"Wir starteten als sehr technisch orientiertes Beratungsunternehmen im Oracle-Umfeld und haben heute fünf wirtschaftlich ausgerichtete Schwerpunktbereiche", blickt Lankes in die Unternehmensgeschichte zurück. Etwa 40% des Umsatzes werde durch individuelle Entwicklungen im Java- und .NET-Umfeld generiert. Weiteres Standbein sind "Managed Services", etwa der Betrieb von Datenbanken. "Wir sind seit Anfang an aktiv im Betrieb von Oracle-Datenbanken und in der Wartung entsprechender Applikationen."
Ein neuerer Bereich betrifft Lösungen für Business Intelligence (BI). Hier wird von den ETL-Prozessen über das Daten Modellieren und Reporting Plattformen bis hin zum Corporate Performance Management die gesamte Bandbreite angeboten.
Für diese drei Kernbereiche war auch die Übernahme der Wiener Delphi Software strategisch interessant: War das Unternehmen doch seit über 15 Jahren im österreichischen IT-Markt als Dienstleister mit den Schwerpunkten Data Warehouse, BI sowie Microsoft .NET-Entwicklung tätig. Im Zuge der Übernahme wurde Delphi-Geschäftsführer Wolfgang Laaber am Unternehmen beteiligt und übernahm die Gesamtverantwortung für den Vertrieb in Österreich. Michael Bauer bleibt weiter Niederlassungsleiter Wien des gemeinsamen Standorts im Millennium Tower.
Weitere Geschäftsfelder sind Trainings und neuerdings auch "Business Communications". "Etwa 25% unserer Kunden sind Banken, aber mit unseren 650 Kunden sind wir sehr breit aufgestellt", erläutert der CEO. Die Aufgaben reichen dabei von reiner Beratung bis zu mehrjährigen Großprojekten.
Technisches Wissen wichtig
Zwar spüre man heuer auch die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit, das erste Quartal sei aber sehr positiv ausgefallen. "Es werden sicher noch einige Herausforderungen aus den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf uns zukommen. Aber die Firmen stoßen beim Sparen schnell an Grenzen und brauchen dann fundiertes Wissen, um grundlegende Prozesse völlig neu aufzustellen", weiß Lankes.
Das Unternehmen richtet sich nun verstärkt auch auf die wirtschaftlichen Herausforderungen der Unternehmen aus, baut dabei aber auf sein breites technologisches Know-how und seine Lösungs- und Integrationskompetenz. "Die jahrelange Auseinandersetzung mit den Kerntechnologien Oracle, Microsoft, IBM und Open Source sowie die laufende Arbeit des eigenen Technologiezentrums und unsere Herstellerneutralität verschaffen uns eine gute Position!" So werde auf die Suche nach bestqualifizierten Mitarbeitern und deren laufende Fortbildung höchstes Augenmerk gelegt. Und gerade im Technologiezentrum würden neue strategische Wissensgebiete erlernt und z. B. neue Software-Releases auf ihre Funktionalitäten geprüft.
Da heute immer mehr IT-Prozesse kritisch für das Geschäft sind, wachse die Bedeutung einer gut funktionierenden IT-Infrastruktur. "Heute werden Konkurse auch durch eine nicht adäquate IT beschleunigt. So sind etwa größere IT-Umstellungen oder Zusammenführungen von IT-Landschaften nach Unternehmensübernahmen nicht trivial und erfordern viel Erfahrung", weiß Lankes. Der derzeit zunehmende wirtschaftliche Druck führe teils auch dazu, dass IT-Systeme nicht mehr richtig funktionieren. "Da wird etwa eine gezielte Kapazitätsplanung zentral für die problemlose Fortführung der Geschäfte. Gleichzeitig gilt es stärker denn je, den Nutzen von IT-Investitionen genau belegen zu können."
Nicht zuletzt rückt auch das Thema der Lizenzkosten mehr in den Fokus der Unternehmen: "Individuell erstellte Software wird heute nach genauen Standards entwickelt und ist daher viel besser wartbar als früher. Da muss man sich im Einzelfall ansehen, welche Lösung besser in das Unternehmen passt", warnt der CEO vor zu großen und unpassenden Standard-Applikationen. Die IT sei heute einfach noch nicht so weit, um ohne profunde Kenntnisse die gewünschten Resultate liefern zu können. "Während die Firmen heuer sicher vor allem ihre IT-Kosten senken wollen, wachsen gleichzeitig die gesetzlichen Anforderungen. Das gilt es im Auge zu behalten, um nicht plötzlich mit nicht gesetzeskonformen Lösungen dazustehen."
Mehr Wissen über das Geschäft
Um ihre Märkte und Kunden noch besser bearbeiten zu können, setzen Unternehmen heute vermehrt BI-Werkzeuge ein. "Es dauert etwa im Umfeld von ERP-Lösungen oft sehr lange, bis sich erste Erfolge mit BI-Projekten einstellen. Da ist es meist sinnvoll, mit kleinen Werkzeugen zu beginnen." Zentral sei natürlich die Qualität der Daten, aber auch eine genaue Planung der gewünschten Auswertungen ist hilfreich. "Wir sehen uns auch in diesem Bereich als Vermittler zwischen den Bedürfnissen der Nutzer und den IT-Technikern. Denn das Verständnis der Anforderungen und eine gute Kommunikation sind nicht nur in BI-Projekten entscheidend für den Erfolg", erläutert Lankes.
Durch den Kauf von Delphi Software sei man in Wien auf dieses Thema besonders gut vorbereitet. "Die Qualität unserer Dienstleistungen und unsere Kundenstruktur sind ein solides Fundament. Damit können wir die wirtschaftlich schwierigeren Zeiten ein wenig gelassener angehen. Ich denke aber, dass die Investitionen in die IT bald wieder anziehen werden und wir unseren Mitarbeiterstand in den nächsten Jahren kontinuierlich ausbauen können", sieht Lankes optimistisch in eine arbeitsreiche Zukunft.




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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 