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Strategien

EU-Förderprogramme

Europäische Union: ICT im Fokus

Die österreichische Beteiligung bei "Large-Scale"-Pilotprojekten im CIP ICT PSP der Europäischen Union.

Seit 2007 existiert das Förderprogramm ICT PSP der EU, seit Jänner liegt die dritte Ausschreibung auf. Anders als die inhaltlich sehr breite Forschungsförderung des 7. Rahmenprogramm (2007-2011) ist dieses Programm sehr fokussiert. Es gilt Europa-politische Ziele zu erreichen, vor allem die i2010-Ziele, also den Aufbau einer Informationsgesellschaft in Europa. Deren Wichtigkeit ist nicht zu unterschätzen, zumal es, wie die Jahreszahl schon ausdrückt, einen Kernpunkt der Lissabon-Strategie darstellt, nämlich, "...wirtschaftlich, sozial und ökologisch eine Vorreiterposition in der Welt bis 2010 einzunehmen".

Das Programm

CIP steht für "Competitiveness and Innovation Framework Programme", ein von der EU initiiertes Rahmenprogramm für Wettbewerb und Innovation für den Zeitraum 2007 bis 2013. ICT steht für den Bereich "Informationsgesellschaftstechnologien" und PSP für "Policy Support Programme", sprich die Forcierung eben der Ziele, die in der i2010-Strategie festgelegt wurden - so schließt sich der Kreis.

Der öffentliche Sektor wiederum wird durch die Formulierungen des "eGovernment-Action-Plans" als Teil der i2010-Strategie sehr prominent im ICT PSP Programm avisiert - "...wider uptake and best use of ICT by citizens, governments and businesses and in particular SMEs". Die größten Projekte, die "Large-Scale"-Pilotprojekte, betreffen auch die Einführung von öffentlichen "E"-Services in Europa. Diese Projekte wollen wir Ihnen vorstellen.

Betreut wird ICT PSP von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Sie bietet umfassende Dienstleistungen an. Frau Mag. Daniela Hackl von der FFG über ihren Arbeitsbereich:"Unser Ziel ist es, österreichische ProjekteinreicherInnen durch eine fundierte Beratung zu ICT PSP bestmöglich zu unterstützen, um auch 2009 die erfolgreiche Teilnahme Österreichs aus den ersten Ausschreibungen fortzusetzen."

Die Projekte

Die drei aktuellen "Large-Scale"-Pilotprojekte, die wir vorstellen möchten, sind die Umsetzung elektronischer Identitäten (E-ID oder eID), europaweiter Gesundheitsdienste (E-Health oder eHealth) und des elektronischen Beschaffungswesens (E-Procurement oder eProcurement). Ein viertes Projekt zur Förderung von elektronischen Services bei der Umsetzung der europäischen Dienstleistungsrichtlinie steht kurz vor der Einführung. In allen ist Österreichs Verwaltung federführend vertreten.


STORK

"Secure identity across borders linked"
http://www.eid-stork.eu

Budgetierung: 20,31 Millionen Euro - 10 Millionen Euro aus EU-Funding

Österreichische Beteiligung: Bundeskanzleramt, Technische Universität Graz

Ziele

Elektronische Identitäten (eID) sind eines der Kernthemen der i2010-Strategie und des eGovernment Action Plans der EU. Wie in vielen Bereichen haben sich bei der Erstellung elektronischer Identitäten viele nationale Entwicklungen hervorgetan, mit unterschiedlichen Strategien und Umsetzungen. STORK hat sich zur Aufgabe gesetzt, die verschiedenen Entwicklungen in einem interoperablen System zu vereinen, sowie Bewusstsein für übergeordnete Ziele der eID zu schaffen. Im Endeffekt sollen alle handelnden Personen und Organisationen (von BürgerInnen, Unternehmen und Governments) ihre nationalen elektronischen Identitäten auch im europäischen Ausland verwenden können.

Avisierte Pilotierungen

STORK avisiert fünf Pilotierungen, wobei vier Pilotierungen konkrete inhaltliche Anwendungen darstellen und einmal eine einheitliche Authentifizierungsplattform implementiert wird, die als Demonstrator auf unterschiedlichen nationalen Plattformen eingesetzt wird. Konkret soll sie beim österreichischen Amtshelfer "help.gv.at" wie auch in Großbritannien (UK Government Gateway), in Belgien (LIMOSA) und im deutschen Portal service-bw aus Baden-Württemberg zur Anwendung kommen. Die vier fachspezifischen Pilotierungen beschäftigen sich mit der sicheren Nutzung von Chat-Technologien für Kinder und Jugendliche, Mobilität für Studierende in Europa, sichere Zustellung von Dokumenten über Landesgrenzen hinweg und die europaweite Adressänderung.

Fragen an den STORK-Experten Dr. Hubert Schier (Bundeskanzleramt)

Monitor: Für welche Projektteile werden österreichische Beiträge maßgeblich sein?

Dr. Schier: Prinzipiell arbeitet Österreich an allen Projektteilen, wenn z. B. Fragebögen durch sämtliche Konsortiumspartner zu beantworten sind. Insbesondere ist aber das Bundeskanzleramt beteiligt an Work Package 2 - "Inventory", WP 6 - "Pilots" (mit dem Portal help.gv.at) und WP7 - "Dissemination" (mit den Teilaufgaben Umsetzung von Ergebnissen innerhalb der EU-Institutionen und Liaison zu anderen Large Scale Pilots). Die TU Graz beteiligt sich darüber hinaus an WP3 - "Upcoming Technologies" und WP5 - "Common Specifications", sowie an den Piloten zur elektronischen Zustellung und zur Mobilität für Studierende.

Monitor: Welche kritischen Erfolgsfaktoren werden für das Gelingen des Projekts gesehen?

Dr. Schier: Die wesentliche kritische Messgröße für den Erfolg wird darin bestehen, wie viele elektronische Identitäten aus verschiedenen Mitgliedstaaten danach tatsächlich interoperabel sein werden, d.h. in wie vielen ausländischen Systemen sich ein(e) Österreicher(in) mit seiner/ihrer Signaturkarte problemlos identifizieren kann, bzw. wie viele ausländische Personen mit ihren elektronischen Identitäten in Österreich elektronische Services benutzen können. Dabei ist auch wesentlich, dass die Interoperabilität nicht sektorspezifisch erzielt wird, sondern ein breiter Nutzen erzielt werden kann. Ein wesentliches Einsatzfeld ist beispielsweise der Bereich eHealth, wo es bedeutsam wäre, dass die Vorteile für die Bürger aus unseren Arbeiten an eID - Sicherheit und Datenschutz - auch im Gesundheitsbereich selbstverständlich und synergetisch genutzt werden können. Schon jetzt ist absehbar, dass neben den technischen Herausforderungen auch die Schaffung der entsprechenden rechtlichen Voraussetzungen maßgeblich sein wird. Es zeigt sich im bisherigen Projektverlauf, dass die österreichischen Modelle und Ansätze durchaus beispielgebend sind und wir mit dem österreichischen eID-Konzept einen wesentlichen Input für das STORK-Projekt leisten können.

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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