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Netz & Telekom

Interview mit Robert Rothe, eleven Netzwerktechnologien

Punkten mit IT-Sicherheit

Interview mit Robert Rothe, Gründer und Geschäftsführer der eleven Netzwerktechnologien mbH in Berlin.

Robert Rothe, Gründer und Geschäftsführer der eleven Netzwerk- technologien mbH in Berlin.

Robert Rothe ist ein "Serienunternehmer" und gründete schon während seiner Schulzeit sein erstes IT-Unternehmen. 1994 folgte dann Interactive Networx. Mit "SNAFU" startete er den ersten kommerziellen Internetzugang für Privatpersonen in Deutschland. 1998 verkaufte er das erfolgreiche Unternehmen an den US-amerikanischen Internet-Carrier PSINet. Jetzt bereitet er mit dem 2001 gegründeten E-Mail-Sicherheitsspezialisten eleven das Terrain für die internationale Markterschließung.

Ihr Unternehmen gehört zu den Gewinnern in den Top 100 Europe Awards der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift RedHerring. Was bedeutet es für Sie, als erster deutscher E-Mail-Sicherheitsspezialist zur innovativen europäischen IT-Elite zu gehören?

Der Preis ist für uns Anerkennung und Bestätigung, mit unserer selbst entwickelten Technologie eine Lösung zu bieten, die Unternehmen jeder Größe Antworten auf ihre zentralen E-Mail-Sicherheitsbedürfnisse gibt. Die Auszeichnung als erster deutscher E-Mail-Sicherheitsspezialist bestätigt unsere weltweite Technologieführerschaft auf diesem Gebiet. Aber die Anerkennung durch die Red-Herring-Jury ist auch für mich persönlich eine Bestätigung, dass wir mit dem eingeschlagenen Weg Recht hatten.

Als wir Ende 2001 starteten, waren Spam und E-Mail-Sicherheit in der öffentlichen Diskussion noch kein Thema. Unsere Einschätzung, dass die E-Mail-Kommunikation und vor allem Spam in den folgenden Jahren zur wichtigsten Bedrohung der IT-Sicherheit werden würden, hat sich - leider - ebenso bewahrheitet wie meine Überzeugung, dass es einen wachsenden Markt für E-Mail-Sicherheit "Made in Germany" geben würde.

Die Google Deutschland GmbH hat vor kurzem in der Kategorie IT-Security auf der Cebit den Preis der Initiative IT-Mittelstand (www.imittelstand.de) mit seiner Google Message Security erhalten. Wie stehen Sie dazu?

Mir ist unbegreiflich, wie es dazu kommen konnte, dass gerade Google von einer deutschen Mittelstandsinitiative im Bereich IT-Security ausgezeichnet wird. Dabei ist das Sammeln und Nutzen von Daten Kern der Geschäftstätigkeit des Unternehmens und unverzichtbar für den Erfolg seiner Aktivitäten in den Berichten Suchmaschinentechnologie und Online-Marketing. Insbesondere vor dem Hintergrund der Bedeutung, die der Datenschutz insbesondere für deutsche Mittelständler besitzt, ist eine solche Entscheidung vollkommen unverständlich.

Hat ein im Vergleich zu Google relativ kleiner deutscher Spezialist in der E-Mail-Sicherheit überhaupt eine Chance, auf dem internationalen Parkett zu bestehen?

Ja, denn das entscheidende sind die Qualität der Technologie und die Kundenorientierung. Mit dem Fokus auf den Schutz der E-Mail-Infrastruktur und die Sicherstellung geschäftsrelevanter E-Mail-Kommunikation zu jedem Zeitpunkt bietet eleven Lösungen für die wichtigsten E-Mail-Sicherheitsaufgaben, mit denen sich Unternehmen jeder Größe heute konfrontiert sehen. Letztlich kommt es auf die Qualität und Zuverlässigkeit der Lösung an, nicht auf die Größe des Anbieters.

Worin besteht denn das spezifische Know-how von eleven?

Gängige Anti-Spam-Lösungen haben den Nachteil, nicht oder wenig skalierbar zu sein und reaktiv zu arbeiten. Hinzu kommt die hohe Rate an False Positives. Unser Verfahren prüft den Charakter von Spam auf seine zentrale Eigenschaft, nämlich massenhaft verbreitet zu werden. Wir haben deshalb ein eigenes Verfahren entwickelt, das gleiche, aber ausreichend ähnliche E-Mails identifiziert und so zuverlässig feststellt, ob es sich um eine Massenaussendung handelt. Wir können dadurch unseren Unternehmenskunden hervorragende Erkennungsraten bieten, ohne dass diese im Gegenzug hohe False Positives in Kauf nehmen müssen. Zudem ist eXpurgate in der Lage, mehr als 5.000 E-Mails pro Sekunde zu verarbeiten. Für ausgefeilte E-Mail-Sicherheitslösungen besteht mehr denn je ein hoher Bedarf, um die Integrität des gesamten elektronischen Briefverkehrs abzusichern.

