Breitband-Ausbau entscheidet Zukunft

„Das Thema Outsourcing bei den Telcos ist für uns dafür eine absolute Opportunity, weil wir im Service-Bereich sehr stark sind.“ - Christian Eggenreiter, Alcatel-Lucent
"Als Folge eines normalen Cost-Reduction-Programmes, wobei insgesamt 750 Mio. Euro eingespart werden sollen, sind 6.000 Stellen weltweit bei Alcatel Lucent abgebaut worden", schnitt Eggenreiter auch das heikle Personalthema an. "Das Thema Outsourcing bei den Telcos ist für uns dafür eine absolute Opportunity, weil wir im Service-Bereich sehr stark sind", zeigte sich der Alcatel-Lucent Manager für die Zukunft optimistisch. Aber der zweiten Hälfte 2010 will Alcatel-Lucent wieder profitabel wirtschaften.
"Österreich ist anders. Während in Österreich alles gestoppt wird, stellen wir fest, dass Barack Obama ein Programm in der Höhe von sechs Mrd. Euro nur für den Aufbau von Breitband-Infrastruktur zur Verfügung stellt. Die Europäische Union geht genau den gleichen Weg, mit fünf Mrd. Euro, in Frankreich wird eine Mrd. investiert", wunderte sich Karim Taga, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Arthur D. Little (ADL) in Österreich. Zur Krise konnte Taga seine Vorredner bestätigen: "Wir haben bereits im November in einer Studie gezeigt, dass die Telekom-Branche sehr krisenresistent ist, insbesondere in etablierten Märkten". Österreich sei eine postpaid- und flatrate-Welt, zwei Faktoren, die vor der Krise schützen würden. Allerdings warnte Taga auch vor einem Anwachsen von Konkursen: "Experten sehen einen Anstieg von den üblichen 2 % pro Jahr auf 7 %." Kritisch seien die Branchen Bauwirtschaft, Automobil, Transport und Finanzwirtschaft.
Kabelnetzbetreiber haben Nase vorn

„Wir sehen eine stärkere Nutzung der Datendienste am iPhone oder auf anderen Smart- phones.“ - Christian Nemeth,Orange
Ein wichtiger Faktor bei der NGA-Entwicklung sei die Regulierung, sie wird entscheidende Auswirkungen auf die nachhaltige Standortattraktivität Österreichs haben, heißt es in der Studie. Die Produktionskosten der Mobilfunknetzbetreiber zur Bereitstellung von Highspeed-Breitbandinternet mit einem Downloadvolumen von über 5 GB/Monat sind im Vergleich zu Festnetzinfrastruktur nicht wettbewerbsfähig. Das bedeutet letztlich für die Zukunft ein Näher-Aneinanderrücken der Festnetz- und Mobilfunkbranche und sichert der oft totgesagten Festnetz-Branche das Überleben. Die Download-Volumina der User steigen dramatisch, "Im Festnetzbereich in Österreich liegen wir schon weit über 6 GB pro Monat, und wir gehen davon aus, dass wir uns rasant auf durchschnittlich 10 GB bewegen", betonte Taga. Zwar liege der Anteil von mobilem Breitband in Österreich derzeit bei 38 %, aber "das wird nicht substitutiv weitergehen, sondern ergänzend", prognostizierte der erfahrene Telekom-Experte für den Massenmarkt.

„Wir merken die Krise zurzeit kaum, der kritische Teil wird kommen, wenn die Konkurswelle in Österreich anrollt.“ - Erich Mooshammer, Tele2



7/2011
6/2011
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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 