Fortbildung der Lehrer

Als Leiter der Abteilung Informations- technologie im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bmukk) laufen bei Robert Kristöfl die Fäden der vielfältigen schulischen IT-Initiativen zusammen.
Die klassisch seminaristische Lehrerfortbildung habe in zweierlei Hinsicht einen Paradigmenwechsel erlebt: Die externen Seminare werden durch schulinterne Schulentwicklungsprogramme und Coachingphasen ersetzt und die Präsenzveranstaltungen weichen einem Blended learning-Konzept, das Elemente von Präsenz- und virtuellen Phasen (Online-Arbeit) vereint. Hier setzen die aktuellen FutureLearning-Methoden an. Lehrkräfte sollen in Zukunft auch die Möglichkeit haben, sich zusätzlich zum gewohnten Angebotsportfolio mit reinen Online-Seminaren zu bilden: sowohl an der Pädagogischen Universität als auch im Rahmen von Bundesseminaren. Konzepte und Inhalte kommen - qualitätsgesichert, modular, systematisch abgestimmt, laufend aktualisiert - aus einem gemeinsamen Pool.
Lernplattformen
Mit dem zentralen Betrieb der Lernplattform edumoodle durch das bmukk und der Serviceleistung von eLISA-Austria steht allen Schulstandorten eine Moodle-Instanz kostenlos zur Verfügung. Es hat sich gezeigt, dass derartige Angebote von den Schulstandorten in hohem Maße nachgefragt werden. In Vorarlberg und im Burgenland gibt es ähnliche Erfolge mit den Lernplattformen ILIAS und dotLRN. In Summe sind in Österreich 1200 Schulstandorte für Angebote zentraler Lernplattformen gebucht. "Der große Erfolg motiviert uns auch in diesem Bereich zur Weiterarbeit, soweit es die finanziellen Rahmenbedingungen erlauben", erläutert Kristöfl. Mit der Aufnahme von Erweiterungen wie einem ePortfolio-Modul oder Prüfungserstellungs- und Auswertungssystemen ist eine selbständige Arbeit mit diesen Lernplattformen gut möglich.
Ziel der e-Contentinitiative wiederum ist es, laut dem e-Content-Masterplan (bmukk, 2007) bis Ende 2010 rund die Hälfte der Arbeiten in allen Gegenständen (und Lernfeldern) mit eLearning-Materialien zu begleiten. Das Ministerium beteiligt sich dazu etwa an thematischen Content-Projekten wie COSMOS, dessen Grundidee darin besteht, wissenschaftliche Unterlagen (Bildungsszenarios, Unterrichtsgestaltung, kollaborative Projekte mit artverwandten Inhalten) für die Bereiche Astronomie, Physik leicht über ein Projektportal zugänglich zu machen.
Im Rahmen einer eigenen Open Source Initiative wird versucht, das "Zwei-IT-Welten-Postulat" umzusetzen: Jeder Schüler soll im Rahmen des Unterrichtsgeschehens beide EDV-Welten kennenlernen. Gute Beispiele sind der "desk-top4education" des Steirischen Open Source Teams oder die Exabis-Moodle-ePortfolio-Erweiterung zur Nutzung der Plattform Moodle für die Anlage von personenbezogenen Leistungsmappen, die auch auf einen USB-Stick exportiert werden können. "In Zusammenarbeit mit der Firma Novell/SUSE, SUN und freien Gruppen soll die Nutzung von Open Source Produkten ausgebaut werden", schließt Kristöfl.



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 