Mit welchen Argumenten überzeugen Sie denn ihre Kunden noch?

Im Mittelpunkt stehen die Technologie und ihre Vorteile gegenüber anderen Ansätzen und Verfahren, also der verfahrensbedingte Ausschluss von False Positives bei geschäftsrelevanten E-Mails, die zuverlässige Spam-Erkennung und die hohe Leistungsfähigkeit der Lösung.

Ein wesentliches Plus liegt auch beim Support: Während internationale Anbieter gerade ihre deutschen Kunden oft mit ihren Problemen allein lassen, bieten wir einen fachkundigen und vor allem deutschsprachigen Support an, der nicht nur während der deutschen Geschäftszeiten jederzeit erreichbar ist.

Ein weiterer Wettbewerbsvorteil ist, dass wir regionale Bedrohungsmuster etwa in Deutschland bzw. der DACH-Region erheblich schneller erkennen als beispielsweise die großen amerikanischen Mitbewerber.

Sie investieren derzeit erheblich in den Aufbau eines international aufgestellten Vertriebs - unter anderem auch in Österreich?

Österreich ist als Teil der DACH-Region einer unserer Kernmärkte. Wir halten derzeit intensiv Ausschau nach geeigneten Vertriebspartnern in der Schweiz und in Österreich. Wir wollen hier mit starken lokalen Partnern arbeiten, die den Markt und die Bedürfnisse österreichischer Unternehmen genau kennen. Wir sehen gerade in unserem Kernmarkt in den Nachbarländern noch erhebliches Potenzial.

Welche Pläne sind generell bei der weiteren Internationalisierung angedacht?

Wir sind im vergangenen Herbst mit einem eigenem Vertriebsteam in den USA gestartet. Unser Ziel ist es, eleven als wesentlichen Anbieter von E-Mail-Sicherheitslösungen speziell für ISPs und Carrier zu positionieren. Hier eine starke Marktposition zu erreichen und in der Folge zu festigen, ist unser wichtigstes Ziel im internationalen Geschäft für die nächsten zwölf Monate. Darüber hinaus sind wir auch im asiatisch-pazifischen Raum ebenfalls im ISP- und Carrier-Segment aktiv. Unternehmen suchen weltweit nach zuverlässigen Lösungen, auch um langfristig Kosten zu sparen.

Wozu raten Sie denn IT-Gründern in der jetzigen Situation?

Die Gründer sollten vor allem auf die Risiken aufmerksam gemacht werden, die in jeder neuen Idee stecken. Oftmals werden diese ausgeblendet. Wir benötigen sicherlich mehr Gründergeist. Leider ist gerade bei uns das Scheitern einer Innovation oft mit dem persönlichen Scheitern für den Gründer verbunden. Wenn Sie in Deutschland scheitern, dann bekommt der Gründer nicht mal mehr ein Konto bei einer Bank. Bei dem Hype um die Selbstständigkeit sollten also die existenziellen Risiken nicht vergessen werden. Gerade in einer derart tief greifenden wirtschaftlichen Krise darf man nicht vorschnell dazu raten, sich selbstständig zu machen.

Das Unternehmen

Das 2001 gegründete Unternehmen eleven Gesellschaft zur Entwicklung und Vermarktung von Netzwerktechnologien mbH mit Hauptsitz in Berlin hat sich auf E-Mail-Sicherheitslösungen spezialisiert sowie Dienstleistungen im Carrier- und ISP-Segment.

Das Flaggschiff des Unternehmens stellt die Technologie eXpurgate dar, ein Spam-Filter und E-Mail-Kategorisierungsdienst, der das Ziel verfolgt, die geschäftsrelevante E-Mail-Kommunikation sicherzustellen, zuverlässig vor Spam- und Phishing-E-Mails zu schützen, potenziell gefährliche E-Mails zu erkennen und darüber hinaus zwischen individuellen Nachrichten und jeglicher Art von Massen-E-Mails zu unterscheiden.

Nach Angaben des Unternehmens nutzen weltweit mehr als 30.000 Kunden jeder Größe den eXpurgate Dienst. Täglich werden mehr als 1 Mrd. E-Mails von eXpurgate geprüft und kategorisiert. Zu den Kunden gehören neben Internet Service Providern und Telekommunikationsdienstleistern wie T-Online, O2, Vodafone und freenet zahlreiche namhafte Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

www.eleven.de

 

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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