Obwohl heuer keine ERP-Z durchgeführt wird, liefert die Studie 2008 auch weiterhin interessante Erkenntnisse. So hebt der für Österreich zuständige i2s-Repräsentant Christoph Weiss in seinem Beitrag auf Seite 8 die klare Erkenntnis hervor, dass die Zufriedenheit der Anwender mit der Größe ihres Unternehmens abnimmt. Die Differenz bei der Systemzufriedenheit beträgt knapp einen halben Punkt und beim Implementierungspartner genau 0,5 Punkte. Bemerkenswert ist, dass es zusätzlich Unterschiede bei der Bewertung zwischen dem Implementierungspartner und dem Partner gibt, der für den Betrieb des ERP-Systems zuständig ist.
Dies resultiert daraus, dass sich entweder ein anderer Partner darum kümmert beziehungsweise sich die Betriebspartner in letzter Zeit mehr ihrer Bestandskunden annehmen. Betrachtet man die Daten bei den Kleinunternehmen etwas genauer, so zeigt sich, dass auch einige Anbieter, die im klassischen Mittelstand in Österreich ihre meisten Kunden haben, sehr präsent sind und mit relativ guten Ergebnissen punkten können. Auffällig dabei ist, dass auch Kleinanbieter mit der Implementierung ihres Systems kämpfen, um zu einem Erfolg zu kommen. Gegenüber den Ergebnissen der Studie vor zwei Jahren konnten sich die Anbieter für Kleinunternehmen jedoch deutlich verbessern. Dies ist umso bemerkenswerter, weil diese Anbieter mit ihren Systemen schon immer die besten Ergebnisse hatten.
Während ERP-Anbieter bereits in vielen Branchen tätig sind, scheint mir der Bereich der Dienstleister noch eine interessante Nische darzustellen. Ich sprach daher mit dem holländischen Anbieter Agresso und dem Schweizer ERP-Spezialisten vertec über die Möglichkeiten, die sie in diesem Segment sehen. Während das erstgenannte Unternehmen seit dem Vorjahr in Österreich präsent ist und sein Partnernetzwerk ausbaut, überlegen die Schweizer derzeit ihre Europäisierungsstrategie. Denn auch ihnen ist aufgefallen, dass der Bedarf bei Dienstleistungsunternehmen groß ist, diese aber ganz spezielle Anforderungen an ein ERP-System stellen. Lesen Sie den ganzen Text auf Seite 14.
MONITOR-CIO-Diskussionrunde
Wie bewältigen Österreichs CIOs denn eigentlich das wirtschaftlich schwierige Jahr 2009? Und welche IT-Themen stehen bei den Unternehmen im Vordergrund? Dazu lud MONITOR in bewährter Manier zehn CIOs (Chief Information Officer) zu einer illustren Gesprächsrunde. Neben dem Verschieben von Projekten sind auch Nachverhandeln von Lizenzen/Wartungskosten oder die Reduktion von Personal beliebte Maßnahmen, um die Finanzkrise auf IT-Seite zu bewältigen.
Das zeigt zumindest ein Teilergebnis der Studie "IT-Trends 2009" von Capgemini vom Spätherbst 2008. Top-Themen für heuer seien demnach ERP (insbesondere SAP), die Harmonisierung der Kernlandschaft sowie IT-Infrastruktur und IT-Service-Management. Der bisherige Spitzenreiter Security wurde damit nach jahrelanger Führung auf Platz drei verwiesen. Blickpunkt bei allen IT-Investitionen: künftige Kosteneinsparung und mehr Effizienz. Aus dieser Perspektive heraus ortet die Studie sogar Budget-Zuwächse im Bereich CRM und Portale, auch gepaart mit Business Intelligence (BI).
"Im IT-Bereich ist jetzt eine interessante Zeit, weil sich viele Möglichkeiten bieten, etwas zu tun, und plötzlich dazu auch die Bereitschaft da ist", nannte Ralf Peters, CIO von Agrana, einen positiven Effekt der Krise. "Wir sind zum Glück nicht so stark von der Krise betroffen. Der sehr strenge Winter hat uns sehr geholfen, denn eine längere Kälteperiode ist für einen Batteriehersteller etwas ganz Schönes", bewies Christian Ott, CIO von Banner, Humor. Erfahren Sie mehr von den CIOs führender Unternehmen ab Seite 31.
Den CIO der Österreich Werbung Martin Schobert habe ich dann noch abseits der Diskussionsrunde gefragt, welche Vorhaben er dieses Jahr hat. Als erfahrener Marktforscher falle ihm auf, dass sich heute in diesem Bereich viele Aktivitäten in den Online-Bereich verlagerten. Die damit aber zunehmende Abhängigkeit von der IT führe z. B. im Bereich der notwendigen Ausfallsicherheit zu steigenden Investitionen, die es so früher nicht gegeben habe. "Diese Veränderungen in der Wichtigkeit unserer IT-Systeme müssen wir auch laufend intern argumentieren, um die notwendige Unterstützung und Akzeptanz zu bekommen", so Schobert. Lesen Sie den ganzen Text ab Seite 35.
Eine interessante Lektüre in interessanten Zeiten wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier




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5/2011


Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 