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Strategien

MONITOR-ERP-Podiumsdiskussion auf der ITnT 2009

"Die Herausforderungen annehmen"

ERP als Mittel, um Prozesse zu straffen und sich für neues Wachstum nach der Krise zu rüsten - das war eine Kernbotschaft bei der ERP-Podiumsdiskussion des MONITOR auf der ITnT 2009.

Auf der Suche nach der Anwenderzufriedenheit und den Chancen in der Wirtschaftskrise: ERP-Podiumsdiskussion des MONITOR auf der ITnT 2009

Für genug Diskussionsstoff sorgte auch Christoph Weiss, Chef des Österreich-Büros von i2s-consulting, der in einem Impulsreferat noch einmal die Ergebnisse der von ihm geleiteten ERP-Zufriedenheitsstudie 2008 präsentierte. Konklusio der detailreichen Untersuchung: Insgesamt hat sich die Anwenderzufriedenheit gegenüber 2006 nur marginal verbessert. Nach wie vor weisen aber die meisten kleineren Anbieter die zufriedeneren Kunden auf, während die großen Hersteller bei der Systemzufriedenheit durchwegs durchschnittlich abschneiden und in puncto Implementierungspartner-Zufriedenheit sogar teilweise deutliche Schwächen aufweisen. MONITOR-Chefredakteur Rüdi ger Maier fragte die sechs am Podium versammelten Anbieter, ob und wie sie die Erkenntnisse aus der Studie in ihrer praktischen Arbeit nutzen konnten.

Wolfgang Reichenbach, Vorstand von Step Ahead (Produkt: Step Business Solutions), freute sich über das gute Abschneiden seiner ERP-Lösung und lobte die Studie als "unabhängigen Gradmesser für Anbieter und Kunden". Auch Markus Hufnagl, Geschäftsführer von oxaion in Österreich meinte, das positive Feedback aus der Studie sei "eine Bestätigung, dass wir gute Arbeit leisten." Thomas Grausgruber, Geschäftsführer globesystems (Produkt: globemanager) betonte, dass gerade in Krisenzeiten der Implementierungsaufwand möglichst gering gehalten werden müsse. "Der globemanager hat eine Entwicklungsumgebung, mit der wir ohne Programmierung die Prozesse der Kunden sehr rasch abbilden und anpassen können." Reichenbach plädierte dafür, die Wirtschaft trotz Krise nicht krank zu reden und wies auf die "hohe Mittelstandsorientierung in Österreich und Süddeutschland" hin. Der Mittelstand sei innovativ und agil und könne wesentlich flexibler auf die Krise reagieren. "Derzeit überhäufen sich Negativmeldungen über Entlassungen und Kurzarbeit, aber über den Erfolg und das Wachstum sehr vieler Mittelständler wird nicht berichtet. Und vom ERP-Standpunkt muss sagen: Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist jetzt in der Krise, um für das Wachstum danach noch besser gerüstet zu sein. Nur versuchen, die Kosten im Griff zu haben, ist nicht ausreichend"

Die Krise sinnvoll nutzen

Auch Markus Hufnagl, Geschäftsführer oxaion Österreich, "kann das Wort Krise nicht mehr hören" und bestätigte, dass der Mittelstand nach wie vor "sehr gut unterwegs" sei. "Investitionen in die IT sind eine gute Möglichkeit, Kosten einzusparen. Und es wird nach wie vor investiert. Unser viertes Quartal war sehr gut, und auch jetzt merken wir noch keinen Umsatzrückgang." Robert Allabauer, Unternehmensberater und heimischer Fauser-Repräsentant (Produkt: JobDISPO), ergänzte: "Es ist jetzt eine gute Zeit, in die IT und in die Verbesserung der Organisation und der Prozesse zu investieren. Die Steigerungsraten der letzten Jahre waren ohnehin nicht mehr gesund, die hat man im Mittelstand teilweise gar nicht mehr bewältigen können. Man sehnte sich schon nach einer kurzen Verschnaufpause." Auch Weiss betonte, dass man "nicht jedes Jahr zweistellige Steigerungsraten erwarten" könne, und mahnte, jetzt nicht auf Tauchstation zu gehen, sondern die Verschnaufpause sinnvoll für eine Schärfung der strategischen und organisatorischen Ausrichtung zu nutzen - kurzum "in dieser herausfordernden Zeit die Herausforderungen anzunehmen".

In puncto Outsourcing und alternative Liefermodelle (ASP, Software als Service) bleiben KMU laut Werner Hehenwarter, Geschäftsführer Logistik Pur Software (Produkt: Helium V) nach wie vor sehr zurückhaltend: "Die größte Sorge ist: "Was passiert mit meinen Daten, wenn ich sie außer Haus gebe." Das Mieten von ERP-Software sei für KMU hingegen schon eine Option, die in der Krise vermehrt angenommen werde.

Nachholbedarf zeigte die ERP-Studie bei der Schulungspraxis vieler Anbieter auf. "Da haben wir dazugelernt", erklärte Grausgruber. "Anfangs wollten wir nicht zu viel schulen, da der globemanager ohnehin intuitiv zu bedienen und die Oberfläche individuell anpassbar ist. In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass wir mehr machen müssen." Hufnagl (oxaion) präzisierte: "Die Kunden wollen individuelle, unternehmensbezogene Schulungen. Diese Anregung werden wir aus der Studie sicherlich mitnehmen."

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ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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