Demnach stieg im vergangen Jahr der Druck auf IT-Entscheider in diesem Bereich erheblich an. Gründe waren die ansteigenden Kosten für Ausfallzeiten und strengere Service-Vorgaben (SLAs). Gerade in virtuellen Umgebungen besteht dringender Handlungsbedarf beim Implementieren und Testen der Notfallpläne.
Der geschätzte Schaden, der durch Ausfallzeiten verursacht wird, belief sich nach Ergebnissen der Studie in Deutschland im Schnitt auf rund 500 Euro pro Stunde. Eine abgestürzte Datenbank verschlingt alle 60 Minuten sogar 1.750 Euro. Um einen kritischen Vorfall komplett zu beseitigen, mussten die befragten IT-Leiter weltweit durchschnittlich 287 600 Dollar ausgeben. In dieser Summe sind neben dem Ausfall des Systems auch Implementierung und Ausführung eines angemessenen Notfallplans enthalten.
In Deutschland lag der Mittelwert mit rund 500.000 Dollar fast doppelt so hoch. Länder wie die USA und Japan gaben bis zu einer Million Dollar in Branchen wie dem Finanzsektor aus. Vor diesem Hintergrund können Ausfälle in eine wirtschaftliche Katastrophe münden. Ein Grund, weshalb immer mehr Unternehmen frühzeitig das Top Management in die Planungen einbeziehen: In 67 % aller Disaster Recovery Arbeitsgruppen sitzen neben IT-Mitarbeitern auch CIOs, CTOs oder IT-Direktoren am Tisch. Das Thema ist damit auch in den Führungsetagen der Unternehmen angekommen.
Der finanzielle Spielraum hat sich für viele IT-Administratoren erweitert: Die Studie zeigt für 2009 steigende Budgets für das Disaster Recovery. Allerdings werden die finanziellen Mittel aller Voraussicht nach in den kommenden Jahren nicht weiter zunehmen. Die Verantwortlichen müssen also in Zukunft mit gleichen Mitteln auskommen. Lediglich in Deutschland blicken IT-Entscheider optimistischer in die Zukunft. Hier rechnen zwei Drittel aller Befragten auch künftig mit steigenden Mitteln. Aber auch hierzulande überwiegt die Sorge, Kundendaten und eigene Umsätze durch Ausfälle zu gefährden.
Etwa ein Drittel aller Unternehmen weltweit gab an, in virtuellen Umgebungen keinerlei Backup-Strategie zu folgen. Auch personelle Engpässe und ein zu kleines Budget machten IT-Administratoren im Zusammenhang mit virtuellen Maschinen das Leben schwer. Wohl auch deshalb gaben rund 64 % aller Befragten an, ihren Disaster Recovery Plan im Hinblick auf die verwendeten Virtualisierungslösungen in den kommenden Monaten noch einmal ausführlich überarbeiten zu wollen. In Deutschland wollen rund 81 % der Studien-Teilnehmer noch einmal ihre Prozesse verbessern.
Für den „2009 Disaster Recovery Research Report“ wurden im Juni dieses Jahres 1650 IT-Leiter und Sicherheitsexperten aus mittelständischen und großen Unternehmen durch das unabhängige Unternehmen Applied Research West befragt. Die internationale Studie wurde in 24 Ländern in Amerika, Europa, dem Mittleren Osten, Asien und Südamerika durchgeführt.


1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 