epSOS
"Smart Open Services for European Patients"
http://www.epsos.eu/
Budgetierung: 22 Millionen Euro - 11 Millionen Euro aus EU-Funding
Österreichische Beteiligung: Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend, Arbeitsgemeinschaft ELGA (Elektronische Gesundheitsakte)
Ziele
epSOS hieß ursprünglich S.O.S. und steht für "Smart open Services for European Patients". Ziel des auf drei Jahre konzipierten EU-Projektes ist die Pilotierung der grenzüberschreitenden Nutzung von individuellen Gesundheitsdaten und von ePrescription Systemen. In den Use-Cases wurden typische Situationen definiert, in denen eine Person im Ausland ein gesundheitliches Problem hat und zwecks optimaler Behandlung auf Krankenakten "zu Hause" zugegriffen werden soll - unabhängig davon, ob jemand auf Urlaub oder für längere Zeit im Ausland ist. Ähnliche Szenarien wurden für die elektronische Verschreibung eines Medikamentes entwickelt, wobei vor allem die Medikationen von externen Patienten und die Rücküberspielung von ausgegebenen Medikamenten durch auswärtige Pharmazeuten im Mittelpunkt stehen.
Avisierte Pilotierungen
Die epSOS-Arbeitspakete sind nicht in einzelne thematische Felder gegliedert, sondern auf die letztendliche Einführung der Services ausgelegt. Rechtliche und semantische Fragen sind natürlich bei einem 12-Länder Projekt nicht unwesentlich. Nach einer kurzen Analysephase liegt der Schwerpunkt auf Spezifikation und Entwicklung und letztlich beim "Field testing". Wesentlich am Projekt ist, dass primär keine neuen technischen Lösungen entwickelt werden, sondern die Interoperabilität existierender Informationssysteme getestet werden sollen.
Fragen an den epSOS-Experten Dr. Martin Hurch (Arbeitsgemeinschaft ELGA)

„Österreich spielt eine sehr aktive und wichtige Rolle in der gesamten Darstellungs- und Veröffentlichungsstrategie des epSOS-Projekts.“ - Dr. Martin Hurch (Arbeitsgemeinschaft ELGA)
Dr. Hurch: Österreich spielt auf der einen Seite eine sehr aktive und wichtige Rolle in der gesamten Darstellungs- und Veröffentlichungsstrategie des epSOS-Projekts. Gerade in einem so großen Projekt ist es wichtig, eine gemeinsame Informationsbasis zu erarbeiten. Darüber hinaus ist Österreich aber natürlich auch in die gesamte inhaltliche - organisatorische und technische Projektarbeit involviert. Es geht in diesem Projekt ja ganz zentral darum, dass wichtige medizinische Informationen länderübergreifend im Rahmen der Patientenbehandlung verfügbar gemacht werden können. Österreich hat die Leitung des Arbeitspakets für die länderübergreifende Identifikation der Bürger und der Dienstleister im Gesundheitswesen übernommen - ein immens wichtiger Arbeitsteil, der letztendlich die Sicherheit für die Patienten schaffen muss, dass die richtigen Befunde ihnen zugeordnet werden, und die anerkannten Befugnisse der Behandelnden klar dargestellt werden können.
Monitor: Welche kritischen Erfolgsfaktoren werden für das Gelingen des Projekts gesehen?
Dr. Hurch: Einerseits ist das die Projektgröße mit 12 involvierten Ländern. Neben den unterschiedlichen verwendeten Techniken stehen auch verschiedene Rechtssysteme dahinter, die es sicherlich erforderlich machen werden, legistische Anpassungsarbeit zu leisten. Nicht zu vergessen ist die Frage der für die Kommunikation zu verwendenden Terminologien, da es sich ja auch um ein sprachraumüberschreitendes Projekt handelt. epSOS wird im zur Verfügung stehenden Zeitraum die angeschnittenen kritischen Punkte natürlich nicht abschließend lösen können. Kritisch ist sicherlich auch, dass dem gerade gesunden Menschen nur schwer klar zu machen ist, warum hier Geld in die Hand genommen wird - wenn er selbst doch aktuell eh nichts benötigt. (Die Notwendigkeit, hier zu handeln, verstehen Betroffene naturgemäß viel besser!). Damit das gemeinsame Ganze gelingen kann, werden Partikularinteressen einzelner Regionen oder Länder ein Stück in den Hintergrund treten müssen. Hier bin ich aber aus der aktuellen Projektarbeit heraus äußerst optimistisch.



7/2011
6/2011
5/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 