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Kommunikation

BBI - Breitbandinfrastruktur GmbH

Breitbandland Oberösterreich

Oberösterreich ist eine sehr starke Wirtschaftsregion. Mit der Breitbandförderung soll dem wirtschaftlichen Erfolg neuer Schwung verliehen werden, ist doch für immer mehr Unternehmen ein leistungsfähiger Datentransfer die Basis für Investitionsentscheidungen. Vor diesem Hintergrund wurde 2005 die Breitbandinfrastruktur GmbH, kurz BBI, gegründet.

Manfred Litzlbauer

Die großen oberösterreichischen Energieversorger haben sich in der BBI zusammengeschlossen und gemeinsam ein flächendeckendes, skalierbares Glasfasernetz aufgebaut, den "Backbone". Als Betreiber dieses Glasfasernetzes stellt die BBI ihren Kunden, das sind Internet Service Provider, Kabelfernsehnetzbetreiber, Telekomunternehmen und Multisite-Kunden, umfangreiche Datentransport-Dienstleistungen zur Verfügung.

Die BBI GmbH ist ein Tochterunternehmen von Energie AG Oberösterreich Data GmbH (40 %), Linz Strom GmbH (35 %), Oberösterreichische Ferngas Service GmbH (15 %) und E-Werke Wels AG (10 %). Als Infrastrukturunternehmen haben die oberösterreichischen Energieversorger jahrzehntelange Erfahrung im Bau und Betrieb von Strom-, Gas- und auch von Telekommunikationsnetzen.

Netzlänge 4.700 Kilometer

Das Glasfasernetz der BBI erstreckt sich über 4.700 km Länge. In jeder der 444 oberösterreichischen Gemeinden gibt es einen Endpunkt, Point of Presence (POP) genannt. Bei der Konstruktion des Netzes wurde von Anfang an auf hohe Verfügbarkeit und Sicherheit geachtet. Aus diesem Grund wurde das System als Netz, d. h. in Ringen und Maschen, aufgebaut. Der Datentransport erfolgt in der Regel als einfache Verbindung von Punkt zu Punkt - über Vermittlungsstellen im Netz (Switches), immer auf möglichst kurzer Strecke. Für besonders hohe Sicherheitsbedürfnisse kann der Datentransport auch im "Protected Modus" betrieben werden. Dabei wird für eine ausgefallene Leitung sofort eine zweite aufgebaut und ständig bereitgehalten. Tritt am Erstweg ein Fehler auf, so wird automatisch binnen 30 ms auf den Zweitweg umgeschaltet. Das Leistungsmerkmal des Protected Modus ist neben anderen (Entstörzeiten, Verfügbarkeiten) in den Service Level Agreements (SLAs) geregelt.

Das zentrale Element ist das Core-Netz. Es ist ringförmig aufgebaut und entsprechend vermascht. Das Core-Netz transportiert die Daten mit ca. 10 Gbit/s über längere Distanzen hinweg. In Oberösterreich reicht es mit so genannten Core-Knoten in alle Bezirksstädte hinein. Das Edge-Netz ist die nächstfolgende Netzebene. Edge-Leitungen verbinden immer zwei Core-Knoten und erhöhen so die Ausfallssicherheit des gesamten Netzes. Die Übertragungsgeschwindigkeit im Edge-Netz beträgt 1 Gbit/s. An das Edge-Netz knüpfen schließlich die Leitungen zu den Kunden an (Access-Netz). Hier stehen Bandbreiten bis zu 100 Mbit/s zur Verfügung. Die Anschlussleitungen werden üblicherweise einzeln geführt, auf Kundenwunsch können diese auch zweifach verlegt werden. Eine eventuelle Beschädigung durch Umwelteinflüsse oder Baggerungen ist damit nahezu ausgeschlossen. Die Anbindung von Access-Leitungen erfolgt üblicherweise an einen Edge-Knoten, kann aber auch hier aus Sicherheitsgründen an zwei getrennten Knoten erfolgen.

Über 99,99% Verfügbarkeit

Netzwerküberwachung

Die BBI setzt bei der Betriebsführung ihres Glasfasernetzes höchste Maßstäbe an. Die derzeitige Verfügbarkeit des Gesamtnetzes liegt bei über 99,99 %. Zentrale Einheit der Betriebsführung und -überwachung ist das Network Operation Center. Von hier aus werden bereits kleine Unregelmäßigkeiten im Netzbetrieb proaktiv erkannt und korrigiert. Bei eventuellen Leitungsunterbrechungen wird sofort auf Ersatzleitungen umgeschaltet. Die Mitarbeiter des Network Operation Centers stehen Kunden täglich rund um die Uhr zur Verfügung - genauso wie die Techniker der BBI. Die unmittelbare Behebung der Störung hängt jeweils vom Service Level Agreement des Kunden ab.

Die BBI stellt den Kunden ein geschlossenes Netz zur Verfügung. Der Zugang zum Internet erfolgt an einem einzigen Punkt - dieser ist über professionelle Firewalls abgesichert. In Zukunft benötigt nicht mehr jeder Kunde einen eigenen Server und kann so seine Administrationskosten senken. Über das Glasfasernetz der BBI können Kunden die Dienste mehrerer Provider in Anspruch nehmen. Die Breitbandqualität steht rund um die Uhr uneingeschränkt zur Verfügung. Die Übertragungsleistung ist skalierbar, die Bandbreite kann später für steigende Anforderungen erhöht werden. Glasfaserkabel sind für elektromagnetische Felder unempfindlich. Sie geben auch selbst keinerlei Strahlung ab.

Beispiele

Die AK Oberösterreich wird in Gesamtösterreich von der Telekom Austria versorgt. In OÖ ist die BBI Vorlieferant und stellt der Telekom Austria Glasfaseranbindungen für alle AK-Standorte zur Verfügung. Die BBI hat alle 120 höheren Schulen des Landes mit Glasfaser vernetzt - die Services liefert der Education Highway. Für Schulen ist der hohe Sicherheitsstandard besonders wichtig.

Die OÖ Landeskrankenhäuser waren die ersten Kunden des Glasfasernetzes der Energieversorger. Krankenhäuser brauchen eine nahezu hundertprozentige Versorgungssicherheit mit hoher Bandbreite. Das GRZ IT Center erbringt sämtliche Kommunikationsdienstleistungen für die Raiffeisenbankstellen. Im Auftrag des GRZ hat die BBI 440 Bankstellen vernetzt. Bankomaten müssen schließlich immer verfügbar sein.

Alle Bezirkshauptmannschaften, Straßenmeistereien, Tunnels und Pflegeheime hat die BBI mit Linz vernetzt. Sämtliche Server der Bezirkshauptmannschaften sind zudem in Linz zentralisiert. mieX, der lokaler Internet Service Provider im Mühl- und Innviertel, bietet Services über entbündelte Telekomleitungen, die BBI führt den Datenabtransport durch.

Der Umstieg vom herkömmlichen Kupfernetz auf das hochleistungsfähige BBI-Glasfasernetz erfolgt für Kunden absolut reibungslos und ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs.

www.bbi-ooe.at

Manfred Litzlbauer, BBI GmbH, Geschäftsführer seitens Energie AG Oberösterreich Data GmbH

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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