PEPPOL
"Pan-European Public Procurement Online"
www.peppol.eu
Budgetierung: 19,6 Millionen Euro - 9,8 Millionen Euro aus EU-Funding
Österreichische Beteiligung: Bundesministerium für Finanzen, Bundesrechenzentrum GmbH, Bundesbeschaffung GmbH
Ziele
E-Procurement (Elektronische Beschaffung) ist ebenfalls eines der Kernthemen der i2010 Strategie und des eGovernment-Action Plans der EU. Wie bei beiden vorhergehenden Feldern sind auch die Entwicklungen in diesem Feld sehr europaweit sehr heterogen - wahrscheinlich quantitativ am meisten. Innerhalb von PEPPOL wird versucht, eine sichere Infrastruktur aufzubauen, welche den Austausch elektronischer Geschäftsdokumente sicher und integer ermöglicht. Da es bei eProcurement sehr viele unterschiedliche Dokumententypen und Dokumente gibt, musste für PEPPOL eine Auswahl getroffen werden, mit dem Ziel "repräsentative" Prozesse des elektronischen Geschäftsverkehrs zu beleuchten. Das übergeordnete Ziel von PEPPOL stellt auch die Nutzung und Einbezug von bestehenden nationalen Lösungen in Aussicht - ein gerade hier sehr wichtiger Faktor um bestehende Infrastrukturen größtmöglich zu nutzen.
Avisierte Pilotierungen
PEPPOL avisiert fünf Pilotierungen zu konkreten Anwendungen aus dem E-Procurement und einmal die Implementierung der benötigten Infrastruktur. Der Aufbau ist dem Projekt STORK daher sehr ähnlich. Die Pilotierungen beschäftigen sich mit dem interoperablen Einsatz elektronischer Signaturen beim E-Procurement, der Erstellung eines elektronischen "Virtual Company Dossiers", welches eine Übersicht von Unternehmensdaten darstellt die für Ausschreibungen notwendig sind, der Möglichkeit einen elektronischen Katalog zu befüllen (siehe eShop in Österreich) sowie den Austausch der beiden bekannten Geschäftsdokumente der elektronischen Bestellung und der elektronischen Rechnung.
Fragen an den Peppol-Experten Dr. Peter Sonntagbauer (Bundesrechenzentrum GmbH)

„Der wesentliche Erfolgsfaktor ist die Einbeziehung aller Stakeholder in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung.“ - Dr. Peter Sonntagbauer, BRZ GmbH und Peppol-Experte
Dr. Sonntagbauer: Das Projekt ist in Kernarbeitspakete unterteilt, die einzelne Phasen und/oder Kernkomponenten für eine elektronische Beschaffung betrachten. Österreich ist in allen inhaltlichen Arbeitspaketen, bis auf die elektronische Signatur an der Erbringung der Projektergebnisse beteiligt. Zusätzlich ist Österreich europaweit verantwortlich für das Arbeitspaket "elektronische Bestellung" (E-Order) und ist zusätzlich für die europaweite Verbreitung (Dissemination) der Projektergebnisse verantwortlich.
Monitor: Welche kritischen Erfolgsfaktoren werden für das Gelingen des Projekts gesehen?
Dr. Sonntagbauer: Der wesentliche Erfolgsfaktor ist die Einbeziehung aller Stakeholder in Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung. In Österreich wurde dazu seitens des Konsortium PEPPOL.AT ein Multistakeholderforum ins Leben gerufen. Wichtig ist auch die Koordination mit anderen Projekten. So hat zum Beispiel die europäische Kommission selbst hat ein Pilotprojekt für die Einführung von elektronischen Verfahren mit ihren Lieferanten begonnen, welches mit dem PEPPOL-Projekt koordiniert wird.
SPOCS
„Simple Procedures Online for Crossborder Services“

MMag. Martin Spitzenberger, Bundeskanzleramt: voraussichtlicher Projektstart von SPOCS im 2. Quartal 2009
Österreich wird auch hier prominent vertreten sein. Neben dem Bundeskanzleramt sind auch die Bundesländer Wien und Steiermark sowie die TU-Graz an Bord. Der voraussichtliche Projektstart wird, gemäß Herrn MMag. Martin Spitzenberger vom Bundeskanzleramt, im zweiten Quartal 2009 stattfinden. Das Projekt SPOCS ist ein Projekt aus der zweiten Programmausschreibung zu ICT PSP - im Gegensatz zu den vorgenannten drei laufenden Projekten aus der ersten Ausschreibung.



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 