Aus Sicht von T-Mobile wird die Bedeutung, die mobiles Breitband vor allem im ländlichen Raum für die flächendeckende Versorgung mit qualitativ hochwertigen, schnellen und leistungsfähigen Telekommunikations-Dienstleistungen einnehmen kann, in der öffentlichen und politischen Debatte bisher vernachlässigt.
Bereits heute bestehende technische Potenziale, die einen raschen und auch kostengünstigen Ausbau von Breitbandinfrastruktur ermöglichen könnten, würden derzeit nicht gehoben.
„Die gegenwärtige Tendenz in der öffentlichen Diskussion, auf die Versorgung mit Glasfaser zu fokussieren, ist zu kurz gegriffen, will man Breitband im ländlichen Raum ohne staatliche Förderung erschwinglich machen“, so DI Robert Chvátal, Vorsitzender der Geschäftsführung T-Mobile Austria, heute bei einem Pressegespräch mit o.Univ.Prof. Dr. Heinrich Otruba von der Wirtschaftsuniversität Wien.
Durch eine Zuweisung der durch die Digitalisierung von Rundfunk und Fernsehen frei werdenden Frequenzen – auch ‚Digitale Dividende‘ genannt – an den Mobilfunk, könnten Breitbanddienste rasch zur Verfügung gestellt werden. „Voraussetzung dafür ist eine schnelle politische Willensbildung“, so Chvátal weiter. Denn mobile Breitbandnetze können in diesem Frequenznutzungsbereich um 50% - 70% kostengünstiger errichtet werden als unter Verwendung des derzeitigen Spektrums.
„Internationale Studien und Vergleiche zeigen, dass die höchsten gesamtgesellschaftlichen Nutzenzuwächse bei den Frequenzen zwischen 790-862 MHz bei einer Nutzung durch den Mobilfunk erreicht werden“, erläuterte Prof. Otruba.
„Wichtig ist die Wahl eines geeigneten Vergabeverfahrens und -design sowie der Zeitpunkt der Vergabe, je früher, umso besser“, so Otruba zu der gesamtwirtschaftlichen Perspektive.
„Der Wettbewerb im Mobilfunk wird in Zukunft nicht mehr über Infrastruktur, sondern über diverse mobile Applikationen laufen“, prognostiziert Robert Chvátal. Um diesen Applikationswettbewerb zu fördern und damit mehr Services für die Endkonsumenten bieten zu können, fordert T-Mobile von Seiten der Regulierungsbehörde die Möglichkeit, einzelne Netzelemente mit anderen Mobilfunkern teilen zu können.
Dieses so genannte „Networksharing“ hat darüber hinaus einen positiven Umweltaspekt: Durch die mögliche Verringerung physisch benötigter Antennenanlagen kommt es zu einer Reduktion des Landschafts- und Energieverbrauchs. Der volkswirtschaftliche Effekt dabei: „Durch Networksharing wird die flächendeckende Breitbandversorgung, vor allem des ländlichen Raums, zusätzlich begünstigt“, so Otruba. „Die Regulierung sollte hier dem derzeitigen Stand der Technik angepasst werden.“



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Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 