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Strategien

MONITOR Expertenrunde: IT-Forschung in Österreich

Exzellente Forschung als Ausweg aus der Krise

Gefahr für Forschungsstandort Österreich

„Wir werden ein Startup-Essential- Programm in Österreich für wissenschaftliche Institutionen sowie für Unternehmen beginnen.“ – DI Gerald Hartl, Sun

"Österreich ist ein Land der KMUs und es gibt sehr viele KMUs, die Forschung betreiben und auch von Forschungsgeld abhängig sind", führte Gernot Wörther, Berater für Forschungsförderung, Schwerpunkt IT, bei PNO Consultants, das Gespräch zurück zur Wirtschaft. Wenn die Forschungsbudgets nun gekürzt werden, "wird der Innovationsmotor ins Stocken geraten", prognostizierte Wörther. Bei großen Unternehmen würden betreff des Forschungsstandorts immer zwei Fragen zentral auftauchen: Erstens: Wo gibt es gute, qualifizierte Leute für Forschungsprojekte? Zweitens: das Geld d.h. wo und wie komme ich zu öffentlichen Geldern und adäquater Forschungsförderung? "Es gibt bei der FFG das Headquarter-Programm, das in der Vergangenheit sehr erfolgreich war. Wenn es da zu Kürzungen kommt, werden sich große Unternehmen künftig wahrscheinlich dann für andere Länder entscheiden", glaubt Wörther.

"Wir sind dazu da, Unternehmen an die Hand zu nehmen und zu begleiten", ging FFG-Experte Zergo auf das KMU-Thema ein. "Wir arbeiten da stark mit Beratungsdienstleistern wie der PNO Consultants zusammen, um vermehrt Projekte zu fördern", so Zergoi. IM IKT-Bereich lag die EU-weite Erfolgsrate (Förderung von eingereichten Projekten) bei 15 % (Österreich: 24 %). "Laut unseren Untersuchungen lässt sicht die Erfolgsrate sogar noch verdoppeln, wenn Beratungsleistungen in Anspruch genommen werden", betonte Zergoi.

Für KMUs, die Forschung betreiben, gäbe es überdies spezielle Förderprogramme, wie etwa "Research for SMEs" (Start für die nächste Ausschreibung allerdings erst wieder im 4.Quartal 2009, Anm.d.Red.). Neu und extra für KMUs wurde auch EUROSTARS (im Rahmen von EUREKA) eingerichtet. "Die EU-Förderprogramme sind zur Zeit sehr interessant", riet PNO-Consulter Gernot Wörther dringend, diese Chance zu nutzen.

Zukunftsstrategien für IKT-Forschung

Ein zentraler Punkt ist die Verwertung von Forschungsergebnissen, waren sich alle Beteiligten einig. "Hier gibt es eine Reihe von Empfehlungen, die sich auf den Bereich des geistigen Eigentums und die Patentproblematik beziehen, wo es sicher noch Verbesserungspotenzial gibt", versicherte Stockhammer. Wichtig sei auch die Schnittstelle Universität - Wirtschaft, da gäbe es eine Reihe von Möglichkeiten. "Im Dezember gab es gerade eine Ratsempfehlung zum Thema Unternehmensgründungen und Spin-Offs", betonte Stockhammer.

Wichtig sei es natürlich auch, die Attraktivität des österreichischen Forschungsstandorts zu heben. "Dazu gehört, den Frauenanteil in der IKT-Forschung zu heben "von derzeit 8 % in der IKT-Forschung im Unternehmensbereich auf 25 % bis zum Jahr 2020". An den Unis sehe es besser aus, mit einem Frauenanteil von derzeit 22 %. "Hier wäre es schön, auf 50 % zu kommen", sagte Stockhammer.

Auch Mobilität sei ein wichtiges Stichwort, vor allem, um auch Forscher zu bewegen, wieder zurück nach Österreich zu kommen, "es mangelt noch an den richtigen Rahmenbedingungen, wir sollten uns an Ländern wie Singapur, Finnland oder Schweden orientieren. 2009 wird dann erfolgreich, wenn die bestehenden Programme weitergeführt werden können und nicht durch einen möglichen Rückgang in der Forschungsfinanzierung Einbußen erleiden und wenn man es schafft, dass IKT aber auch Naturwissenschaften und technische Disziplinen an Attraktivität gewinnen", schloss Stockhammer.

