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Thema

Business Intelligence

Aktuelle Herausforderungen und zukünftige Ausrichtung

Business Activity Monitoring

Peter Chamoni ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Operations Research an der Universität Duisburg-Essen und Präsident des TDWI Germany e.V. Er lehrt und forscht insbesondere in den Bereichen der daten- und modellorientierten Entscheidungs- unterstützung für das Management.

Das Erkennen eben solcher Störgrößen wird mittels Business Activity Monitoring (BAM) ermöglicht, das eine technologische Komponente in der Prozesssteuerung und -überwachung darstellt. Die kontinuierliche Messung relevanter Prozesskennzahlen und eine unmittelbare Berichtserzeugung zielen dabei insbesondere darauf ab, Frühindikatoren auf den späteren Geschäftserfolg abzubilden und mögliche Abweichungen rechtzeitig zu korrigieren. Hierzu hat die IDS Scheer AG bereits eine Applikation entwickelt, die unter Process Intelligence (PI) auf dem Markt erhältlich ist und eine Überwachung von Kennzahlen und eine Steuerung der Prozesse ermöglicht. Allerdings wirft die Namensabweichung zu Operational BI unnötige Fragen auf, da PI keinerlei inhaltliche Unterschiede zum Begriff der Operational BI aufweist und ein Bezug zu einer "Prozessintelligenz" nicht erkenntlich ist. Eine weitere technologische Notwendigkeit um die Anforderungen eines Operational-BI-Systems zu erfüllen, ist das Complex Event Processing (CEP). Grund dafür ist die multiple Ereignisverarbeitung in operativen Prozessen sowie die Verknüpfung mit analytischen Informationen zur automatisierten Weiterverarbeitung und Steuerung auf operativer Geschäftsebene, die bspw. bei der Kundenklassifizierung im Rahmen einer Kreditvergabe durchgeführt wird.

Die Erfüllung der Anforderungen an Unternehmen, die in der dynamischen Umwelt begründet sind, lassen sich unternehmensintern anhand von Reifegradmodellen abbilden. Vor diesem Hintergrund kann der Status Quo der vorhandenen Business-Intelligence-Lösung in unterschiedliche Reifegrade eingeordnet werden. Nach Brobst [2] werden dabei fünf Stufen differenziert, die vom vergangenheitsorientierten Reporting mit klassischen Batch-Systemen über Analyse- und Predictive-Systemen hin zu operativen Echtzeit-Systemen mit automatisierten, ereignisgesteuerten Entscheidungskomponenten reichen, die den Prozessablauf fokussieren.

Während neue Herausforderungen für Business Intelligence bereits bestehen, findet das Fortschreiten in den Reifegradstufen in Unternehmen derzeit nur langsam statt. Aber auch hier ist zu beobachten, dass der Druck auf eine Entwicklung zur prozessorientierten Business Intelligence wächst, da sich im Wettbewerb andernfalls Nachteile ergeben. Auch wenn in der derzeitigen Wirtschaftslage Investitionen vermeidet und Budgets gekürzt werden, sollte die auseinandergehende Schere zwischen den aktuellen Anforderungen an Unternehmen und der jeweiligen Reifegradestufe nicht außer Acht gelassen werden.

Paradigmenwechsel

Markus Linden ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Operations Research der Universität Duisburg-Essen. Seine Forschungstätigkeiten fokussieren sich insbesondere auf Business Process Management und Business Intelligence.

Letztlich lässt sich ein Paradigmenwechsel erkennen, der in der Verschmelzung von operativen und analytischen Informationssystemen deutlich wird und einen Bezug zum Lebenszyklus des Geschäftsprozessmanagements herstellt. Hierbei bewegt sich Operational BI in der Phase der Überwachung und Steuerung, die der Identifikation von Planabweichungen und Störgrößen dient.

Zukünftig ist daran zu denken, dass eine flexible und agile technische Komponente, auf Basis einer integrierten Event-Driven-Architecture (EDA) sowie einer Service-oriented Architecture (SOA), Geschäftsprozesse regelbasiert definiert und steuert, während dieser produktiv ausgeführt wird. Neben den unternehmensinternen Prozessen sollten zukünftig dabei auch unternehmensübergreifende Prozesse in Lieferketten und Unternehmensnetzwerken berücksichtigt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Konzentration auf die Phase der Weiterentwicklung im Geschäftsprozessmanagement bilden, womit der Fokus auf der beständigen Verbesserung des Prozessdesigns im strategischen und taktischen Bereich liegt. Auch vor diesem Hintergrund ist eine Unterstützung durch Business Intelligence denkbar, die hierbei näher an eine "Prozessintelligenz" herankommen würde als es derzeit bei einer reinen Prozesssteuerung im Sinne des Operational-Business-Intelligence-Ansatzes der Fall ist.

[1] Hackathorn, R.: Current Practices in Active Data Warehousing. 2002

[2] Stephen A. Brobst, Chief Technology Officer Teradata, NCR

Data WAREHousing und BUSINESS INTELLIGENCE: TDWI-Konferenz 2009

Die 9. Europäische TDWI Konferenz mit BARC@TDWI Track findet vom 15. bis 17. Juni in München statt.

Nachdem der Fusion der BARC Data Management Expo und der jährlichen TDWI Konferenz 2008, hat sich die Veranstaltung jetzt als unabhängige Plattform zu den Themenbereichen Business Intelligence, Data Warehousing und Datamanagement für den deutschsprachigen Raum etabliert.

Gerade im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld gewinnt der effektive Einsatz von funktionierenden BI und DWH Lösungen immer mehr an Bedeutung. Die 9th Europäische TDWI Konferenz mit BARC @ TDWI Track möchte sich als ideale Plattform für die Weiterbildung im Themenumfeld BI und Data Warehousing präsentieren.

In Halb- und Ganztageskursen werden Grundlagen und Technologien sowie neuste Trends im Analystentrack von BARC vorgestellt. In der parallelen Fachmesse werden auch in 2009 wieder über 30 der führenden Hersteller und Beratungshäuser ihre neusten Entwicklungen präsentieren

Details unter www.tdwi.eu/veranstaltungen/konferenzen/tdwi-2009-munich.html

 

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MONITOR-Autoren
Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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