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Thema: Betriebswrt. Software/ERP

Kommentar von Eric Scherer

ERP 2009- Quo vadis?

Der ERP-Markt 2009 zwischen Turbo-Wandel und Stillstand.

Dr. Eric Scherer ist einer der führenden unabhängigen ERP-Experten und begleitet seit Jahren Entscheider bei der Auswahl von ERP-Systemen und bei IT-Investitions- entscheiden. Er ist Geschäftsführer der schweizerisch-österreichischen Beratungsfirma i2s consulting

Betrachtet man den ERP-Markt, kann man zwei Konstanten feststellen: Erstens wird - wie im ganzen IT-Markt - noch immer gerne mit Schlagworten agiert, die häufig weit weg von der Realität und den Bedürfnissen der Anwender angesiedelt sind, zweiten bleiben die Heilsversprechungen für den Projekterfolg seit Jahren diesselben: Prozessorientierung, möglichst viel modellieren und eine Auswahl über ein Expertensystem und einen möglichst langen Katalog an Funktionen.

Zwischen diesem Gegensatz von Turbo-Wandel und Stillstand entwickelt sich der ERP-Markt dennoch kontinuierlich weiter, auch wenn die meisten Entwicklungen zu feingranular sind, um wirklich von der breiten Masse und häufig leider auch von der Presse wahrgenommen zu werden. Für den Frühsommer 2009 sei nun ein kleines Blitzlicht gewagt. Die nachfolgenden Beobachtungen haben keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sicher ist jedoch, dass sie den Markt bewegen und sicher beachtenswert sind:

  • Der Leistungsumfang von ERP wird immer breiter. Eigentlich ist der Begriff "ERP-System" immer mehr Fehl am Platze. Richtig müsste man von "ERP-Systemlandschaft" reden. Den meisten Anbietern - gerade im Mittelstandsmarkt - fehlt es nicht nur an Ressourcen für die zunehmende Vielfalt von Spezialthemen sondern an Know-how, Strukturen und Führungskompetenz für diese Themen. Die Einbeziehung von Partner als Spezialisten steht als Lösung hoch im Kurs, einzig ein professionelles Partnermanagement im konkreten Projekt ist doch wohl eher ein reines Lippenbekenntnis.
  • Mit der zunehmenden Akademisierung der ERP-Beratung ist das durchschnittliche Alter von ERP-Beratern in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken. ERP-Projekte sind immer häufiger reine Junior-Projekte oder "Vom Senior - am Anfang - zum Junior"- Projekte. Echte Projektplanungs- und Projektführungskompetenz seitens der Anbieter ist trotz aller Methoden-Werkzeugkästen in den letzten Jahren kontinuierlich schlechter geworden.
  • Einer der "Megatrends" der letzten Jahre war wohl die Hinwendung zur "Branche". Die Anstrengungen um Branchenfokussierung ist bei den meisten ehemaligen Generalisten unter den Anbietern jedoch auf halbem Weg stehen und im Vergleich zu Branchenexperten eher schlecht. Anbieter mit klarer Branchenexpertise umgekehrt tun sich noch immer schwer, betriebswirtschaftliche Aspekte in ihre Systeme zu integrieren und im Bereich "integrierte Buchhaltung" dauerhafte und leistungsfähige Lösungen zu präsentieren.
  • Die Lizenzkostenmodelle der Anbieter werden immer komplexer und intransparenter. Gleichzeitig sehen immer mehr Anbieter die Wartungspreise als einfache Möglichkeit zur Umsatzsteigerung. Das Schlagwort "Nutzenorientierung" ist bietet dabei keine Abhilfe, da es letztlich für Anwenderunternehmen stets um dielangfristige Kalkulierbarkeit der Lizenzkosten geht.
  • Sourcing und Systembetrieb wird immer wichtiger, häufig eher grobmotorisch propagierten Konzepte, etwa SaaS oder Outsourcing, greifen aber nur beschränkt. Die effektiven Angebote haben, wenn man von ganz wenigen im Großkundenmarkt etablierten Systemen absieht, viele Lücken und bergen damit erhebliche Gefahren.

Dr. Eric Scherer ist einer der führenden unabhängigen ERP-Experten und begleitet seit Jahren Entscheider bei der Auswahl von ERP-Systemen und bei IT-Investitionsentscheiden. Er ist Geschäftsführer der schweizerisch-österreichischen Beratungsfirma i2s consulting (scherer@i2s-consulting.com).

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ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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