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Thema: Betriebswrt. Software/ERP

Woerle steuert die Supply Chain mit dem CSB-System

Alles unter Kontrolle

Die Tradition der österreichischen Feinkäserei Woerle geht auf Johann Baptist Woerle zurück, der bereits in den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts die Idee entwickelte, ideale Bedingungen für die Produktion von Emmentaler zu finden. Heute setzt der erfolgreiche Milchverarbeiter mit 245 Mitarbeitern an zwei Standorten 100 Mio. Euro um.

Bild: Woerle

"Wir liefern über 300 verschiedene Produkte und Größen aus - vom Emmentaler über Schnittkäse bis hin zu Schmelzkäseprodukten. Dies erfordert eine durchdachte Organisation und eine effiziente Prozesssteuerung", sagt Geschäftsführer Gerhard Woerle. Die Kunden des Unternehmens sind hauptsächlich der Groß- und Einzelhandel in Österreich. Auf den Export in rund 60 Länder der Welt entfallen ca. 30 Prozent, wobei vor allem Schmelzkäseprodukte in den arabischen Raum geliefert werden.

Insbesondere die gesetzlichen Anforderungen zur Rückverfolgbarkeit waren im Jahr 2005 für Woerle ausschlaggebend, dass sich der Käsespezialist nach einem neuen ERP-System (Enterprise Resource Planning) umsah. Im Rahmen eines qualifizierten Auswahlprozesses entschied man sich letztlich für den IT-Anbieter CSB-System AG aus Geilenkirchen.

Dabei war die Kernkompetenz des Softwareherstellers im Bereich der Lebensmittelindustrie der wichtigste Grund, der für die Auswahl sprach. Wichtig für Woerle war auch, dass alle Module in einem System integriert sind: "Auf ein und derselben Datenbasis können wir somit alle Prozesse von der Beschaffung bis zum Absatz abbilden. Selbst unser Labor ist in die Supply Chain integriert", erläutert IT-Leiter Josef Görg.

Projektphasen bei Woerle

Die Implementierung des CSB-Systems erfolgte ab Juli 2006 in zwei Projektphasen. Der erste Teilabschnitt umfasste die Bereiche Beschaffung, Lager und Absatz, während in einem zweiten Schritt die Produktion und das Labor implementiert wurden. Die Beschaffungsplanung wird über die Dispositionsauswertung realisiert. Die Bestellungen gehen per Fax direkt an die Zulieferer der Verpackungsmaterialien, die dann taggenau angeliefert werden.

150.000 Liter Rohmilch werden täglich von rund 650 Milchbauern aus der Region angeliefert, in Tanks abgefüllt und noch am selben Tag verarbeitet. Die detaillierte Lieferantenzuordnung im Zuge der transparenten Rückverfolgbarkeit erfolgt direkt am Fahrzeug und wird der jeweiligen Tour zugewiesen. Die zusammengeführte Milch in den Stapeltanks erhält eine neue Losnummer. Bevor die Fahrzeuge abgetankt werden, wird eine dezidierte Qualitätskontrolle der Rohmilch durchgeführt. Die Proben werden automatisch gezogen und die Prüfergebnisse in das CSB-System übernommen. Dort wird gleichzeitig eine Grenzwertkontrolle vorgenommen.

Kundenaufträge per EDI

Die Kundenaufträge gehen täglich per EDI ein und werden automatisch in das ERP-System übernommen. Die Aufträge werden für den nächsten Tag in Form von Lieferscheinen und Packlisten gedruckt und auf MDE-Geräte (mobile Datenerfassung) in der Kommissionierung übertragen. Die Produktion bei Woerle erfolgt lagergeführt, und es wird auf Mindestbestand produziert. Somit sind der Lagerbestand und der Kundenauftrag die bestimmenden Einflussgrößen für die Produktionsplanung.

Das 1.500 Stellplätze umfassende Fertigwarenlager verfügt über ein Shuttle zur schnelleren Warenbewegung. Die Lagerführung erfolgt nach dem FiFo-Prinzip (first in - first out), orientiert an Mindesthaltbarkeitsdatum und Losnummer. Mit dem CSB-System ist Woerle in der Lage, auf Knopfdruck eine aktuelle Bestandsübersicht zu erzeugen. Josef Görg dazu: "Dadurch konnten wir die Reaktionszeiten im Lager deutlich senken." Teilweise wird die Palettenware gleich beim Spediteur eingelagert, um Kapazitäten zu sparen und schneller liefern zu können.

Woerle setzt Scanner der Fima LXE für die Online-Kommissionierung ein. Die drei Kommissioniererinnen stellen die Aufträge gemäß ihrer online zugewiesenen Packliste zusammen und prüfen gleichzeitig Artikel, Mindesthaltbarkeitsdatum und Losnummer. Alle Paletten werden sofort mit einem Etikett ausgezeichnet. Die Datensicherheit in der Kommissionierung konnte durch die CSB-Lösung deutlich erhöht werden, und nun ist auch eine durchgängige Losnummernverfolgung möglich.

Durchgängige Rückverfolgung

Die gesamte Rückverfolgung ist bei Woerle mit dem CSB-System umgesetzt, so dass die Waren vom Lieferanten bis zur Käsetheke und zurück in kürzester Zeit zurückverfolgt werden können. Der Rückverfolgungsprozess beginnt dabei bereits in der Beschaffung, wo eine lückenlose Kontrolle vom Wareneingang bis zur Rechnungskontrolle gegeben ist. Darüber hinaus besteht eine direkte Verknüpfung zu den Losen und Aufträgen. In der Produktion werden die Leistungsdaten wie z. B. Laufzeiten, Rohwaren- und Mengeneinsatz sowie Ausbeute über das CSB-System direkt erfasst. Außerdem ist ein komfortabler Soll-Ist-Vergleich zwischen Stückliste und tatsächlich produzierter Menge möglich.

Seit etwa einem Jahr werden bei Woerle auch die Business-Intelligence-Module des IT-Partners CSB-System eingesetzt. Reports, übersichtliche Charts und Ergebnispräsentationen können für den individuellen Anwendungsfall in arithmetischer oder grafischer Form auf Knopfdruck erstellt werden. Firmenchef Gerhard Woerle fasst zusammen: "Wir verfügen mit dem CSB-System über eine branchenspezifische ERP-Software, die den Arbeitsalltag unseres Milch verarbeitenden Unternehmens erheblich vereinfacht."

www.csb.at

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ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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Alexandra Riegler

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