Das 1879 gegründete Unternehmen hat sich vom kleinen "Obst-Dampfwerk" hin zu einer der bekanntesten Marken im österreichischen Lebensmittelhandel entwickelt. Neben der Produktion naturreiner Marmeladen und Gelees füllt Darbo auch Bienenhonig ab, produziert Fruchtsirup sowie verschiedene Desserts. Ein Motto des Vorzeigeunternehmens lautet: "In Darbo Naturrein kommt nur Natur rein."
Doch wie lässt sich ein solches Versprechen zuverlässig umsetzen, wenn unzählige Zutaten verschiedenster Anbieter und Herkunft koordiniert werden müssen? Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist die richtige Software. Deshalb entschied sich Darbo 2001 für den Umstieg von seinem in die Jahre gekommenen ERP-System auf M3 von Lawson Software (damals noch Movex von Intentia).
Neue EU-Verordnung ...
"Selbstverständlich verfügten wir auch schon vor der Einführung von Lawson M3 über eine stabile Software, welche unsere damaligen Anforderungen ausreichend abzudecken vermochte", blickt Robert Testor, Bereichsleiter Logistik/Beschaffung/IT und Projektleiter bei Darbo, zurück. "Dennoch war diese seinerzeit schon über zehn Jahre alt und wurde auch nicht mehr weiterentwickelt, weshalb wir uns für einen Wechsel entschieden haben", so Testor weiter.
Die bis dahin eingesetzte Software AMS/4U sollte deshalb durch eine moderne Unternehmenslösung ausgetauscht werden. Zudem stand damals eine neue EU-Verordnung (EU-VO 178/2002) zur Diskussion, welche am 1. Januar 2005 in Kraft trat. Diese schreibt vor, dass jeder Hersteller von Lebensmitteln in der Lage sein muss, seine Vorlieferanten nachweisen zu können und darüber Aufschluss zu geben, was aus den einzelnen Zutaten produziert wurde und wohin diese weiter verkauft wurden. Diese Funktionen konnte die bestehende Software nicht abdecken.
In die engere Auswahl fielen die Anbieter SAP und Lawson Software, wobei letzterer schließlich das Rennen machte. Der Implementierungspartner KTW, Vorgänger des Lawson Partners Terna, konnte den Migrationspfad zu Lawson sicherstellen und wurde damit der wichtigsten Anforderung bei Darbo gerecht. "Zudem passte Lawson mit seinem Schwerpunkt im Warenwirtschaftsprozess perfekt zu Darbo, wir fühlten uns unter den damaligen Rahmenbedingungen bei dem Anbieter einfach besser aufgehoben - sowohl hinsichtlich unserer Unternehmensgröße als auch in Bezug auf Kosten und Flexibilität unserer IT", bemerkt Testor.
... neue ERP-Software
Die Entscheidung für Lawson sah die Implementierung der RPG-Version 11.3 bei Darbo vor, um die Prozesse in den Bereichen Einkauf, Lager, Produktionsplanung, begleitende Qualitätssicherung, Vertrieb und Kalkulation mit einer hochstabilen IT-Lösung abzubilden. Weitere Software wie der Finanzteil und die Hochregalsteuerung sollte dann über entsprechende Schnittstellen angebunden werden.
"Weil unsere bisherige Software bis dahin alle bestehenden Prozesse abdeckte, befanden wir uns in der komfortablen Situation, dass uns kein konkreter Stichtag drängte und wir uns so voll und ganz auf eine sichere Umstellung konzentrieren konnten", berichtet Testor. Ein Projektteam, bestehend aus Beratern für die einzelnen Fachgebiete sowie ein Projektteam von Darbo, welches sich aus dem Projektleiter und verschiedenen Key Usern zusammensetzte, übernahm die Implementierung.
"Die Software von Lawson bot den besonderen Vorteil, dass wir so genannte Testunternehmen integrieren konnten, um die einzelnen Prozesse vorab genauestens zu parametrisieren und damit einen fehlerfreien Livestart zu ermöglichen", so Testor rückblickend. "Für uns stand ganz klar die optimale Prozessabdeckung über der Budgetsicherheit, weshalb wir uns im Laufe der Implementierung für einige noch ‚ausgefeiltere' Lösungen entschieden - doch die Zusatzkosten haben sich aufgrund der Verbesserung schon nach kurzer Zeit gerechnet." Insgesamt dauerte es zwölf Monate, um alle Prozesse weitestgehend abzubilden.
Heute nutzen circa 100 Mitarbeiter die Software von Lawson und profitieren von einer deutlich einfacheren Handhabung und zahlreichen neuen Funktionen. Vor allem die Rückverfolgbarkeit kann aktuell optimal sichergestellt werden - ein entscheidender Vorteil, da bei Darbo riesige Mengen an Rohstoffen und Verpackungsmaterialien verarbeitet werden, was wiederum gewaltige Datenmengen und Verknüpfungsmöglichkeiten mit sich bringt. Mit der Chargenverfolgung wurde bei Darbo zudem das Identitätspreisprinzip eingeführt.
Für das kommende Jahr plant Darbo den nächsten Schritt: "Wir werden den Releasewechsel auf die moderne Java-Plattform mit unserem M3 Partner Terna evaluieren, denn diese Version verfügt mittlerweile über den nötigen Reifegrad, um die für uns so wichtige Hochstabilität entsprechend zu gewährleisten", Testor abschließend.




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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 