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Kommunikation

MONITOR-Diskussion: Telekommarkt Österreich

Heimischer Telekommarkt profitiert von der Krise

KMU-Markt im Visier

"Es werden auch in den Mobilnetzen künftig viel höhere Geschwindigkeiten notwendig sein, die durch neue Technologien wie etwa HSDPA+ zu erreichen sind, wir sind aber Gott sei Dank noch nicht bei sechs GB Download-Volumen, aber definitiv schon im GB-Bereich", fasste Reinhard Zuba von der mobilkom die Situation zusammen. "Wesentlich im Businesskundenbereich sind Quality of Services. Im KMU-Bereich wird es darum gehen, künftig vermehrt Gesamtlösungen anzubieten", gab Zuba Einblick in seine Strategie.

„Der Spargedanke - mehr für weniger Geld - ist schon seit Jahren in unserer Branche.“ - Gerald Schwanzer, UPC

Alcatel-Lucent-Manager Eggenreiter, zuvor Geschäftsführer der Telekom-Lobbying-Organisation ICT Austria, äußerte sich ebenfalls zum KMU-Markt: "Die KMUs, die 85 % der österreichischen Wirtschaft ausmachen, brauchen FTTX, also das Breitband-Festnetz, und sie brauchen das flächendeckende mobile Breitband-Internet, vor allem auch im ländlichen Raum, wo etwa ein Tischler oder Architekt bei den Kunden vor Ort ist." Die Kunden im KMU- aber auch SOHO-Segment würden vermehrt jetzt Gesamt-Lösungen aus einer Hand nachfragen, meinte dazu TA-Manager Christian Bauer. "Die Leute wollen einen Preis, kalkulierbare Kosten und einen Ansprechpartner haben", so Bauer, der dazu ein neues Bündel-Angebot für diese Zielgruppe ankündigte, auch mit Blickwinkel Unified Communications.

"Bei Unified Communications ist wohl das Wichtigste die Presence Information, und in welchem Kommunikationskanal ist der gewünschte Partner verfügbar, ist er via Videotelefonie erreichbar oder kann ich ihm eine E-Mail schicken. Wir sehen da eine massive Nachfrage. Was sich die Kunden, und zwar auch KMUs, wünschen, ist eine Fixed-Mobile-Convergence", erklärte Wolfgang Leindecker von Nextira One und weiter: "Alles, was jetzt einen Hard ROI (Return of Investment) liefert, ist jetzt stark nachgefragt." Videokonferenzlösungen etwa bringen große Kosteneinsparungen. "Aber auch reine Telefonkonferenzlösungen sind ein Thema, um Reisekosten einzusparen", berichtete Erich Mooshammer von Tele2. "Im KMU-Segment sind paketierte Kommunikationslösungen - Stichwort all IP - ein wichtiges Thema, die Mobilintegration wird da sicher ein Treiber sein", sagte Mooshammer. Bei den Businesskunden müsse man differenzieren, "in Unternehmen mit oder ohne IT-Beauftragten", warf Bela Virag von T-Mobile ein, die meisten KMUs hätten jedenfalls keinen.

Wichtig vor allem bei kleinen Unternehmen: "Der Nutzer will leicht und einfach nutzbare Technologie", betonte Virag. Gutes Kundenservice sei zudem extrem wichtig. Bei den größeren Unternehmen "geht es um Workflow-Lösungen in drei Bereichen: Erstens um Tracking- und Steuerungslösungen, zweitens um Außendienstautomatisierung und drittens um integrierte Kommunikationslösungen, dazu gehören Unified Communications und mobile Nebenstellenanlagen", betonte Virag.

Nutzen an erste Stelle rücken

„Langfristig wird der Markt - nicht nur in Österreich - maximal drei bis vier Anbieter vertragen.“ - Karim Taga, Arthur D. Little

"Das Ziel des Netzausbaus muss es sein, dem Benutzer von jedem Device seiner Wahl Zugriff zur gewünschten Applikation zu gewährleisten. Und damit nehmen wir im wesentlichen die Komplexität vom Benutzer weg", stellte Alfred Pufitsch seine Ansicht von Konvergenz dar. "Was wir nicht vergessen dürfen: Wir sind heute in einem Telekom-Commodity-Bereich, wir müssen darüber hinausgehen, um wieder Wertschätzung zu haben. Wesentlich ist die Erweiterung der Dienstleistungen, um wieder Nutzen zu stiften", meinte der Noch-Colt-Chef und künftige Tele2-Boss. Der Ausbau des Next Generation Networks (NGN), der bei Colt bereits betrieben wird, sei dem Kunden egal, aber für seine künftigen Telekom-Bedürfnisse, etwa integrierte Kommunikationslösungen, unerlässlich.

"Auch der KMU-Markt hat spezielle Anforderungen, auch KMUs wollen integrierte Unified Communications-Lösungen", gab Wolfgang Leindecker zu bedenken. Die heranwachsende, neue Generation sei überdies ganz anders: "Für die sind wir absolute IT-Opas, wenn wir E-Mails schreiben, für die ist es das absolut Normalste der Welt sich in mehreren Kommunikationskanälen gleichzeitig zu bewegen", so Leindecker. "Unser Vorteil bei "3" ist: Bei uns wachsen jedes Jahr 80.000 Kunden nach, bei den anderen sterben 80.000 weg. Wir transportieren schon heute mehr Daten als die ganze A1", verwies Berthold Thoma ebenfalls auf die junge Generation und die Zukunft: "Unsere Welt wird mobiler und mobiler, wir werden unser komplettes Netz auch heuer auf HSDPA+ umrüsten", sagte Thoma.

„Es werden auch in den Mobilnetzen künftig viel höhere Geschwindigkeiten notwendig sein.“ - Reinhard Zuba, mobilkom

Im Businessbereich würden neue Applikationen und Kommunikationswege, ausgelöst durch den Einsatz der "Smartphones" (BlackBerry, iPhone, gPhone), vermehrt auf den Markt kommen, betonte Bela Virag von T-Mobile. "Wir brauchen aber für künftige Netz-Investitionen auch entsprechende Rahmenbedingungen, die uns die Leistungsfähigkeit erhält, um etwa 5 GB zu respektablen Kosten zu produzieren", fasste Reinhard Zuba von der mobilkom zusammen. "Durch die Digitale Dividende könnte der Staat auch zusätzliche Erlöse erzielen, einfach dadurch, indem er die Frequenzen, die jetzt noch für Broadcasting genutzt werden, für die Telekom-Branche umwidmet und dann gewinnbringend veräußert", hatte Thoma einen Vorschlag an die Politik parat.

 

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