Trend Outsourcing und Managed Services
Viele Unternehmen wollen sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und lagern bestimmte IT- und Telekomdienste aus. Die Vorteile: Die eigene IT-Abteilung kann "schlank" gehalten werden, und Betrieb, Service, Wartung und Support können vom beauftragten "Experten" verlässlich und zumeist kostengünstiger als intern übernommen werden. Nach diesem Modell bieten etwa die Telekom-Operatoren "gehostete Telefonlösungen" an. Laut Tele2 können so bei einem Unternehmen mit 150 Arbeitsplätzen und 25 Standorten etwa 50 % Kosten gegenüber einer herkömmlichen klassischen Telefonanlage eingespart werden. Es werden keine Basis-ISDN-Anschlüsse mehr benötigt, die Wartungskosten sind in der Miete der Telefonanlage bereits inkludiert, und der Kunde kann über ein eigenes Admin Tool selbst sehr viel - ohne teuren externen Techniker-Einsatz - erledigen, etwa Texte einspielen oder neue Apparate bzw. Arbeitsplätze hinzufügen. Software-Upgrades werden direkt bei Tele2 erledigt.
Ein anderes Beispiel für erfolgreiches IKT-Outsourcing ist die BEKO Engineering & Informatik mit über 800 Beschäftigten in Wien und fünf Landeshauptstädten. Die Telekom Austria fungiert hier als Partner: Alle BEKO Standorte greifen über ein MPLS-Wide Area Network auf die benötigten Services im TA-Rechenzentrum im Wiener Arsenal zu. Zur Erzielung einer optimalen Verfügbarkeit existiert parallel zu den zentralen Services ein Vor-Ort-Server in jeder Geschäftsstelle. Der Server fungiert im Falle eines Ausfalls der Leitungsanbindung als Backup. Sämtliche für jeden Standort benötigte Hardware (Server, Bandlaufwerk, USV) und die erforderliche Datensicherungssoftware werden durch die TA bereitgestellt und gemanagt.
Trend Mobilität
Bis dato galten Mobilfunknetze eher als ausfallsanfällig und wurden daher von vielen Unternehmen für businesskritische Applikationen gescheut. Dieses Hemmnis soll jetzt aus dem Weg geräumt werden. "Wer Service managen will, muss es messbar machen", weiß auch Hannes Ametsreiter, Generaldirektor und ab April 2009 auch CEO der mobilkom um die künftige Bedeutung von ausfallssicheren Mobilfunknetzen. Business-Marktführer mobilkom beschreitet daher neue "Qualitätswege": Im Moment läuft einen Pilotversuch mit Service Level Agreements (SLA) mit ausgewählten Kunden, im Spätsommer soll laut Unternehmenssprecher Werner Reiter der Vertrieb der modular aufgebauten SLA-Produkte starten. Die SLA regeln u.a. detailliert Supportprozesse, Reaktionszeiten und technische Parameter. Kernelement dabei bildet eine neue SLA-Service-Einheit, die den Kunden als zentrale Anlaufstelle für alle SLA relevanten Fragen zur Verfügung steht.
Außerdem sind alle Mobilfunk-Anbieter bemüht, dem Boom mobiles Arbeiten Rechnung zu tragen. Laufend werden neue, praktische Applikationen dafür auf den Markt gebracht, mobilkom arbeitet zur Realisierung und Implementierung mit lokalen "A1 Solution Partnern", zusammen, eine großer Partner ist etwa die Wiener Firma mobil-data. Mit mobil-data gemeinsam bringt die mobilkom noch im April eine neue Lösung ("md-planner") zur effizienten Außendienst-Planung und Abwicklung auf den Markt, die die Unternehmens-Software - wie sie für Planungszwecke und Ressourcenmanagement eingesetzt wird - direkt mit dem Endgerät des Außendienst-Mitarbeiters und dem A1 Navigations-Tool verbindet. Damit erhalten mobile Mitarbeiter die Zielkoordinaten für ihren nächsten Auftrag direkt aus dem Planungtool auf ihr Handy.
Verfolger T-Mobile setzt ebenfalls auf innovative Lösungen, oftmals mit BlackBerrys und Smartphones. So wurde etwa beim Befestigungs- und Montage-Unternehmen Würth mit Zentrale in Böheimkirchen/NÖ und über 20 Standorten österreichweit der mobile Bestellprozess optimiert. Ein Handscannergerät erfasst dabei die EAN-Codes, über Bluetooth wird via BackBerry und das T-Mobile-Netz die Bestellung direkt im SAP-System erfasst und sofort weiter verarbeitet.
Orange hat sich dafür auf die Realisierung von mobilen Nebenstellenanlagen spezialisiert. Für die Bezirksblätter wurden etwa 500 Mitarbeiter mit einem Apple iPhone ausgestattet und die komplette Festnetzinfrastruktur der 50 Geschäftsstellen mit mobilen Nebenstellenanlagen ersetzt. Eine neue Festnetz-Telefonanlage wurde damit hinfällig, "langfristige Miet- und Wartungsverträge entfallen ebenso wie die aufwändige Verkabelung", hebt Orange-Sprecherin Petra Jakob die Vorteile hervor. Ein weiterer Orange-Kunde ist die Stadtgemeinde Korneuburg, sämtliche Institutionen der Stadtgemeinde, wie Kindergärten, Bauhäuser und Schwimmbad, sind in die Mobile Nebenstellenanlage von Orange integriert.
Mobilität ist jedenfalls absolutes Top-Thema der Branche. Laut IDC Telekom Survey wird einerseits die Zahl der mobilen Arbeitnehmer ansteigen, andererseits werden die mobilen Anwendungen noch zunehmen. Mobiles PIM (Personal Information Management) erfreut sich bereits großer Beliebtheit, mobiles CRM und ERP entwickelt sich. In Zukunft werden auch vermehrt kritische Business-Anwendungen "mobil" werden, glaubt IDC-Analyst Dan Bieler.
(1) Quelle: Integral Marktforschung, AIM Business, Oktober 2008



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Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 