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Interview mit Robert Kristöfl und Christian Dorninger, bmukk

Lernen mit IT

In Österreichs Schulen haben Internet und PC Einzug gehalten. Eine Vielzahl von Projekten soll Schüler auf die Nutzung dieser Kommunikationsmittel optimal vorbereiten, berichten im MONITOR-Interview Robert Kristöfl und Christian Dorninger von der IT-Lenkungsgruppe des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (bmukk).

Etwa 10% der Schulen nutzen derzeit das vom bmukk zur Verfügung gestellte Open Source Software Paket

"Es ist oft gar nicht einfach, mit den hohen Erwartungen und Ansprüchen der Jugendlichen im Bezug auf digitale Medien mithalten zu können. Wenn man einmal eine Antwort schuldig bleibt, dann wird das gleich negativ registriert", berichtet Dorninger aus seinem schulischen Alltag. Die Lehrer an den im IT-Bereich aktiven Schulen unterstützten sich aber mit Rat und Tat und bei den regelmäßigen Treffen. "Dieses Lehrer-Netwerk ist ganz zentral für die Verbreitung der IT-Nutzung an den Schulen und funktioniert ohne besonderen finanziellen Aufwand durch den Idealismus der beteiligten Lehrer, die sich auf fünf bis sechs jährlichen Treffen über ihre Erfahrungen austauschen können", unterstreicht Dorninger den freiwilligen Charakter der Initiativen.

Als Leiter der Abteilung Informationstechnologie im bmukk laufen bei Robert Kristöfl die Fäden der vielfältigen schulischen IT-Initiativen zusammen. "Wir haben hier 2001 mit dem eFit-Program begonnen und etwa 200 Initiativen ins Leben gerufen, die teils langfristig weitergeführt werden." 2007 startete dann das dreistufige IT-Umsetzungsprojekt "Futurelearning", das in der nun laufenden zweiten Phase mit adaptierten Zielsetzungen weitergeführt wird. 200 Schulen sind derzeit in der Initiative aktiv, die sich ausweiten soll: "Nun gilt es vermehrt auch die bisher nicht aktiven Schulen in den Prozess einzubeziehen und ihnen die Wichtigkeit des Umgangs mit diesen Medien zu verdeutlichen", weiß Kristöfl um die kommenden Herausforderungen.

Das Ressort ist mit diesem Ziel weiterhin aufgerufen, verstärkt Rahmenverträge und Public-Private-Partnerships mit der Wirtschaft abschließen, um die für die für die Umsetzung der FutureLearning-Strategie benötigte Hardware und Software über schulweite Rahmenverträge kostengünstig zur Verfügung stellen zu können. Stolz sei man jedenfalls darauf, im Verhältnis zu den Schülerzahlen bereits die meisten Notebook-Klassen in Europa vorweisen zu können. "Wir kämpfen in der derzeit so angespannten wirtschaftlichen Situation allerdings auch mit dem Ausfall von Sponsoren, die die uns oft schon seit vielen Jahren unterstützt haben", gibt Kristöfl einen Einblick in die angespannte Lage.

Gamebased Learning

Christian Dorninger, Geschäftsführer der IT-Lenkungsgruppe des bmukk, weiß um die teils hohen Erwartungen der Schüler im Hinblick auf die IT-Kompetenz der Lehrer.

Seit eineinhalb Jahren hat man den Bereich des "Gamebased Learning" erschlossen, der auf internationalen Konferenzen wie auch bei den Schülern auf größtes Interesse stößt. "Wir wollen die Schüler natürlich nicht zu Computerspielern erziehen, sondern Lernspiele als pädagogische Plattformen nutzen", erläutert Kristöfl.

Bei entsprechenden Projekten müssten die Schüler konkrete "Produkte" entwickeln: "Wir setzen diese Lernspiele derzeit an zehn Schulen ein und wollen die Anzahl demnächst verdoppeln", ergänzt Dorninger. Die Schüler müssen dabei Szenen beschreiben und können diese dann mit digitalen Figuren (Avatare) in kurze Digitalfilme umsetzen. "Wir erleben, dass die Schüler dadurch sehr motiviert an neue Lerninhalte herangehen und sich diese auch gut einprägen", so Dorninger. Im Rahmen des EU-Projekts COLLAGE wurde mit Unterstützung mobiler IT-Technologie (u.a. Mobiltelefone, PDA's und GPS Technologie) Möglichkeiten dieses Lernansatzes erprobt und evaluiert.

So erstellten beispielsweise je eine Schule aus Griechenland und aus Österreich ein Lernspiel mit mobilen Computeranwendungen. Die Schulen präsentieren dabei zwei archäologischen Orte: der Minoische Palast von Knossos und das antike Carnuntum. Informationen, Szenen und Fotos wurden gesammelt und für Quizfragen verwendet, die die Schüler dazu bringen, über das Gelände zu wandern, Wege zu erkunden, Rätsel zu lösen und sich mit den Gegebenheiten der Anlage vertraut zu machen. Das Spiel wurde auf die COLLAGE-Plattform geladen und steht damit allen zur Verfügung. Jede Schule kann teilnehmen, die Antworten, Anmerkungen und Texte werden auf der Plattform gespeichert und stehen für die Reflexion und Diskussion nach dem Spiel zur Verfügung

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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