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Green IT

Grüne IT-Stategien

Blühende Geschäfte

Um Firmen zu helfen, dafür die richtigen Hebel zu finden, hat die Experton-Group ein speziell für die Krise maßgeschneidertes Vorgehensmodell entwickelt, das Maßnahmen priorisiert, die eine schnelle Reduktion von Betriebskosten versprechen. Das Modell berücksichtigt Verschlankungs- und Effizienzpotenziale im Rechenzentrum und im Office-Bereich, aber auch den Beitrag, den IT zur Straffung und Ökologisierung der Geschäftsprozesse beitragen kann (siehe Grafik).

Green IT - Vorgehensmodell (Quelle: Experton Group AG)

Virtualisierung ist Pflicht

Ob sie wollen oder nicht, viele IT-Manager sind derzeit aufgrund von Budgetkürzungen und Sparvorgaben zu einer Verschlankung des IT-Betriebs gezwungen. Im Rechenzentrum lauten die dazu passenden Schlagworte Virtualisierung und Konsolidierung. Während Server-Virtualisierung auch im Mittelstand bereits Mainstream ist, ist Storage-Virtualisierung einer aktuellen Umfrage der Experton-Group unter deutschen Unternehmen zufolge noch nicht ganz so verbreitet. Schwab erwartet aber, "dass dieses Thema in den nächsten 12 bis 24 Monaten trotz Krise aktiv adressiert wird."

Zweck von Virtualisierung ist, die Kapazität der Hardwareressourcen optimal zu nutzen und damit die Zahl der eingesetzten Server- und Speichersysteme sowie gegebenenfalls auch die Zahl der Rechenzentrumsstandorte zu reduzieren. Der Fortschritt der Virtualisierungstechnologie hat auch den Großrechnern ein überraschendes Comeback beschert. Gegenüber verteilten Server-Infrastrukturen lassen sich mit den Mainframes Strom, Platz und Verwaltungskosten sparen.

Ob Mainframe, Blades oder Rackserver - Dezentralisierung ist im Rechenzentrumsbereich Schnee von gestern. Die größten Hersteller exerzieren es selbst vor. HP hat die interne IT, die auf 85 Standorte verteilt war, in sechs großen Rechenzentren konsolidiert und damit nach eigenen Angaben 60 % Energie eingespart. Ähnliches passierte bei IBM. Dort spricht man sogar von 80 % Energiekostensenkung. Als kostenwirksame Sofortmaßnahme eignen sich Standort-Konsolidierungen aber nur bedingt, relativiert Schwab: "Der einfache Umsiedelung von IT-Equipment ist meist nicht ohne weiteres möglich. Hierzu muss das zentrale Rechenzentrum zunächst vorbereitet und optimiert sowie zusätzlich auch der IT-Betrieb angepasst werden."

Virtuelle Umgebungen reduzieren meist auch den Administrationsaufwand erheblich - ein zusätzliches Einsparungspotenzial. Bei der Kalkulation der Migrationskosten ist allerdings Vorsicht geboten. Auch wenn Virtualisierungssoftware inzwischen einen hohen Reifegrad besitzt, wird es nur in seltenen Fällen fehlerfrei gelingen, Anwendungen einfach eins zu eins in eine virtualisierte Umgebung zu portieren. Meistens sind viele Detailanpassungen notwendig, die man vorher kaum genau identifizieren und vom Aufwand her schwer abschätzen kann. Oft kommen Rechenzentrumsbetreiber auch nicht umhin, dafür einen externen Dienstleister beizuziehen. Wird eine neue Hardwareplattform angeschafft, dann muss bei der Beschaffung der reale Energieverbrauch der Geräte ein wesentliches Entscheidungskriterium sein. Dabei sollte man sich am besten nur auf eigene Messungen an Testgeräten verlassen. Denn es gibt im Serverbereich nach wie vor keine objektiv vergleichbaren Herstellerangaben zum Energieverbrauch.

Kühlung ist Hauptfaktor

„Die IT hat eine Schlüsselposition innerhalb grüner Unternehmens- strategien besetzt.“ - Andreas Zeitler, Symantec

Bei der Optimierung des Rechenzentrums sollte man sich allerdings nicht sofort auf die IT-Infrastruktur stürzen. Der größte Einzelfaktor in Sachen Energieverbrauch ist nämlich mit 45 % die Klimatechnik (Grafik), und dort können oft mit einfachen Ansätzen und geringem Aufwand deutliche Einsparungen erzielt werden.

Der Stromverbrauch der IT-Ausrüstung selbst ist dagegen nur für 30 % der Energiekosten verantwortlich. Der dritte große Brocken ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) mit 18 %. USV-Anlagen der neuesten Generation haben einen deutlich verbesserten Wirkungsgrad über ein breiteres Auslastungsspektrum hinweg. Es ist daher in jedem Fall empfehlenswert, die Wirtschaftlichkeit einer Neuanschaffung zu prüfen. Einigermaßen diffizil ist die Entscheidung, ob eine batteriegepufferte oder eine rotationsmassengepufferte USV eingesetzt werden soll. Für Rotationslösungen spricht der deutlich höhere Wirkungsgrad, da praktisch nur die Reibungsverluste in den Kugellagern eine Rolle spielen. Sie bieten allerdings nur kurze Überbrückungszeiten von höchstens 30 Sekunden. Deshalb müssen die Notstromaggregate ständig auf Temperatur gehalten werden, damit sie sofort voll angefahren werden können.

Für die viel stärker verbreitete Batterie-Pufferung spricht die lange Überbrückungszeit von bis zu 30 Minuten. Andererseits ist der Wirkungsgrad schlechter und die Herstellung und Entsorgung der Batterien ist ökologisch problematisch. "Rotationslösungen stellen dann eine reale Lösung dar, wenn die Wärmeenergie zum Vorheizen der Notstromaggregate durch Abwärme aus der IT oder der Produktion bereitgestellt werden kann", konstatiert Schwab. Insgesamt beziffert die Experton-Group das mögliche Einsparungspotenzial im Rechenzentrum mit 10 bis 35 % der Energie- und 5 bis 20 % der Hardware-Administrationskosten.

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Green IT

Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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Dunja Koelwel

Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. ..mehr..

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