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Business Intelligence

Spezialisten sind gefragt

Die Entwicklung und der Erfolg vieler Organisationen hängen heute maßgeblich davon ab, wie gut und zeitgerecht sie in der Lage sind, Erkenntnisse aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Informationen zu gewinnen. Traditionelle Methoden der Datenanalyse stoßen bei solchen Mengen an Daten und Informationen sehr bald an ihre Grenzen. Die Donau Universität Krems und BARC forcieren jetzt die zeitgemäße Aus- und Weiterbildung zum BI-Spezialisten.

Siegmund Priglinger, Alexander Schratt

Wer heute das Thema Business Intelligence betrachtet, wird sehr bald feststellen, dass sich die Bedürfnisse in jüngerer Zeit verschoben haben. Während früher das Wachstum eines Unternehmens im Vordergrund stand, geht es Firmen zunehmend darum, ihren Kundenstock zu halten und Kosten nachhaltig überall dort zu senken, wo Prozesse unnötig Personal­ressourcen binden. Verstärkt wird der Trend zur Kostensenkung durch die derzeitige Wirtschaftskrise. Firmen suchen mehr denn je nach Einsparungspotential bei ineffizienten Prozessen, die vermeidbare Kosten verursachen.

Die Anforderungen an BI-Lösungen verlagern sich zudem in den operativen Bereich, etwa um Kundeninformationen verifizieren zu können. Darüber hinaus müssen Projekte heute oftmals in wesentlich kürzerer Zeit durchgeführt werden, als dies früher der Fall war. Das alles erfordert eine optimierte Kommunikation zwischen den Fachabteilungen.

Gemeinsames Verstehen ist wichtig

Immer wieder stellt sich jedoch heraus, dass Kommunikationsprobleme zwischen IT- und anderen Fachabteilungen von Unternehmen aufgrund der verschiedenen Kompetenzen des Personals diese optimierte Arbeitsweise behindern. Probleme treten besonders dann auf, wenn Daten aus unterschiedlichen operativen Systemen aufgrund ihrer Inkonsistenz nicht zusammenpassen oder sich nicht zusammenführen lassen. Um diese Probleme lösen zu können, muss daher das technische Personal und das Personal aus anderen Fachabteilungen die „Sprache“ des/der jeweils anderen verstehen bzw. die jeder Abteilung zugrundeliegenden Konzepte bis zu einem gewissen Grad auch nachvollziehen können.

Je weiter „unten“ in einer BI-Architektur Probleme auftreten (d.h. je näher an den Basisdaten), so glaubte man bisher, desto technischer wäre die „Sprache“. Gerade hier, beim Übergang von den operativen Systemen zum Data-Warehouse als Datenspeicher für die BI-Applikationen, erkannte man jedoch in den letzten Jahren, dass die Fachabteilungen mit ihrem bereichsspezifischen Wissen gefordert sind. Stammdatenmanagement erfordert zwar technische Werkzeuge. Wie sie eingesetzt werden und welche Funktionen vom Fachbereich genutzt werden, hängt hingegen von den fachlichen Anforderungen ab.

Zusammenspiel sorgt für Erfolg

In Zukunft werden Unternehmen nur dann nachhaltig erfolgreich sein und wettbewerbsfähig bleiben, wenn das Zusammenspiel sowohl vertikal (vom Management bis zum/r „einfachen“ Mitarbeitern) als auch horizontal (zwischen den Fachabteilungen) optimal funktioniert. Dies erfordert jedoch zusehends, dass alle davon betroffenen Unternehmensbereiche in regel­mäßigen Abständen ihr Wissen „synchronisieren“, um optimal über die Prozesse in den anderen Abteilungen informiert zu sein und die Kollegen bedarfsgerecht mit den erforderlichen Daten und Informationen versorgen zu können. Es entsteht also eine Not­wendigkeit, Management und Personal von Zeit zu Zeit über organisatorische und technologische Innovationen auf dem aktuellen Stand zu halten und dieses Wissen fachbereichsübergreifend auf eine gemeinsame Basis zu stellen.

