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IKT in Wien

Wirtschafts- und Finanzkrise machen sich bemerkbar

Risikokapital in Österreich

Weltweit erfolgreiche IKT-Standorte wie etwa Silicon Valley haben eine erhebliche Anziehungskraft für Investoren, die auf der Suche nach innovativen Unternehmen mit einem hohen Wachstumspotenzial sind. Im Vergleich zu anderen Ländern ist der Markt für Venture Capital und Private Equity (VC/PE) noch nicht sehr weit entwickelt.

Investments und Fundraising (in Mio. Euro; Quelle: EVCA/AVCO)

Zwar konnten in den letzten Jahren beachtliche Wachstumssteigerungen erzielt werden, aber die Wirtschafts- und Finanzkrise könnte dieses Wachstum erst einmal stoppen.

Im Jahr 2008 wurden von österreichischen Private Equity- und Venture Capital- Fonds insgesamt 231 Mio. Euro an privatem Wachstumskapital in 89 kleine und mittlere Unternehmen investiert, was einem Rückgang von 10 % entspricht.

Die Investitionen in IKT-Startups gehen in Österreich aber nicht erst seit der Finanzkrise zurück. Während 2006 noch knapp 31 % der Investitionen in diesen Bereich gingen, waren es 2007 nur mehr knapp 5 %. Ein Jahr betrug der Anteil der Bereiche "Computer and consumer electronics" und "Communications" dann immerhin wieder gut 23 %. Durch die Umstellung in der Darstellungsweise lassen sich die Jahre nicht direkt miteinander vergleichen. Eine Aufschlüsselung nach Bundesländern ist derzeit leider nicht möglich, insofern haben die gesamtösterreichischen Zahlen auch nur eine begrenzte Aussagekraft für den Standort Wien.

Der Aufrechterhaltung der Investitionstätigkeit steht ein massiver, jedoch nicht unerwarteter Einbruch mehr als 46 % beim Fundraising, dem Aufbringen frischer Fondsmittel für zukünftige Beteiligungsinvestitionen, in der Höhe von 230 Mio. Euro gegenüber.

Zusätzlich zu der internationalen Finanzkrise werden die heimischen Kapitalgeber vom Fehlen gesetzlicher Rahmenbedingungen für Investitionen in heimische KMU hart getroffen. Und so ist zu befürchten, dass in Zukunft das Kapital nicht nur um Österreich herum fließt, sondern dass auch heimisches privates VC/PE-Kapital in ausländische Finanzplätze abfließt, wo die Anforderungen an international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen erfüllt sind.

Geld verdienen lässt sich derzeit mit den Investments nur schwer. Mit einem Rückgang der Exits um 43 % gegenüber dem Vorjahr wurde mit 120 Mio. Euro wieder der Stand von 2005 erreicht.

Experten vermuten, dass sich der VC/PE-Markt in Österreich erst in etwa zwei Jahren wieder erholen wird. Damit ist Österreich aber nicht alleine, denn VC/PE haben weltweit mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Nur ist das Pflänzchen hier noch besonders klein.

www.avco.at

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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