Dieser zeit- und ortsgekoppelte virtuelle Notizzettel ist eine Entwicklung der Johannes Kepler Universität Linz, von Siemens Corporate Technology Deutschland, Ars Electronica Futurelab und unit-IT. Vertrieben wird es jetzt über die Siemens AG Österreich-Tochter unit-IT. Als SAP-Spezialist und Competence-Center für mobile IT-Lösungen möchte man damit neue Möglichkeiten etwa im Verkaufs- und Servicebereich eröffnen.
Digital Graffiti ist ein Client-Server System, das Nachrichten mit Positionsdaten verknüpft und an einen Server sendet, wobei die Positionierung wahlweise mit GPS, WLAN oder RFID erfolgen kann. Die Datenübertragung ist TCP/IP basiert und kann jeweils über WLAN, GPRS, UMTS oder HSDPA durchgeführt werden.
Mit Digital Graffiti ist es möglich, ortsgebundene Nachrichten in übersichtlicher, vereinfachter Darstellung zu positionieren, die – ähnlich wie bei einem Anrufbeantworter – am Ort des Geschehens abgerufen werden können, z.B. vom Außendienst mit mobilen Devices, wobei vor allem auch Bilder hinterlegt werden können („Beweisfotos)“. Der Provider für diese Lösung kann entweder ein öffentlicher Provider sein oder ein geschlossenes System, je nach Kundenanforderung.
Die Lösung verfügt darüber hinaus über Spezialfunktionen, wie z.B. ein Verfallsdatum, wobei eine Nachricht nach einer vorgegebenen Zeit gelöscht wird, jedoch bei Bedarf – über Serverzugriff – wieder aufgerufen werden kann (z.B. bei Verspätungen). Der Vorteil liegt in der Smartness der Lösung, die nicht nur statische Infos einblendet, sondern die Bildrealität mit Digital Graffiti Informationen ortsbezogen und kontextabhängig überlegt werden kann. Eine weitere Besonderheit sind die verschiedensten Darstellungsarten der digitalen Graffitis, die mit allen handelsüblichen Geräten funktionieren.
Im öffentlichen Bereich ist der Einsatz als virtuelles Verkehrszeichen oder als Anzeigetafel in Verkehrsmitteln oder Haltestellen für Lokalisierungs- und Anschlussverbindungs-Anzeigen möglich. Besonders auch in der Touristik und im Ausstellungbereich bieten sich zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, um z.B. digitale Botschaften an Sehenswürdigkeiten oder Bauwerke „zu heften“, die über Handy abgerufen werden können oder auch der Einsatz in Museen.
Karl-Heinz Täubel, Geschäftsführer von unit-IT, fasst die Vorteile zusammen: „Mit Digital Graffiti können wir Kunden und Interessenten eine zentral wart- und reparierbare Lösung, die vor allem an bestehende Systeme leicht angebunden werden kann, anbieten. Damit haben wir auch die Möglichkeit, unsere Kunden in der SAP und non-SAP Welt in eine ganz neue Dimension der Informationsmobilisierung zu führen.“
Täubel konkretisiert weiters vor allem den Nutzen der Lösung: „Wir sehen einen besonders hohen Nutzen im Verkaufs- und Servicebereich und in der technischen Fernwartung, wo die Erhöhung der Flexibilität bei Serviceplanungen, die Optimierung von Verkaufs- und Service-Einsätzen und die Erhöhung der Kennzahlen von verrechenbaren Leistungen einen kurzfristigen Return of Investment (ROI) bringen. Zusätzlich kann mit Digital Graffiti auch die Qualität der angebotenen Leistungen stark gesteigert werden, ohne aufwändige Systemänderungen durchführen zu müssen.“




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 