Klassischerweise wird die IT in großen Organisationen im Rahmen umfangreicher Projekte weiterentwickelt. Auch wenn die operativen Aufgaben in IT-Projekten im Zuge des Outsourcing-Trends der letzten Jahre oft aus dem Unternehmen ausgelagert wurden, so ist ein effektives Projektcontrolling unabdingbar. Bei der Abwicklung von Projekten kommt dabei zunehmend Projekt-Portfolio-Management-Software (PPM-Software) zum Einsatz. Diese Systeme unterstützen neben dem klassischen Projektmanagement auch Prozesse des Demand Managements, der Projektpriorisierung und -auswahl sowie die systematische Steuerung von Projekten in Multiprojektumgebungen. Unser Autoren-Trio Michael Kaiser, Frank Radeke und Jean-Peter Lausberg hat in einer aktuellen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Frederik Ahlemann (Institute of Research on Information Systems, IRIS, der European Business School) die führenden Produkte dieser Softwaregattung einer Analyse unterzogen.
Aufgrund seiner noch geringen Größe wurde der Markt für PPM-Software jahrelang von großen Softwareherstellern wie IBM, HP oder CA ignoriert. In den letzten Jahren hat sich allerdings PPM so verbreitet, dass die Absatz- und Umsatzchancen auch für große Softwareunternehmen attraktiv geworden sind. Statt langwieriger Eigenentwicklungen gingen die meisten großen Anbieter den Weg der Akquisition unter den zahlreichen kleinen bis mittelgroßen Herstellern entsprechender Lösungen. Mittelgroße PPM-Spezialisten wie Planisware oder Planview wiederum setzen häufig auf Wachstumsstrategien, um nicht selbst zu Übernahmekandidaten zu werden. Kleine, häufig national agierende Hersteller geraten durch die Dominanz der großen und mittelgroßen Hersteller zunehmend in Schwierigkeiten, sofern sie sich nicht geeignet differenzieren können. Eine Reihe von kleineren Anbietern tut sich derzeit schwer, die eigenen Umsätze zu halten oder auszubauen. Hier ist mit einer weiteren Bereinigung des Marktes zu rechnen, die auch bei Investitionsentscheidungen beachtet werden sollte. Vertiefen Sie sich in die ausführliche Markt- und Produktanalyse ab S. 10.
Methoden des Projektmanagements
MONITOR-Autor Carl-Markus Piswanger hat sich das Feld des Projektmanagements (ab S. 13) näher angesehen und festgestellt, dass bei seriöser Betrachtung schnell bewusst wird, dass hier spezifische Methoden tief verankert sind. Es finden sich Anleihen von den Formal- und Wirtschaftswissenschaften bis zu Sozial- und Kommunikationswissenschaften. Zusätzlich muss die Theorie auch auf den Boden gebracht werden und das bei hoher Dynamik und veränderlichen Situationen, beides typische Kennzeichen von Projekten. Kaum eine Materie bietet daher auch so viele Ausbildungen an. Gerade bei IT-Projekten sind besonders intensive Abstimmungen notwendig, etwa mit Prozessen des Change- und Claim-Managements. Im Laufe der Zeit entwickelten sich eine Unmenge Vorgehensmodelle, in Österreich gilt meist das V-Modell als Vorlage. Um den verschiedenen Projektmethoden auf den Zahn zu fühlen, hat unser Autor dazu auch ein Interview mit der Chefin von Projektmanagement Austria (pma) Mag. Brigitte Schaden geführt.
IKT-Forschung in Österreich
Kurz nach Veröffentlichung der IKT-Forschungsstrategie des österreichischen Rats für Forschung und Technologieentwicklung (RFTE) hat MONITOR eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde zusammengerufen, um ein klareres Bild von der heimischen IKT-Forschung zu gewinnen. Während nämlich hierzulande an vielen Budgettöpfen gespart wird, investieren Länder wie Deutschland, China oder die USA derzeit massiv in die Forschung und haben ihr (staatliches) Forschungsbudget sogar in hohem Ausmaß aufgestockt. Insbesondere für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) als wichtiger Wirtschaftsmotor, appelliert der RFTE, wäre eine gezielte Investition dringend notwendig, um auch Forscher aus dem Ausland anzuziehen. "Damit Österreich Chancen auf einen internationalen IKT-Spitzenplatz hat, muss das es IKT-Einwanderungsland werden", betonte etwa Günter Bonn, stv. Ratsvorsitzender und Professor für Chemie an der Uni Innsbruck. Die Vision der IKT-Strategie: Im Jahr 2020 liegt Österreich, bezogen auf die F&E-Intensität des Unternehmenssektors, unter den Top drei aller EU-Länder - und damit in der internationalen Spitzengruppe der IKT-Nationen. Dafür braucht es einen ressortübergreifenden strategischen Rahmen, damit Österreich mit klarem Profil als ausgezeichneter IKT-Forschungsstandort positioniert wird - und auf alle Fälle Investitionen statt Einsparungen. Lesen Sie die spannende Diskussion unter Leitung unserer Autorin Christine Wahlmüller ab S. 28.
Seien Sie versichert, liebe Leserinnen und Leser, dass wir Sie in Ihren Aufgaben gerade auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten weiterhin mit aktueller und zielgerichteter Information bestmöglich unterstützen werden, Ihr
Rüdiger Maier




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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 