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Netz & Telekom

Interview mit Michael Gruber, schoeller network control

Unstrukturierte Daten virtualisieren

Aufgrund des ungebremsten Zuwachses an unstrukturierten Daten in den Unternehmen wird effiziente und kostenoptimierte File-Virtualisierung immer wichtiger. Lösungen in diesem Bereich beruhen meist auf Software, nun gibt es auch ein leistungsfähiges Hardware basiertes Produkt.

Acopias Freedom Fabric Operating System läuft auf einer eigens entwickelten Hardware (ASIC), die einen besonders schnellen, hochverfügbaren FileVirtualisierungs-Dienst ermöglicht (Bild: schoeller network control)

Schoeller network control Geschäftsführer Michael Gruber ist für sein Unternehmen regelmäßig auf der Suche nach interessanten Lösungen: "Seit etwa eineinhalb Jahren haben wir Produkte des amerikanischen Anbieters F5 networks für die File-Virtualisierung in Datenspeichern im Portfolio. Jetzt verspüren wir dafür vermehrt Nachfrage, da sich mit dieser innovativen Lösung erhebliche Speicherkosten einsparen lassen." Im Gegensatz zu den leichter zu behandelnden strukturierten Daten in Datenbanken, ist diese Lösung für die besonders anwachsenden unstrukturierten Daten (Files) in Unternehmen geeignet.

Durch die Übernahme des File Virtualisierungs-Spezialisten Acopia Networks im August 2007 erreichte F5 einen Sprung in der Leistungsfähigkeit der Geräte: "Während viele andere Produkte in diesem Bereich auf Software basieren und daher keine solchen Verbesserungen ermöglichen, steht mit F5 ARX eine Hardware basierte Lösung zur Verfügung."

Acopias Freedom Fabric Operating System läuft auf einer eigens entwickelten Hardware (ASIC), die einen besonders schnellen, hochverfügbaren File-Virtualisierungs-Dienst ermöglicht. Während die übliche SAN Virtualisierung mit Blöcken arbeitet, greift die Aciopia-Lösung direkt auf die Files zu. "Die Lösung ist herstellerunabhängig für Datenspeicher mit NFS und/oder CIFS einsetzbar und bietet Funktionen zu Data Migration, Storage Load Balancing, Storage Tiering und Data Replication."

Vereinfachte Struktur

Schoeller-network- control-Geschäftsführer Michael Gruber freut sich, mit F5 ARX eine hardwarebasierte Lösung zur File- Virtualisierung unstrukturierter Daten im Portfolio zu haben. (Bild: schoeller network control)

Speicher-Umgebungen sind häufig eine komplexe Anordnung verschiedener Plattformen mit unterschiedlichen File- und Betriebssystemen, was nicht selten zu mehreren isolierten Insellösungen führt. Zudem steigt ständig der Bedarf an Speicherkapazitäten sowie an Hochverfügbarkeit. Diese und noch weitere Faktoren ergeben eine Spirale steigender Management-, Investitions- und Wartungskosten.

"Die Einführung einer intelligenten hardwarebasierten File Virtualisierungslösung kann diese Spirale durchbrechen, indem die Komplexität der Infrastruktur vereinfacht wird, und z.B. heterogene Speicher zusammen genutzt werden können. Intelligentes File Management erspart zudem ständige Erweiterungen teurer Speicherkapazitäten", weiß Gruber.

IDC spricht in seinen Untersuchungen von möglichen Einsparungen bei der Speicherkapazität und den Backup-Kosten von 50-80%, bei der Dauer von Daten-Migrationen gar von bis zu 90%. "Daten-Migrationen sind ganz ohne Unterbrechung des Zugriffs möglich, die Mitarbeiter finden ihre Daten zu jedem Zeitpunkt." Die automatisch lernende Virtualisierungs-Ebene erspart also komplexe Mappings zwischen den Nutzern und der physischen File Location.

