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Kommunikation

MONITOR-Diskussion: Telekommarkt Österreich

Heimischer Telekommarkt profitiert von der Krise

EU-Schelte für Festnetz-Breitband

„Eine Regulierungskrise haben wir schon lange.“ - Stefan Köhler, Silver Server

Zur Kritik von EU-Kommissarin Reding Mitte März, die Österreich zu wenig Wettbewerb am Breitband-Markt bescheinigte - Österreichs Breitband-Anteil liege nur bei 21,4 % und damit weit unter dem EU-Schnitt, Dänemark erreiche hingegen 37,3 % - reagierte die Runde einhellig entrüstet: "Das sind nur Daten für Festnetz-Breitband allein. Wenn man mobiles Breitband einrechnet, kommt man auf 32,8 %", hatte Christian Bauer von der Telekom Austria auch konkrete Zahlen parat. Damit rangiere Österreich unter den Top-5 in Europa.

"Es kommt auf die Definition an, die Regulierungsbehörde rechnet mobiles Breitband nicht mit ein", stellte allerdings Stefan Köhler von Silver Server klar. "Überall dort, wo es Kabel gibt, gibt es eine sehr hohe Breitband-Penetrationsraten im Festnetz. Überall dort, wo es nur eine Infrastruktur im Festnetz gibt, sind wir stark hinten. Das hat damit zu tun, dass die Entbündelung in der Vergangenheit in Österreich nicht gut funktioniert hat", kritisierte UPC-Marketingleiter Gerald Schwanzer. "Ein Grund für die niedrige heimische Festnetz-Breitband-Penetration ist sicher regulatorisches Versagen", ergänzte Alfred Pufitsch. Beim Zugang zur Infrastruktur bräuchte ein gemeinsames Vorgehen mit der Telekom Austria aber eigentlich keinen Regulator "die Thematik eines Fiber-Sharing wäre mit ein paar Zettel locker zu machen", kritisierte Pufitsch. Die TA würde den Wholesale-Bereich aber immer noch als wesentlichen Mitfinanzierer betrachten. Nicht durch die Infrastruktur, sondern durch Service sollten sich die Anbieter künftig differenzieren, so sein Vorschlag.

„Viele CIOs wissen noch gar nicht, dass ihre CEOs Projekte verschieben wollen.“- Wolfgang Leindecker, nextiraOne

Befragt zur Business-Strategie für 2009 zählte Erich Mooshammer von Tele2 drei Faktoren auf: "Die Kunden brauchen Stabilität in der Performance und Quality of Services, sie müssen das Gefühl haben, den besten Deal bei einer Verhandlung gemacht zu haben - speziell in Zeiten wie diesen - und drittens zählt die Flexibilität in der Zusammenarbeit mit dem Kunden."

Auf die Frage, wie viele Anbieter der österreichische Telekom-Markt künftig vertragen und inwieweit sich die Konsolidierung noch fortsetzen werde, ging Telekom-Experte Karim Taga zunächst erklärend auf die Kundenseite ein: "Die Nutzung wird multiscreen werden, die Content-Konfigurationen werden künftig zentral gespeichert sein und egal, welches Endgerät genutzt wird, es kann wieder auf das gleiche Umfeld zugegriffen werden". Langfristig wird der Markt, und nicht nur in Österreich, "maximal drei bis vier Anbieter vertragen, es gibt auch nicht zehn Stromanbieter", stellte Taga klar. "Es handelt sich um ein global Business, auf der Welt werden sich wie etwa in der Automobilindustrie eine Handvoll durchsetzen", prognostizierte Berthold Thoma. "Zu Beginn wird es Partnerschaften, dann Mergers geben", betonte Taga.

Alle Bilder: Rudi Handl/Timeline

Teilnehmer (alphabetisch):

Christian Bauer, MBA, Bereichsleiter Marketing Telekom Austria

Christian Eggenreiter, Marketing Director, Alcatel-Lucent

Stefan Köhler, Mitglied der Geschäftsleitung, Silver Server

Wolfgang Leindecker, Director Marketing & Consulting, NextiraOne Austria GmbH

Erich Mooshammer, Leiter Business Marketing, Tele2

Christian Nemeth, Head of Marketing, Orange

Alfred Pufitsch, CEO Colt Telecom (ab 1. Mai CEO von Tele2)

Gerald Schwanzer, Vice President/CMO, UPC Austria

Karim Taga, Geschäftsführer Telekom, Arthur D. Little

Berthold Thoma, CEO "3"

Bela Virag, Bereichsleiter Business Marketing, T-Mobile

Reinhard Zuba, Bereichsleiter Marketing, mobilkom

Moderation: Christine Wahlmüller


Ort der Diskussion: Telekom Austria Zentrale, 1020 Wien

 

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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