Neben den klassischen Analysen der operativen Daten auf Wochen- oder Monatsbasis benötigt das Unternehmen für den Vertrieb und die Produktion zudem detaillierte Auswertungen des Tagesgeschäfts, um zeitnah auf Trends bzw. eventuelle Auffälligkeiten oder Engpässe reagieren zu können. Da alle Fenster und Türen individuell gefertigt werden, gehen die Produktvariationsmöglichkeiten dabei in die Billionen.
OLAP-Tool nicht zufriedenstellend
Um die Effizienz der Auftragsbearbeitung dabei kontrollieren und im Bedarfsfall optimieren zu können, müssen pro Jahr rund eine Millionen Auftragspositionen nach verschiedenen Fragestellungen analysiert werden können. Bislang wurde hierfür ein traditionelles OLAP-Tool eingesetzt, welches aber nur wenig zufriedenstellende Ergebnisse lieferte.
"Im Endeffekt sind solche OLAP-Analysen nichts Anderes als im Vorhinein berechnete Statistiken. Man muss vorab bestimmen und antizipieren, welche Anfragen später an das System gestellt werden", erklärt Andreas Kronsteiner, IT-Leiter bei Internorm.
Er bemängelte insbesondere, dass die Daten aus den ERP-Systemen bereits im Vorfeld in bestimmte Dimensionen gegliedert und dann in die einzelnen OLAP-Würfel überführt werden müssen. Dies schränkt nicht nur die späteren Analysen ein - es ist zudem sehr zeit- und damit kostenaufwändig. Allein das Extrahieren aus dem ERP System und befüllen der Würfel belegt die Maschinen zum Teil stundenlang - inklusive der Gefahr von Serverabstürzen.
Darüber hinaus war es für die Fachabteilungen schwer, den Überblick über die rund 80 Analyse- und Präsentationswürfel zu behalten, die benötigt wurden, um allen Informationswünschen nachkommen zu können. "Uns war es wichtig, eine Lösung zu finden, die nicht zu einer weiteren Herausforderung wird, sondern einfach funktioniert und umfassende Analysemöglichkeiten für die Fachabteilungen bietet", so Kronsteiner.
QlikView als Lösung
Im Rahmen einer Internetrecherche wurde der IT-Leiter schließlich auf das Analyse- und Reportingtool QlikView aufmerksam, das im Wesentlichen durch seine Leistungsfähigkeit, Kosteneffizienz sowie Einfachheit in der Umsetzung und Anwendung überzeugen konnte.
Das BI-Werkzeug basiert auf einer speicherbasierten Technologie, die sich an der Art orientiert, wie Menschen denken. Dieser assoziative Ansatz ermöglicht es, auf sehr unkomplizierte Art und Weise Daten miteinander zu verbinden und auszuwerten.
Die Lösung benötigt dafür keine zusätzlichen ETL-Werkzeuge (Extract, Transfom, Load) oder Data Warehouses. Alle Daten werden über die integrierten ETL-Funktionen direkt in den Arbeitsspeicher geladen und dort miteinander verknüpft und verarbeitet. Durch die permanente Verfügbarkeit aller Daten können die Anwender völlig frei in den Daten "surfen". Fragestellungen und Informationswünsche lassen sich dabei jederzeit variieren.
Flexible Analysemöglichkeiten
"QlikView bietet uns genau die flexiblen Analysemöglichkeiten, die wir benötigen und ist dabei sowohl bezüglich der Implementierung als auch der Wartung extrem effizient", erläutert Kronsteiner.
Für Internorm war es entscheidend, ein Werkzeug zu finden, mit dem sowohl klassische betriebswirtschaftliche Auswertungen als auch das Business Activity Monitoring abgebildet werden können. Beide Ziele konnten mit Unterstützung des QlikTech-Partners Lerox in die Tat umgesetzt werden.
So erhält das Management heute zum Beispiel Kennzahlen zu den Hauptprozessen wie Supply Chain, Customer Relationship und Product Life-Cycle für die Unternehmenssteuerung in Form eines Management Dashboards. Der aktuelle Lieferservicegrad oder die Anzahl der komplett bearbeiteten Aufträge pro Tag sind sofort ersichtlich. Zusammenhänge und weitere Informationen lassen sich mit wenigen Klicks von der aggregierten Kennzahl bis auf die unterste Detailebene analysieren.
Auch das Auftragsmonitoring läuft über QlikView. Alle 20 Minuten werden die neuen Auftragsbestände automatisch aus den Dokumenten-Management- und ERP-Systemen (darunter z.B. JD Edwards) hochgeladen und mit der Publisher-Funktion den jeweiligen Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. Diese können daraufhin mit den Handelspartnern über den jeweils aktuellen Bearbeitungsstand sprechen.
Ein weiterer positiver Nebeneffekt der QlikView-Technolgie: Durch die Visualisierung aller Daten werden Fehler in den Stammdaten oder falsche Zuordnungen schnell sichtbar und können entsprechend korrigiert werden. Pluspunkte gab es auch für die einfache und schnelle Systembetreuung. Ein wichtiges Kriterium für die IT-Abteilung bei Internorm.
Und schließlich überzeugte die Kundenbetreuung: der QlikTech Partner Lerox übernahm Schulung und Training der Internorm-Mitarbeiter sowie die Projektunterstützung.
In Zukunft soll das Monitoring auch über das Web bereit gestellt werden, so dass die Handelspartner selbst direkt jederzeit Einblick in den Bearbeitungsstand ihrer Aufträge nehmen können.




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 