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Business Intelligence Agenda 2009

Die 6 wichtigsten Initiativen

Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten spielt Business Intelligence eine entscheidende Bedeutung, die Wettbewerbskraft von Unternehmen zu steigern.

Siegmund Priglinger, Carsten Bange

Transparenz über das Geschehen im Unternehmen und seinem Umfeld, zielgerichtete Datenanalyse, anpassungsfähige Planungs- und Simulationsmöglichkeiten, und die Erfüllung gesetzlicher Auflagen (Compliance) gewährleisten die Steuerungsmöglichkeit von Unternehmen auch in turbulenten Zeiten.

Allerdings führen nur ganzheitliche Business-Intelligence-Strategien zum Erfolg. Das "magische Dreieck" der BI-Strategie aus Fachlichkeit, Technik und Organisation muss integriert aufgegriffen werden. Innerhalb dieser drei Facetten stellt dieses Papier die jeweils zwei wichtigsten Initiativen für BI-Strategien im Jahr 2009 vor.

Prozessorientierte BI

Business Intelligence folgt der fachlichen Umorganisation von Unternehmen von funktions- zu prozessorientierten Unternehmen. Prozessorientierte BI bedeutet vor allem die Einbeziehung von prozessablaufbezogenen Kennzahlen in die Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse im Unternehmen. BI ist als Mess- und Steuerinstanz der wesentliche Bestandteil jedes Prozessmanagements und rückt deutlich näher an die Geschäftsprozesse oder wird als operative BI in sie integriert.

Wachsende Anforderungen an das Risikomanagement werden beispielsweise durch neue Governance, Risk and Compliance (GRC-) Lösungen unterstützt, in denen die Überwachungs- und Vorhersagemöglichkeiten durch Business-Intelligence-Methoden und Werkzeuge in operative Prozesse integriert werden. Generell gilt: Je enger BI mit operativen Prozessen verknüpft wird, desto größer wird Verbreitung, Bedeutung und auch der Nutzeffekt von Business Intelligence.

BARC Performance Management Framework als Ordnungsrahmen strategischer Initiativen

BI für Performance Management

Der bisher überwiegend taktische Einsatz von Business Intelligence unterstützt ein Performance Management auf Unternehmensebene nur teilweise. Performance Management ist der ganzheitliche Ansatz zur Planung, Steuerung und Kontrolle der Unternehmensleistung auf operativer, taktischer und strategischer Ebene. Daher ist seit einigen Jahren der Ausbau von BI auf strategischer und operativer Ebene zu beobachten, der auch 2009 weiter forciert wird.

Das BARC Performance Management Framework unterstützt dabei, Initiativen im Performance Management und ihr Zusammenspiel mit dem Process Management zu strukturieren: Analytische Prozesse laufen operativen Prozessen entgegen, da Reporting und Analyse typischerweise auf Prozessergebnissen vergangenheitsorientiert durchgeführt werden und als Basis für die zukunftsgerichtete Planung dienen. Diese bilden wiederum als messbare Zielvorgabe den Ausgangspunkt für operative Prozesse. Hierdurch ergibt sich auf allen drei Entscheidungsebenen ein Regelkreis. Von operativer zu strategischer Ebene erhöhen sich die Aggregation der Kennzahlen, Entscheidungslatenz, Betrachtungszeitrum der Berichte und Analysen; gleichzeitig verringert sich die Anwenderzahl.

Werkzeugstandardisierung

Die treffenderweise "BI Werkzeug-Zoos" genannten Landschaften in vielen Unternehmen sind ineffizient - zu viele zerstückelte Lizenzen, Know-how-Inseln, Support- und Betreibermodelle etc. In solchen Fällen ist es unerlässlich diese "Zoos" im Sinne einer Werkzeugstandardisierung aufzuräumen (=zu standardisieren und konsolidieren). Dabei sollte eine Werkzeug-, keine Anbieterstandardisierung angestrebt werden. Die grundsätzliche Frage sollte nicht lauten, welcher Anbieter 60-80 % meiner Anforderungen abdecken kann, sondern: "Wie kann ich eine leistungsfähige Bebauungsplanung mit möglichst wenig Anbietern realisieren?".

Die Großübernahmen im BI-Sektor im Jahr 2007 haben es vielen Anwenderunternehmen deutlich vor Augen geführt - nur leistungsfähige Werkzeuge überleben im Haifischbecken der BI-Anbieter. Große Anbieter sind schnell bei der Hand, ihre Werkzeugportfolios zugunsten besserer, zugekaufter Technologie aufzugeben. Kleinere Anbieter können sich in der Regel schneller neuen Anforderungen und Marktgegebenheiten anpassen sowie innovative Nischen aufbauen und besetzen. BARC listet 126 Anbieter für Business Intelligence in Deutschland im aktuellen BARC-Guide Business Intelligence - und jedes Jahr werden es mehr, nicht weniger.

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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