Das österreichische Bundesministerium für Finanzen (BMF) setzt mit dem Projekt "E-Finanz PM" im Personalwesen auf eine Service-orientierte Architektur (SOA) mit Software-Lösungen und Dienstleistungen von HP. In dem auf fünf Jahre angelegten Projekt werden die Verwaltungsprozesse des Personalmanagements auf einer modernen IT-Umgebung aufgesetzt - von Personalakten über Bewerbungen bis hin zu umfangreichen Servicefunktionen für Mitarbeiter.
"In einem ersten Schritt werden rund 15.000 Personalakten des Finanzministeriums - das als Pilotressort fungiert - gescannt, qualitätsgesichert, indiziert und dokumentenecht gespeichert. Im Laufe des Jahres 2009 werden sie in komplett digitalisierter Form verfügbar sein und den Personalzuständigen im Rahmen des IT-Verfahrens PM-SAP (Personalmanagement des Bundes mit SAP) für alle Prozesse zur Verfügung stehen", erklärt Dipl.-Kfm. Michael Svoboda, Leiter der Sektion I (Präsidialsektion) des BMF, seine Vision.
"Durch die Erweiterung des Verfahrens PM-SAP, an welches alle Ressorts und Obersten Organe des Bundes angeschlossen sind, um die Projektinhalte von E-Finanz PM werden wir eines der modernsten IT-gestützten Personalverfahren des öffentlichen Bereichs in ganz Europa haben", fasst Erich Albrechtowitz, Leiter der Abteilung V/6 (IT-Personalmanagement) des BMF, die Projektziele zusammen.
Den rund 4.000 Anwendern in über 170 Dienstbehörden/Personalstellen des Bundes wird mit dem IT-Verfahren PM-SAP seit 2006 eine IT-Unterstützung zur Verfügung gestellt, die die Bereiche Personaladministration, Organisationsmanagement, Zeitwirtschaft, Personalabrechnung, Reisemanagement, Managementinformation sowie den Bereich der Mitarbeiterselbstbedienungskomponenten (Employee Self Service - ESS) abdeckt.
Im Rahmen von E-Finanz PM werden nun die Personalgeschäftsprozesse für Mitarbeiter und Vorgesetzte durch weitere IT-Lösungen unterstützt. Konkret sollen in einem ersten Schritt die bestehenden Papierakten digitalisiert und in einem Archiv bundesweit verfügbar gemacht sowie der Recruiting-Geschäftsprozess vollständig automationsunterstützt werden.
Gesucht wurde daher nach einer Vorgehensweise und einer Lösung, die es dem Auftraggeber gestatten würden, ein organisatorisches, fachliches und technologisches Transformationsprojekt dieser Größenordnung erfolgreich abzuwickeln. Das heißt auch, verschiedene Ziele optimal miteinander zu kombinieren: Die Reaktion auf Änderungen, zum Beispiel in der Gesetzeslage, muss flexibler und schneller werden. Anwender sollen in ihrer täglichen Arbeit bestmöglich mit IT-Lösungen im Hintergrund unterstützt werden - von der IT-gesteuerten Prozessautomation bis zur Prozessinnovation, die sich an den Geschäftszielen orientiert.
Für die gemeinsame Umsetzung fiel die Wahl auf HP, deren Konzept überzeugte, für die gesamte Personalmanagement-Lösung eine gemeinsame Infrastruktur in Form einer Service-orientierten Architektur (SOA) auf Basis von SAP-Modulen zu schaffen. Sämtliche Services des Personalmanagements sollen künftig auf dieser neuen Architektur aufsetzen und so der Personalverwaltung ermöglichen, neue Services schneller zu entwickeln, zu testen und mit minimalem Inbetriebnahme-Risiko auszurollen.
HP Software wird einen elementaren Anteil zu der für dieses komplexe Projekt nötigen Entwicklung, Konsolidierung und Automatisierung der Services beitragen. Zum Einsatz kommen dabei folgende Bestandteile des HP Software Portfolios: HP Project Portfolio Management Center, HP SOA Systinet Center, HP Quality Center, HP Performance Center inkl. LoadRunner, Universal Configuration Management Database und HP Business Availability Center. Außerdem wurde für E-Finanz PM ein komplettes Lifecycle-Management konzipiert und umgesetzt, das auf der HP Lifecycle Management Tool Suite aufbaut und die Erweiterungen für SAP enthält.
Die erste Projektphase startete im Februar 2008 mit Konzeption und Implementierung von Programmorganisation sowie Governance-Modell und wurde termingerecht abgeschlossen. Die zweite Phase bis Ende Oktober 2008 war dem Konzept der SOA-Gesamtarchitektur gewidmet. Parallel gingen mit dem Scannen der Personalakten bereits die ersten Services in Betrieb. Die dritte Phase umfasst die Geschäftsprozessgruppen Personalakten und -prozesse sowie Personal-Recruiting.




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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 