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Hubtex Maschinenbau | Libelle

Disaster-Recovery: Korrekte Daten nach 30 Minuten wieder verfügbar

Nach einem Systemausfall entschloss sich die Hubtex Maschinenbau GmbH & Co. KG, eine Disaster-Recovery-Lösung einzuführen. Indem sie geschäftskritische Daten zeitversetzt auf ein Spiegelsystem überträgt, schützt sie die Daten vor logischen Fehlern.

Hauptgebäude Hubtex Maschinenbau

Die Hubtex Maschinenbau GmbH & Co. KG im deutschen Fulda stellt als Maschinenbauunternehmen mit rund 250 Mitarbeitern speziell gefertigte, kundenindividuelle Flurförderzeuge, Seitenstapler und Sondergeräte für sperrige und schwere Güter her. Im Jahr 2007 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 46 Mio. Euro.

An einem Tag März 2007 hatte das Unternehmen gegen 16 Uhr mit einem gravierenden Systemausfall zu kämpfen. Als Ursache machte Hubtex einen defekten Controller aus, an dem alle Festplatten mit Datenbanken angeschlossen waren. Da sich der Server nicht mehr starten ließ, war eine Anmeldung unmöglich.

"Erst über neun Stunden später hatten wir das System wieder einsatzbereit. Während der normalen Arbeitszeit hätte ein Systemausfall im Jahr 2007 etwa 5.000 Euro pro Stunde gekostet. Wären Daten verloren gegangen, hätten wir mit weitaus höheren Kosten rechnen müssen", so Christian Schreiner, Gruppenleiter IT bei Hubtex.

Systemausfälle und Datenverlust können jedes Unternehmen treffen. Ursache sind routinemäßige Upgrades, Stromausfälle oder defekte Festplatten. Darüber hinaus zerstören fehlgeschlagene Wartungsarbeiten einen korrekten Datensatz. Doch sind Fertigungsunternehmen wie Hubtex auf einen konsistenten Datenbestand angewiesen. Denn auf Basis von Konstruktionsdaten und CAD-Zeichnungen werden kundenindividuelle Maschinen gebaut. Diese produziert Hubtex nicht in Massen, sondern stellt speziell gefertigte Flurförderzeuge, Seitenstapler und Sondergeräte für schwere und sperrige Güter oft in Losgröße eins her.

Geschäftskritisch: Kunden- und Auftragsdaten

Zu jeder konstruierten Maschine gehören Auftragsdaten, Kundeninformationen und der tägliche Schriftverkehr zwischen Auftraggeber, Hersteller und anderen Beteiligten. Ein Großteil dieser Daten ist im SAP-System gespeichert. Ein korrupter Datensatz hätte weitreichende Folgen und würde nicht nur etwa die Buchhaltung, Logistik und den Vertrieb betreffen, sondern beispielsweise auch die Produktion, die ihre Fertigungsunterlagen den einzelnen Abteilungen wieder zur Verfügung stellt.

Um die Daten zu schützen, sicherte Hubtex vor Einführung einer Disaster-Recovery-Lösung den gesamten Datenbestand einmal pro Nacht. Christian Schreiner: "Nach dem mehrstündigen Ausfall bestand für uns dringender Handlungsbedarf. Daher haben wir Anforderungen an eine umfassendes IT-Sicherheitskonzept definiert und uns umgehend auf dem Markt umgeschaut." Dabei stand eine einfache Handhabung im Vordergrund. Zudem sollte ein Systemausfall nach spätestens vier Stunden behoben werden können.

Zufällig erlebte Hubtex die Disaster-Recovery-Lösung der Libelle Sales + Services GmbH & Co. KG in einer Live-Demonstration. "Uns hat die leichte Bedienung der Software über eine grafische Oberfläche überzeugt. Zudem haben wir live gesehen, wie die Daten nach einem Systemausfall innerhalb weniger Minuten wieder verfügbar waren. Nicht zuletzt sprach auch das gute Preis-Leistungsverhältnis für sich. Denn da die Lösung hardwareunabhängig funktioniert, konnten wir Kosten sparen", sagt Christian Schreiner.