Um dies sicherzustellen, gewinnt in den Unternehmen, neben der Einrichtung von Business-Intelligence-Competence-Centern, eine laufende und gemeinsam (!) durchgeführte Weiterbildung der Experten aus den unterschiedlichen Fachbereichen zunehmend an Bedeutung. Denn gerade in Hinblick auf die immer rasantere technologische Entwicklung ist es notwendig, dass alle Unternehmensbereiche, die IT mit eingeschlossen, den Wert und den Nutzen dieser Technologien für ihre tägliche Arbeit einschätzen können. Besonders MitarbeiterInnen, die nicht im IT-Bereich tätig sind, sollten von Zeit zu Zeit auch die Chance bekommen, ihr Wissen durch Schulungen auf den neuesten Stand zu bringen. Damit bekommen die Fachabteilungen die Chance, die oft teuer angeschaffte Unternehmenssoftware auch effizient und effektiv einzusetzen. Damit werden Frustration am Arbeitsplatz und die negativen Folgen von Demotivation vermieden.

Eine ausgeklügelte BI-Strategie bildet sowohl für Konzerne als auch für Klein- und Mittelbetriebe einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben ihren Datenfluss oftmals nicht optimal organisiert. Spezialisierte Softwareanbieter versuchen daher verstärkt, auch Lösungen für Kleinunternehmen zu entwickeln. Wichtig ist in jedem Fall die zielgruppengerechte Aufbereitung der Infor­mationen. Die Entwicklung von Kennzahlen, wie auch die Gegenüberstellung und Kombination unterschiedlicher (ökonomischer) Parameter, erfordert eine fachgerechte, für die jeweilige Nutzergruppe optimierte Darstellung. Die Bedeutung der grafischen Visualisierung von Daten und Informationen nimmt im Bereich BI rasch zu. Richtig aufbereitete Diagramme sind für viele Menschen nachweislich leichter interpretierbar als bloße Zahlenkolonnen und Tabellen. Andererseits können mit Grafiken bei unsachgemäßer Anwendung Ergebnisse stark verfälscht und missverständlich abgebildet werden. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Visualisierung und den dahinterstehenden Konzepten beginnt daher, ein wesentlicher Bestandteil von BI-Weiterbildung sein.

Visual Analytics

Für BI-Softwarehersteller wird auch zunehmend ein damit zusammenhängendes Thema interessant: Visual Analytics. Aufgrund der ständig wachsenden Datenflut in den Betrieben, wird die Möglichkeit, Daten neben den üblichen statischen Tabellen und Diagrammen auch mittels interaktiver Visualisierungen zu analysieren, an Bedeutung gewinnen. Durch diese Art der Datenexploration können verborgene Informationen aufgespürt werden, wodurch man zu neuem, möglicherweise unternehmensrelevantem Wissen, gelangen kann. Dies stellt eine enorme Herausforderung für die Softwarehersteller dar, insbesondere wenn kontinuierlich einlangende, aktuelle Daten möglichst ad-hoc visualisiert und analysiert werden sollen, um auch in kürzester Zeit wichtige Entscheidungen treffen zu können. Jüngste Bestrebungen im Bereich der BI-Applikationsentwicklung deuten jedenfalls auf eine wachsende Integration von Visual-Analytics-Technologien in bestehende BI-Applikationen hin. Auch dafür gibt es bereits einen Namen: Visual Business Intelligence.

Detallierte Informationen zum BI-Ausbildungsprogramm an der Donau-Universität Krems gibt es unter www.donau-uni.ac.at/ike/business-intelligence

Über die Autoren

Mag. Alexander Schratt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lehrgangleiter am Department für Information und Knowledge Engineering (ike) an der Donau-Universität Krems und beschäftigt sich dort vor allem mit den Themen Informationsvisualisierung, Usability und Business Intelligence.

www.donau-uni.ac.at/de/department/ike

www.donau-uni.ac.at/de/universitaet/whois/10389

Dr. Siegmund Priglinger ist Analyst und Berater bei BARC sowie Repräsentant von BARC in Österreich. Seine fachlichen Schwerpunkte sind Business Intelligence, Data Governance und Master Data Management als Teil von IT Governance. Priglinger hat mehr als 25 Jahre Erfahrung als Produkt- und Lösungsanbieter, IT-Manager und Unternehmensberater für IKT. Er unterstützt sowohl Software-Hersteller bei deren „Business Development“ als auch Softwarebenutzer bei Strategie- und Architekturfragen sowie im Einsatz und der Evaluierung von Software aus Sicht „Software enables the Business“,

www.barc.de

 

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