Intelligente Lastverteilung

"Gerade bei datenintensiven Anwendungen z.B. im GIS-Bereich ist es wichtig, die verfügbaren Rechner optimal auszulasten und keine Engpässe zu erzeugen", erläutert Gruber das Prinzip des Load Balancing. Durch die Integration der Virtualisierungsebene ist es möglich, Daten zwischen mehreren Speichern aufzuteilen. Die ARX Komponenten entscheiden aufgrund flexibler Vorschriften, auf welchem Speicher welche Files abgelegt werden. Dadurch können einzelne Speicher ohne Unterbrechung der Produktivität auch für Wartungszwecke außer Betrieb genommen werden.

"Unsere Erfahrung zeigt, dass bis zu 80% der unstrukturierten Daten nicht auf teuren Speicherplätzen liegen muss, da die Daten nur selten gebraucht werden", weist Gruber auf ein weiteres Einsparungspotenzial hin. Durch sogenanntes Storage Tiering werden die Daten je nach Wichtigkeit auf unterschiedlich teure Speicherumgebungen abgelegt. Statistiken zeigen auch, dass häufig alte Daten auf teuren Speichern liegen, dort mehrfach gespiegelt sind und täglich gesichert werden, obwohl diese Daten (z.B. PDF, WAV, usw.) niemand mehr braucht oder sie nicht verändert werden. "Wird auf ein alt gewordenes File zugegriffen und eine Änderung durchgeführt, wandert dieses automatisch wieder auf den schneller zugreifbaren Speicherplatz", so Gruber

Durch das starke Interesse am Einsparungspotenzial der Virtualisierung bemerkt Gruber auch einen wachsenden Bedarf an Beratung: "Viele Kunden sind verunsichert, was sich denn nun in ihrem Unternehmen alles sinnvoll virtualisieren lässt. Eine Über-Virtualisierung kann nämlich letztlich wieder zu Engpässen führen, die man vielleicht auch vorher schon hatte. Daher bieten wir im Vorfeld eines Virtualisierungsprojekts grundsätzlich eine eingehende Beratung an." Als Zielgruppe für die Lösung gelten vor allem Großunternehmen und Banken mit großen unstrukturierten Datenmengen. Für Gruber ist dies aber auch ein weiterer Schritt in den Speicher-Bereich, der auch in Zukunft noch einige Herausforderungen für Unternehmen bereithalten wird.

www.schoeller.at
www.f5.com

network control forum 2009
schoeller network control startet mit drei neuen Partnern in den Herbst, die auch auf dem network control forum 2009 am 7. Oktober in Wien vertreten sein werden.

Bei den neuen Partnern handelt es sich um die Unternehmen OpNet, Riverbed und IT-Novum:

OpNet ist für seine Tools für Network Engineering, Operations and Planning und für seine Network und Application Performance Management Solution bekannt. OpNet stellt am network control forum 2009 das Produkt ACE Live VMon vor, mit dem die Application-Performance in VMware-Systemen analysiert werden kann.

Riverbed auf ist Application Acceleration spezialisiert und unterstützt die Optimierung von IT-Zentralisierungs-Projekten. Dazu zählen Backup- und Server-Konsolidierung, die Zurverfügungstellung von lokalen Applikationen in VMware Containern und ein interessantes Monitoring-Konzept.

IT-Novum adressiert aufsetzend auf Nagios den Open-Source Markt im Bereich Netzwerk-und System-Monitoring bis hin zu Business Performance Monitoring.

Das diesjährige network control forum findet am 7.Oktober 2009 im Palais Daun-Kinsky (Freyung 4, 1010 Wien) statt. Mit dabei sein werden folgende Lieferanten mit Top-News aus den Bereichen Analyse/Optimierung und Sicherheit: F5, OpNet, Riverbed, NetOptics, IT-Novum, ISS (IBM), McAfee, RSA, Juniper, Check Point.

Am Vormittag finden zwei parallel laufende Seminar-Sessions statt: "Network Troubleshooting mit Wireshark" und "Certified Ethical Hacker" sowie der Workshop: "WAN-Optimierung hautnah erleben" bzw. wird "Data Loss Prevention" anhand von Beispielen aus der Praxis erläutert. Nach der Mittagspause folgen Fachvorträge der oben genannten Unternehmen.

Weitere Informationen zum Forum unter www.schoeller.at/Forum2009.html

 

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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