Bei der FFG gibt es 2009 drei Ausschreibungen, "die EU setzt einige Schwerpunkte wie etwa "Future Internet", dann "ICT for Sustainable Growth" mit Themen wie IKT zur Unterstützung von Energieeffizienz oder Mobilität. Der dritte Punkt ist der Bereich IKT-Komponenten und Systeme, wo Embedded Systems, Systems on Chips oder Photonics enthalten sind", betonte FFG-Experte Zergoi. "Es geht sicher noch darum, mehr Bewusstsein bei den Unternehmen für die Fördermöglichkeiten zu schaffen, die wir bieten", wünschte er sich.

"Jeder muss an seinem Platz in der Branche beitragen. Wir haben z. B. Ende Februar eine große Wirtschaftsinformatik-Tagung in Wien mit 160 Vorträgen organisiert", berichtete WU-Prof. Hansen. (www.wi2009.at) "Sehr viel unserer Energie geht auch in Vermarktungsstrategien hinein, um den Erfahrungsaustausch mit der Wirtschaft zu pflegen", stellte Hansen fest.

"Wir sind dabei unsere Hausaufgaben zu machen, wie etwa den Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen. Seit Jahren fordern wir auch einen IKT-Beauftragten", stellte Seyruck fest.

"Wir arbeiten im Bereich Service und Autonomic Computing, wichtig ist uns eine erfolgreiche Zusammenarbeit und Vernetzung bei den Forschungsprojekten", ging TU-Prof. Dustdar auf inhaltliche Schwerpunkte ein.

Sehr aktiv ist man bei Sun, "Wir werden erstens ein Startup Essential Programm in Österreich für wissenschaftliche Institutionen sowie Unternehmen beginnen und zweitens haben wir die Initiative Campus Sun auch in Österreich gestartet: Es gibt mittlerweile eine Java Studenten User Group an der TU Wien, die im April gemeinsam mit der WU Wien eine Veranstaltung machen wird, mit dem Ziel neue Start-Ups zu gründen", berichtete Gerald Hartl.

Auch Microsoft hat einige Programme laufen, während es bei SAS in Österreich vor allem darum geht, Kooperationspartner aus der Wissenschaft zu gewinnen.

EUGA
Um KMUs bei der Umsetzung ihrer innovativen Projekte zu unterstützen, hat Microsoft zusammen mit PNO Consultants, HP, Intel und der WKÖ eine Initiative mit dem Namen EUGA (= European Grants Advisor) gestartet, die KMUs durch öffentliche monetäre Förderungen bei der Finanzierung ihrer Projekt unterstützen soll. Bei EUGA gibt es eine kostenlose Erstberatung von PNO Consultants für Unternehmen, um KMUs die Möglichkeit zu eröffnen, alle Fördermöglichkeiten (F&E, Investitionen, Anstellung neuer Mitarbeiter, Trainings) auszuschöpfen. EUGA wird derzeit in allen EU Ländern sowie Kroatien und der Türkei angeboten. Weitere Informationen sowie eine aktuelle Fördermitteldatenbank sind auf www.foerdermittel-ratgeber.at verfügbar.

Links

www.rat-fte.at Im Bereich News ist der Download des neuen IKT F&E-Strategiepapiers möglich.

www.ffg.at Österr. Forschungsförderungsgesellschaf. KMUs finden unter http://rp7.ffg.at/kmu_inhalte weiterführende speziell zugeschnittene Informationen zum Thema EU-Forschung. Kontakt: DI Jürgen Rattenberger, Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien, Tel. +43 (0)5 7755 - 4208, juergen.rattenberger@ffg.at

Diskussionsteilnehmer (alphabetisch)

Univ.Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Robert Hansen, Department of Information Systems, WU Wien

Univ.Prof. Mag. Dr. Schahram Dustdar, Institut für Informationssysteme, TU Wien

DI Gerald Hartl, Account Manager for Education and Healthcare, SUN Microsystems

DI Werner Rohrer, Academics und Education Manager, SAS Österreich

Dipl.-Ing. Wilfried Seyruck, GF Programmierfabrik und stv. Vorsitzender der Berufsgruppe "Informationstechnologen" der WKO/UBIT

DI Andreas Schabus, Academic Relations Manager und Leiter Innovation Center, Microsoft Österreich

Mag. Constanze Stockhammer, IKT-Referentin, Rat für Forschung und Technologieentwicklung

Mag. Gernot Wörther, Senior Consultant (Förderungsberatung, Schwerpunkt IT), PNO Consultants

Thomas Zergoi, Europäische und internationale Programme, FFG (Forschungsförderungsgesellschaft)

 

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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