Der oberösterreichische Werkzeughersteller ifw wollte einen ERP-Anbieter, der mit seiner Software die Prozesse der Auftragsfertigung (Spezialwerkzeuge) und Serienfertigung (Kunststoffspritzguss-Teile) einfach abbilden konnte. Das neue ERP-System sollte die "Konzentration auf das Wesentliche" möglich machen. Außerdem war eine Einführung mit hoher Eigenbeteiligung und begleitender Unterstützung eines Partners geplant.
"Unsere Erwartungen wurden voll erfüllt", resümiert Christian Otte, IT-Manager bei der Holding der ifw Manfred Otte GmbH, die Erfahrungen mit SoftM Semiramis, der ERPII-Software, mit der das Unternehmen seit drei Jahren arbeitet. MIT ERPII wird eine neue Generation von betriebswirtschaftlicher Software bezeichnet, die für das Internetzeitalter konzipiert ist und moderne, auf der Programmiersprache Java basierende Technologie mit hohen Ansprüchen an die Benutzerfreundlichkeit verbindet. Christian Otte hebt die gute Ergonomie und leichte Erlernbarkeit der Software hervor. Semiramis sei in der Praxis - "auch für ältere, noch nicht am Computer aufgewachsene Mitarbeiter" - leicht erlernbar und habe sich zu einem "unverzichtbaren Hilfsmittel" für die Mitarbeiter entwickelt.
Terminüberschreitungen sind Vergangenheit
„Wir haben die früheren Terminüberschreitungen drastisch gegen Null reduziert“ - Christian Otte, ifw IT-Manager (Foto Christian Otte)
Auch bei einer realistischen Kalkulation der Kosten für die hochwertigen Spezialwerkzeuge von ifw zur Produktion von Rohr-Verbindungen hilft das ERP-System. Während es in der Vergangenheit lediglich eine Kostenermittlung für das produzierte Werkzeug als Ganzes gab, schlüsselt ein Nachkalkulationsreport jetzt die Kosten für die Bestandteile eines solchen Hightech-Produkts auf. ifw ist jetzt in der Lage, die individuell exakt nach Kundenanforderung konstruierten und produzierten Werkzeuge bis ins Detail hinein zu kalkulieren.
Projektaufwand im Plan
Das Einführungsprojekt wurde von Mai bis November 2005 in sieben Monaten bis zum Echtstart durchgezogen. Dabei bewährte sich folgende Arbeitsteilung: Gemeinsam bildeten die externen Berater von SoftM Solutions in Kirchbichl (damals noch KTW) und interne Key-User die Prozesse des Unternehmens im Semiramis-Standard ab, die Key-User aus den verschiedenen Abteilungen hatten zusätzlich die Aufgabe, den End-Usern die Bedienung des Systems beizubringen. Auf diese Weise wurden von 90 kalkulierten externen Beratertagen am Ende nur 88 benötigt.
Als Hardware-Basis nutzt ifw Windows-Server. Die Installation läuft seit dem Echtstart problemfrei. Daran hat sich auch nach der Reorganisation des Unternehmens (Holding mit drei unabhängigen Unternehmen für Werkzeugbau und Kunststoffspritzguss) nichts geändert, seither arbeiten die Firmen in Micheldorf (Holding und zwei der Töchter) mit getrennten Mandanten.
Großen Nutzen zieht ifw auch aus neuen Reports. Ein Mitarbeiter hat sich in drei Tagen Fortbildungsseminar sowie durch "Learning by Doing" zum Experten für Reports fortgebildet und ist jetzt in der Lage, mit einer Vielzahl individuell gestalteter Reports aus dem ERP-System wichtige Kennzahlen herauszuholen. Laut Christian Otte sei das enorm hilfreich nicht nur fürs Controlling, sondern auch für die Planung.
www.ifw.at




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8/2011
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Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 