin Clients die technischen Anforderungen nicht erfüllen konnten, führte Marcus Pichler eine Evaluation verschiedener aktueller Thin Clients durch. "Es stellte sich heraus, dass der deutsche Hersteller Igel Technology als einziger Anbieter ein Modell im Portfolio hatte, das unseren Ansprüchen genügte."
...mit Igel erstmals realisiert und fiskalisiert
Der ausgewählte Thin Client der Serie Igel XP Premium besitzt als eine der wesentlichen Voraussetzungen zwei serielle Schnittstellen für Bon-Drucker und EC-Kartenleser. Daneben besitzt das Gerät auch zwei Videoausgänge, über die einerseits ein Kassentouchscreen (DVI und USB) und andererseits ein LCD-Display (VGA) für die Kunden angeschlossen sind. Der Handscanner sitzt an einer weiteren USB-Schnittstelle. Für Administrationszwecke kann ebenfalls per USB auch eine optionale Tastatur angeschlossen werden.
Den Clou der offline-fähigen Kassenlösung bildet jedoch die Möglichkeit, die Kassensoftware lokal auf einer 4 GB Compact Flash-Karte zu speichern und diese mittels PCMCIA- oder PCI-Adapter am Igel Thin Client zu betreiben. "Auf diese Weise arbeitet die Software unabhängig von der Datenverbindung zum Rechenzentrum", erklärt Marcus Pichler. "Die Kassendaten werden jeweils über das lokale Netzwerk an einen kleinen Linux-Server weitergeleitet, der die Daten gegebenenfalls solange zwischenspeichert, bis die Verbindung zur Zentrale wiederhergestellt ist".
Die Abnahme durch die Fiskalbehörden in Ungarn und Rumänien verlief ohne Probleme. "Das System ist in beiden Ländern fiskalisiert. Häufige Neuanträge und die damit verbundenen Kosten für die Abnahme brauchen wir nicht zu fürchten, da das System in dieser Form stabil läuft und Systemänderungen im Gegensatz zu den früheren PC-Lösungen äußerst selten sind."
Für einen generellen Herstellerwechsel zu Igel sprach außerdem die Tatsache, dass der deutsche Thin Client-Spezialist in der Lage ist, die bestehenden Endgeräte eines nicht mehr existenten Herstellers mit einer speziellen Firmware zu aktualisieren. "Damit besteht für uns die Möglichkeit, unsere 300 älteren Thin Clients funktionell aufzuwerten und über die Managementlösung von Igel einheitlich fernzuadministrieren", berichtet Marcus Pichler.
Die im Lieferumfang der Igel Thin Clients enthaltene Igel Remote Management Suite bezeichnet Marcus Pichler als branchenführend. An den darin offerierten Funktionalitäten schätzt der Systems Architect insbesondere die Werkzeuge zur Erstellung, Zuordnung und Verwaltung von Profilen. "Mittels Snapshots können wir Einstellungen eines bestimmten Thin Clients sehr schnell auf andere übertragen. Dabei lassen sich allgemeingültige Einstellungen auch sehr einfach mit spezifischen Profilen kombinieren, beispielsweise wenn es um die Bildschirmauflösung geht, oder um die Konfiguration für einen zweiten Monitor. Außerdem können wir uns remote auf den Thin Client eines Anwenders aufschalten, um damit den Support aus der Ferne zu betreiben."





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8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 