System-One-Lösungen rücken dem permanenten Informations-Overflow zu Leibe und machen relevante Informationen geordnet rasch verfügbar. Das technische Geheimnis dahinter liegt in der intelligenten Verknüpfung des Semantischen Web mit sozialen Netzen (Web 2.0) sowie den unternehmensinternen Daten.
System One wurde Anfang 2005 vom Tiroler Bruno Haid gegründet und erzielte 2008 einen Umsatz von mehr als einer Mio. Euro. "2009 erwarten wir ein dreistelliges Wachstum bei den Kernzahlen Umsatz und Gewinn", gibt sich Bruno Haid aufgrund der derzeitigen Auftragslage sehr optimistisch. Geht alles wie geplant, so werden zu den zwanzig Mitarbeitern wohl heuer noch einige dazustoßen, derzeit sind bereits einige Positionen auf der Website ausgeschrieben.
Informationsvorsprung garantiert
Erstes Produkt der jungen Truppe war System One "Collaboration". "Dabei werden innerhalb des Unternehmens beliebige Informationsressourcen automatisiert in Kontext zueinander gesetzt", erklärt Haid. "Wenn Sie etwa an einem Artikel über System One zu arbeiten beginnen, sagt Ihnen das System automatisch in Echtzeit, wer hat sich bereits mit ähnlichen Themen beschäftigt, was gibt es im Web dazu, welche E-Mails haben Sie dazu vielleicht schon erhalten", hat Haid ein anschauliches Beispiel parat.
Vor etwa eineinhalb Jahren kam es dann zu einer Umstellung bzw. Erweiterung des Produktportfolios: Zusätzlich zu "Collaboration" wurden die Produkte "Radar" und "Fabric" neu eingeführt, die auf der gleichen Kerntechnologie aufbauen. "Radar" ist mehr als Medienbeobachtung. "Medien- und Informationsströme werden global beobachtet, weniger klassisch für Kommunikations- und PR-Aufgaben, sondern zur Strategie- und Innovationsentwicklung", erläutert Haid.
Nach zuvor definierten Themenportfolios werden Informationen aller Art (Web, Social Media, Drucknachrichten) gesucht und extrem verdichtet mit dem Blickwinkel "Trends zu erkennen und Analysen zu erstellen", so Haid. Deutsche Medien haben schon frühzeitig den Wert der Lösung erkannt. Das deutsche Nachrichtenmagazin "Focus", der Burda Verlag und die "Rheinische Post" nutzen die automatisierte Kontextualisierung und erstellen mit Hilfe der Technologie Dossiers zu Personen und Themen. Ebenso ist die heimische Tageszeitung "Die Presse" bereits System One-Kunde.
Aber auch Unternehmensberater McKinsey, die deutsche Pleon-Gruppe, Marktführer im PR-Bereich, BMW, Daimler sowie Swarovski machen sich das Tool zunutze: Ob Marktforschung, Wettbewerbsbeobachtung, Brand Management, Risikoabschätzung und -management, Investor Relations oder die Entwicklung von Innovationsstrategien, viele Anwendungen sind möglich.
Das dritte Produkt "Fabric" ist "im Grunde unsere Kerntechnologie als White Label Plattform, mit der wir mit den Unternehmen gemeinsam eigene Lösungen bauen können", betont Haid. Das Spektrum ist dabei sehr weit, es reicht von der Spezialsuchmaschine für Medienunternehmen bis hin zu spezifischen Plattform-Lösungen für Consulter. "Wir haben etwa gerade ein Portal für die deutsche Telekom entwickelt, das Ende April online gehen wird", erläutert Haid aktuelle Einsatzgebiete.
Förderung gut genutzt
"Die Förderlandschaft in Österreich ist sehr gut, das war für uns essentiell, wir wurden vom Austria Wirtschaftsservice (AWS) und der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) beim Start finanziell gefördert", ist Haid voll des Lobes, "wir mussten schließlich fast zwei Mio. Euro in die Vorentwicklung investieren. Unser Glück war, dass wir recht früh gute Kunden wie BMW akquirieren konnten."
Wichtige Grundlage für den Erfolg ist ein gutes Team: Seit Februar ist Alexander Lendl, erfahrener Spezialist für Java und Web-Applikationsentwicklung, "technischer Kopf" des Unternehmens. Als Mitbewerb nennt System One-Gründer Bruno Haid große SW-Unternehmen wie Microsoft mit "Sharepoint" sowie klassische Suchanbieter. Künftig will System One den Vertrieb aufstocken und Partnerschaften etwa mit IT-Consultern eingehen. Prinzipiell "wollen wir uns weltweit in der Wahrnehmung im Bereich semantische Technologien positionieren", gibt sich Haid selbstbewusst. "Ende 2009 wird auch eine Finanzierungsrunde ein Thema sein", schaut sich Haid schon nach potentiellen Geldgebern in der Venture-Capital-Szene um.
Die austria wirtschaftsservice (aws) als Spezialbank des Bundes für unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung bietet ein spezielles Förderprogramm für Unternehmensgründungen im Hightech-Bereich mit den Modulen PreSeed und Seedfinancing. Die Kombination aus Finanzierungs- und Beratungsmaßnahmen unterstützt GründerInnen und JungunternehmerInnen dabei, aus Innovationen erfolgreiche, marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu machen.
Mehr Infos unter: www.preseed.at bzw. www.seedfinancing.at
Diese Serie über erfolgreiche Hightech-Unternehmen aus Österreich widmet Ihnen die aws. www.awsg.at




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7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 