"Besonders in schwierigen Zeiten sind Unternehmen dazu aufgerufen sich zu fragen: Was wird der Markt in Zukunft brauchen?", plädiert die energiegeladene deutsche Top-Managerin mit langjähriger Businesserfahrung in Zentral- und Nordeuropa für mehr Optimismus und Aufbruchstimmung angesichts der wirtschaftlichen Probleme.
Die Zeit geringerer Auftragsbestände sollte nicht so sehr zur grüblerischen Selbstbetrachtung als vielmehr zur aktiven Planung genutzt werden. Es gelte sich zu fragen, welchen Wert ein Kunde den angebotenen Lösungen beimesse und wie dieser Wert weiter gesteigert werden könne. Aktivitäten wie die Analyse des Kundenpotentials bieten die Chance, die schwierige Phase für eine strategische Neuausrichtung zu nutzen.
"Das Senken interner Kosten ist nur bis zu einem bestimmten Grad sinnvoll. Darüber hinaus gilt es jetzt mehr denn je, neue Kunden durch überzeugende Angebote zu gewinnen!" Gerade angesichts des Umdenkens in vielen IT-Abteilungen sieht die Geschäftsführerin ungehobene Potentiale: "Die wirtschaftlichen Anforderungen an ein Unternehmen müssen mit der IT-Infrastruktur immer enger verzahnt werden. Das erfordert intensives Umdenken bei allen Beteiligten und ist mit einiger Anstrengung verbunden", weiß Jenner aus Erfahrung.
Partner-Wirtschaftssystem weiter ausbauen
Die neue Geschäftsführerin leitet 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist verantwortlich für das österreichische Partner-Wirtschaftssystem, das über 5.000 Unternehmen und rund zwei Milliarden Euro Wertschöpfung umfasst. "Wir wollen weitere Partner gewinnen und die Intensität der Zusammenarbeit insgesamt verstärken. Gerade die breite regionale Verankerung über die Partner stärkt unseren Zugang zum Markt!"
Heute seien IT-Anbieter immer mehr auch Strategieberater für Unternehmen, was sich auch bei den Partnern widerspiegeln müsse. "Wir müssen gemeinsam mit den Partnern den Nutzen von IT-Lösungen noch stärker betonen und vorzeigen", weiß Jenner. So sei etwa das Thema Unified Communication gerade in Zeiten sinkender Reisebudgets für Firmen besonders interessant: "Mit unserer VoIP-Lösung, die auch eine Kamera enthält, lassen sich Reisekosten einsparen und die Kommunikation wird trotzdem nicht eingeschränkt." Aber auch Technologien wie die Virtualisierung am Server und Desktop oder SaaS (Software as a Service) seien für Partner interessante Geschäftsfelder. "Bei den webbasierten Lösungen stehen wir noch ziemlich am Anfang, aber die Nachfrage wächst und unsere Partner entwickeln neue Angebote!" Diese Services würden dann auf eigenen Veranstaltungen den Kunden gezeigt und mit entsprechend übersichtlichen Preismodellen (z. B. Monatsmiete) angeboten.
Innovation Center
"In unserem Innovation Center M.I.C. wollen wir junge Leute für unsere Partner ausbilden und diesen breite Test- und Trainingsmöglichkeiten anbieten", so Jenner. Fort- und Weiterbildung sei ein zentraler Punkt der Zukunft zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Teilhabe an der Informationsgesellschaft. Kürzlich überreichte Jenner im M.I.C. gemeinsam mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn erstmalig den mit 10.000 Euro dotierten Microsoft Innovation Award (Preisträger: EDOCTA). "Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen härter werden, ist es besonders wichtig, mit Innovation und Pioniergeist entgegenzuwirken. Deshalb haben wir uns entschlossen, auch 2009 einen Innovation Day zu veranstalten und unsere zahlreiche Maßnahmen rund um das M.I.C. voranzutreiben", so die Geschäftsführerin.
Heute gibt es bereits über 120 M.I.Cs in mehr als 30 Ländern. Ein M.I.C führt selbst keine Forschung durch - es ist eine Plattform für zahlreiche Partner, die in Innovationsbereichen tätig sind. Im Mittelpunkt der Wiener Aktivitäten stehen die Themen Fachkräftemangel in der IT, Offene Standards & Interoperabilität sowie Unified Communication. "Wir brauchen einen optimistischen Blick in die Zukunft und sollten die österreichischen IT-Aktivitäten noch breiter darstellen. In diesem Land gibt es eine gute Mischung aus Tradition und Innovation, die es weiter zu entwickeln gilt", plädiert Jenner auch zu mehr Mut in der Darstellung der heimischen IT-Leistungen.




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Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 