Zehn Prozent der im Rahmen der Studie "IKT-Standort Wien im Vergleich Wien" (2008 von KMU-Forschung Austria und Fraunhofer Institut veröffentlicht) befragten IT-Unternehmen in der Vienna Region, die neben der Bundeshauptstadt auch die Bundesländer Niederösterreich und Burgenland umfasst, haben angegeben, dass sie im Bereich IT-Security tätig sind. Dabei handele es sich, so die Studienautoren, um das am meisten genannte IT-Technologiefeld, das sich enger eingrenzen lasse.
Stärkefeld Sicherheitstechnologien
"Die rasche Durchdringung aller Lebensbereiche mit Informationstechnologie erhöht die Notwendigkeit, dass IT-Systeme die Eigenschaft der Vertrauenswürdigkeit aufweisen", heißt es auf der Website des Impulsprogramms FIT-IT. Zwar seien die technologischen Herausforderungen groß, allerdings liege in diesem Bereich auch ein entsprechend hohes wirtschaftliches Potenzial, "etwa in den Bereichen rund um Chip- und SIM-Karten, die bei eingeschränkten Energieressourcen geeignete Sicherungsverfahren benötigen. Auf diesen Gebieten sind österreichische Industrieunternehmen bereits heute führend".
Die allgemeine Marktentwicklung ist in diesem Bereich von einer hohen Wettbewerbsintensität geprägt, die zu einer Marktbereinigung führen wird. Trotz einsetzender Konzentrationsprozesse bleibt der Markt interessant, da das Thema Sicherheit vor allem bei den KMU noch gar nicht angekommen ist.
Am Standort Wien gibt es eine Vielzahl von Unternehmen, die sich mit dem Thema Informationssicherheit beschäftigen. Genaue Zahlen existieren nicht, die Schätzungen schwanken aber zwischen 350 und 800 Unternehmen, womit die meisten Firmen dieses Bereichs ihren Sitz in Wien haben. Die Gründe sind einerseits im Ausbildungsangebot (zum Beispiel an der FH Technikum Wien), andererseits in der Nähe zu großen Unternehmen zu sehen, die die Bedeutung des Themas Sicherheit bereits erkannt haben.
So verfügt der Standort Wien mittlerweile über eine Vielzahl kompetenter Unternehmen in Sachen Informationssicherheit. Mit der Ikarus Security Software GmbH verfügt der Standort Wien über einen der weltweit ersten Antivirenhersteller und Anbieter von Security-Lösungen.
Die Frage, ob es sich dabei um ein Stärkefeld handelt, ist schwer zu beantworten. In der IKT-Studie kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass das Thema Sicherheitstechnologien in anderen Vergleichsstädten ebenfalls hoch gehandelt werde, teilweise noch höher.
Stärkefeld E-Government
Beim Thema EG-overnment führt Österreich nicht nur diverse europäische Rankings an, sondern schaffte als erstes Land eine 100%ige Serviceabdeckung bei den vom Berater Cap Gemini untersuchten Dienstleistungsbereichen.
Bei vielen der in diesem Bereich tätigen Organisationen handelt es sich allerdings um keine privaten Unternehmen, sondern um öffentliche Einrichtungen. Und von den Unternehmen beschäftigen sich einige nur am Rande mit dem Thema E-Government.
Zu unterscheiden sind daher kommunale Anbieter von E-Government-Lösungen und Anbieter von E-Government-Lösungen, deren Kunden dann aus dem Bereich der öffentlichen Hand kommen. Während die Gemeinden mit kleineren Anbietern zusammenarbeiten und von diesen nicht nur die Software geliefert bekommen, sondern auch entsprechende Serviceleistungen, beauftragen Bund und Länder in der Regel große Unternehmen. Eine besondere Rolle spielt das Bundesrechenzentrum, das Lösungen im E-Government-Bereich nicht nur entwickelt, sondern sie auch selbst vermarktet, womit die öffentliche Hand zum Markteilnehmer wird.
Zwar hat der Großteil der Unternehmen, die E-Government-Lösungen anbieten, seinen Sitz in Wien. Vor allem für die KMU ist es aber schwer, sich auf dem Markt zu behaupten, denn die öffentlichen Institutionen haben aus Kosten- und Interoperabilitätsgründen ein Interesse an einheitlichen Lösungen. Die Autoren der IKT-Studie halten als ihr Fazit fest, "dass die österreichische E-Governmentstärke (und auch jene von Wien) sich vor allem aus dem Nachfragebereich, sprich der Nutzung und Implementierung von E-Governmentlösungen ergeben dürfte". Der Produzentenmarkt von E-Governmentlösungen ist in ihren Augen eher klein.




7/2011
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Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 