Welche technischen Features dürfen wir uns für die Zukunft erwarten, womit/woran experimentieren Sie?
Wir wollen auf jeden Fall mehr interaktive Funktionen einbinden. In diesem Bereich werden wir noch einiges an Technologien evaluieren. Ganz interessant werden multimediale Inhalte sein, um die "Erlebbarkeit" zu steigern.
Wir haben derzeit an die 60.000 User auf unserer Internetplattform. Hier wollen wir in Zukunft Online-Abstimmungen über Themen anbieten. Das hilft den Kunden und auch uns selbst.
Ein Segment, welches wir als immer wichtiger ansehen ist der Bereich B2B - und zwar von der Vertriebsseite her. Wir wollen vermehrt nützliche Online-Funktionen für Kleinst- und Kleinbetriebe im Bereich des Geschenkeservices anbieten. Ein "Testballon" findet zurzeit mit einigen unserer Key Accounts statt. Wir entwickeln eine neue Form des elektronischen Direct-Mailing, welches spezielle Funktionen für Feedbackmöglichkeiten für unseren Kunden selbst anbieten wird. Das Ziel ist einfach: "Besseres und billigeres Geschenkemanagement für den Großkunden".
Wo die Experimentierphase sicherlich vorbei ist, ist der Online-Shop. Hier haben wir die wichtigen Faktoren Einfachheit, Geschwindigkeit und Durchgängigkeit erreicht.
Jenseits des Online-Marktes, wie sieht die IT-Landschaft im Unternehmen aus, wie ist Wein&Co intern organisiert und "vernetzt"?
Natürlich ist unser komplettes Kassensystem in den Shops online mit unserem Warenwirtschaftssystem direkt angebunden, auch der Webshop hängt vollautomatisiert daran. Wir verwenden eine Lösung von proALPHA mit spezifischen Funktionalitäten, die unserem Produkt angepasst sind.
Die Vernetzung mit unseren Lieferanten ist teilweise bei großen Winzern und Unternehmen gegeben, jedoch flächendeckend eher schwierig. Es war schon eine Herausforderung, alle Flaschen mit EAN-Codes zu bekommen. Die Zukunft wird auch bei uns im RFID liegen, die nächste Herausforderung steht also vor der Tür.
Unsere MitarbeiterInnen in der Logistik werden umfassend durch Informationstechnologien unterstützt. Die Logistikprozesse bei Wein&Co laufen in der Nacht ab. Um die Dimension abzuschätzen: Zur Weihnachtszeit verarbeiten wir in einer Nacht bis zu 8.000 Einheiten. Die sind noch dazu sehr unterschiedlich, von Kartons bis Paletten. Ein besonderes Augenmerk legen wir hier auf die Qualitätssicherung, z. B. ob der richtige Wein auch vom richtigen Jahrgang versandt wird. Diese Kontrollen haben wir ebenfalls automatisiert. Derzeit steht die Entscheidung an, ob auf eine vollautomatisierte Kommissionierung umgestellt wird.
Unsere Vermarktungs- und Vertriebssteuerung wird durch statistische Auswertungen unterstützt. Besondere Vorteile bieten sich hier im Internethandel durch die Verfügbarkeit von vielen Daten. Wir analysieren über Google Analytics sowie mit eigenen Tools mit speziellen Anforderungen, die tiefer in die produktspezifischen Faktoren eindringen. Seit über einem Jahr arbeiten wir zudem mit einem österreichischen Datamining-Unternehmen zusammen, um unsere Vertiebsaktionen zu analysieren. Wir haben dadurch Prozesskosteneinsparungen und eine höhere Qualität bei der Gestaltung neuer Aktionen erreicht.



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 