Kein Unternehmen ohne Telekom-Dienste: Während das Telefon in jedem Fall zur Grundausstattung der Unternehmen zählt, sind auch andere TK-Dienste, vor allem jene, die helfen, die Effizienz zu steigern und somit Geld zu sparen, zunehmend gefragt. Laut jüngstem Austrian Internet Monitor für die Business-Branche (1) verfügen 87 % der Unternehmen über einen Internet-Zugang, jedes zweite Unternehmen betreibt eine eigene Website, und 83 % der Unternehmen haben zumindest ein Handy im Unternehmen.
Bei der Businesskundschaft liegt die mobilkom unangefochten an der Spitze. 59 % nutzen das A1-Netz, 22 % T-Mobile, nur mehr 14 % Orange (im Okt. 2007 noch 16 %), 8 % nutzen Telering, 5 % "3" und neu 2 % "bob". Das Handy wird hauptsächlich zum Telefonieren und Versenden von SMS an Mitarbeiter/Kollegen (29 %) sowie Kunden/Geschäftspartner (25 %) verwendet. Aber auch das Schicken und Abrufen von E-Mails wird immer beliebter, jedes fünfte Unternehmen gibt an, diese Möglichkeit zu nutzen.
Noch etwas im Hintertreffen: Surfen im Netz unter Beanspruchung eines Mobilnetzes (16 %) sowie mobiler Zugriff auf Daten im Unternehmensnetzwerk (11 %). Im Moment ist im Businesskundensegment noch die Sowohl-als-Auch-Strategie angesagt: Festnetz- und Mobiltelefonie wird gleichermaßen genutzt. Nur fünf % haben keinen Festnetz-Anschluss mehr, bei den Einpersonen-Unternehmen sind es allerdings mit neun % fast doppelt so viele.
Diese Gruppe ist auch am wenigsten Telekom-Austria (TA)-Kunde (54 %). Insgesamt sind noch 63 % "nur" TA- Kunde, während jeweils 15 % angeben, neben der TA auch andere Alternative Festnetzanbieter bzw. überhaupt nur einen anderen Festnetzanbieter zu nutzen. "Im Unternehmensbereich ist man nach wie vor nicht bereit, auf das Festnetz zu verzichten. Zu bedeutend ist es als Basiskommunikationsmittel und zu sehr ist die Assoziation mit Seriosität an die Präsenz einer Festnetznummer gekoppelt. Nach einer experimentierfreudigen Phase, welche die Blütezeit der alternativen Festnetzanbieter gestützt hat, ist ein Trend zur Abkehr von den privaten Anbietern zu erkennen", kommentiert Integral-Geschäftsführer Bertram Barth das Ergebnis.
Festnetz-Markt in Bewegung
Der Festnetz-Markt im Geschäftskundenbereich ist laut einer brandneuen Trend-Studie der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL) von starken Verschiebungen geprägt. Der zunehmende Verlust im Voice-Bereich (- 7,7 %) wird durch Wachstum in Netzwerklösungen (+3,2 %) und Breitband (+10,8 %) mehr als wettgemacht. Voice over IP (VoIP) substituiert vermehrt die traditionelle Telefonie, mobile Voice und Data verzeichnen im Business-Bereich ein kontinuierliches Wachstum. Der Markt für Telekommunikationsanlagen stagniert dafür, wobei es starke Tendenzen in Richtung Managed und Hosted Lösungen gibt. Der Service-Markt inkl. Wartung und Support wird ebenso weiter wachsen wie der Hosting-Bereich. Für Software as a Service (SaaS) prognostiziert die ADL-Studie sogar ein starkes Wachstum.
Insgesamt hat ADL 17 Trends, kategorisiert nach Technologie-, Nachfrage- und Angebot-Trends, zusammengestellt. Konvergenz, einer der wichtigen Technologie-Trends bei ADL, steht auch beim jüngsten Telekom-Survey von IDC vom Dezember 2008 zentral im Mittelpunkt: Das Potential ist noch groß, immer noch ein knappes Drittel betreibt ein separates Netzwerk für Sprache und Daten, aber fast jedes fünfte Unternehmen (18,9 %) hat komplett auf ein Netzwerk für Sprache und Daten umgestellt. 68,2 % sagen, sie sparen dadurch Kosten. Hand in Hand mit der Konvergenz-Frage und -Umstellung geht auch die Entwicklung in Richtung Next Generation Network (NGN) und die Umstellung auf die All-IP-Welt.
Das ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da die Entwicklung voll in Richtung Unified Communications und komplette Integration von Geschäftsprozessen läuft. Erste Stufe dieser Entwicklung ist der Einsatz von VoIP, laut IDC bei immerhin 56,7 % der heimischen Unternehmen im Einsatz. Die häufigsten Anwendungen dabei sind Gespräche zwischen Unternehmensstandorten (48,5 %) gefolgt von Gesprächen innerhalb eines Unternehmensstandortes (44,3 %).
Die höchste Stufe - kommunikationsbasierte Geschäftsprozesse - wird von IDC mit Unified Communications (UC) erreicht. Dabei kommt es stark auf die Definition von UC an. Laut IDC wird durch UC Sprache, E-Mail, Instant Messaging, Fax, Präsenz, Kontaktmanagement, Web 2.0 und internes Wissensmanagement, CRM und ERP integriert. Unified Communications wird (unbemerkt) Realität, "es ist eine logische Weiterentwicklung von der klassischen sprach-zentristischen Telefonie hin zu Multimedia- und Pervasive-Kommunikation. Eine hochwertige Netzwerk-Infrastruktur ist allerdings Voraussetzung für eine hochwertige UC-Lösung", betont Dan Bieler, Telekom-Experte bei IDC Deutschland.





1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 