Alle Transaktionen auf dem Spiegelsystem

Kurz nach dem IT-Notfall führte Hubtex im Mai 2007 die Disaster-Recovery-Lösung ein. Das vierköpfige Projektteam implementierte die Software auf das Testsystem, das identisch zum SAP-Produktivsystem aufgebaut ist. Im laufenden Betrieb und bei voller Verfügbarkeit der Produktivseite wurden alle wichtigen Dateien und Datenbanken initial auf das angelegte Spiegelsystem übertragen. Nach einer kurzen Einführungszeit dauerte die eigentliche Produktivumstellung der Lösung etwa eine Woche. Seitdem kopiert die Software permanent alle Transaktionen der Originaldatenbank auf den Spiegel.

In einem Zeittrichter, der zwischen Echt- und Spiegelsystem wirkt, werden alle Datensätze vorübergehend zwischenspeichert. Physisch befindet sich der Trichter auf der Spiegeldatenbank, damit er bei Ausfall des Originalsystems zugänglich ist. Wann die Daten vom Trichter an das Spiegelsystem weitergegeben werden, ist individuell einstellbar. Christian Schreiner: "Wir haben einen Zeitversatz von drei Stunden gewählt und spiegeln nur während der Arbeitszeit zwischen 8 und 18 Uhr. Das ermöglicht uns, auf Anwenderfehler zu reagieren, vor denen wir bisher nicht gewappnet waren. Ganz im Gegenteil zu Hardware-Fehlern. Denn ein Standardersatzteil liegt bei uns immer griffbereit im Schrank." Ab 18 Uhr wird keine Spiegelung mehr vorgenommen. Nächtliche Änderungen bleiben im Trichter und werden erst am nächsten Arbeitstag auf die Spiegeldatenbank übertragen. So gelangen fehlerhafte Transaktionen gar nicht erst auf das Spiegelsystem.

Korrekter Datensatz innerhalb von 20 Minuten verfügbar

Bei einem ersten Test verlief die manuelle Umschaltung vom Produktiv- auf das Spiegelsystem reibungslos. Nach einem simulierten Systemstillstand konnte innerhalb von 30 Minuten auf den unbeschädigten Datensatz auf dem Spiegelsystem zugreifen werden. Per Mausklick wurde es aktiviert. Christian Schreiner: "Die einfache Handhabung macht es allen Nutzern leicht, die Software richtig zu bedienen. Daher wurde die Lösung von den Anwendern sofort akzeptiert. Insgesamt fühlen wir uns heute sicherer. Auch weil wir wissen, dass uns der telefonische Libelle-Service rund um die Uhr zur Seite steht."

Als neues Projekt ist geplant, die Lösung auf einem separaten Server zu installieren. Denn so kann das Spiegelsystem neben der Datensicherung auch für zusätzliche Aufgaben verwendet werden. Updates beispielsweise lassen sich darüber durchführen. Das entlastet nicht nur das Produktivsystem, sondern entschärft zugleich Updates als mögliche Gefahren.

www.libelle.com

"Heute fühlen wir uns sicherer"

Christian Schreiner, Gruppenleiter IT bei Hubtex.

Interview mit Christian Schreiner, Gruppenleiter IT bei Hubtex.

 

Wie haben Sie vor Einführung der Disaster-Recovery-Lösung Ihre Daten gesichert?

Die Daten vom SAP-ERP-System haben wir separat von den anderen Anwendungen gesichert. Dabei wurden die Datensätze jede Nacht auf Magnetbänder kopiert.

Wie war Ihre erste Reaktion auf den IT-Notfall?

Nach dem ersten Schreck haben wir uns darauf konzentriert, den Ausfall des SAP-Systems zu analysieren. Obwohl wir schnell reagiert und sofort Maßnahmen ergriffen haben, ließ sich ein längerer Ausfall leider nicht mehr vermeiden.

Wie sichern Sie Ihre Daten über die Disaster-Recovery-Lösung hinaus?

Wir sichern die Daten immer noch zusätzlich auf Band. Außerdem stehen die Server mit Produktiv- und Spiegelsystem in zwei unterschiedlichen Rechenzentren. Türen und Wände sind aus feuerfestem Material. Darüber hinaus haben wir in alle Serverräume USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgungen) eingebaut, die einen Stromausfall kompensieren. Dauert der Stromausfall zu lange, werden die Server von den USV-Anlagen geregelt ausgeschaltet.

 

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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